Tagesgeldkonto mit über 4,5 % Zins seriös?

4 Antworten

Hallo,

Du hast bei dieser Anlage schon mal voll das Wechselkursrisiko, denn

  • bei der Anlage kaufst Du für den Anlagebetrag in EUR zum Tageskurs den Gegenwert in MXN
  • bei Fälligkeit verkaufst Du "Deine" MXN zum Tageskurs und bekommst dafür den Gegenwert in EUR

Die Bank führt für Dich während des Anlagezeitraums quasi ein Fremdwährungskonto und die Kursentwicklung geht voll zu Deinen Lasten (zu Gunsten ist bei dieser Währung eher auszuschliessen).

Von der gesetzlichen Einlagensicherung sind nur Konten in EU-Währungen geschützt, also keine Mexikanischen Pesos. Ein (von der Höhe her vom Eigenkapital der Bank abhängige) Schutz ist nur dann vorhanden, wenn die Bank an einen freiwilligen Einlagensicherungsfonds angeschlossen ist.

Es ist demnach eine spekulative Anlage, was bereits aus der Höhe des Zinssatzes erkennbar ist (desto höher der Zinssatz im Verhältnis zum gegenwärtigen Marktzins, desto risikoreicher das Geschäft).

Gruss

Walter

s ist demnach eine spekulative Anlage, was bereits aus der Höhe des Zinssatzes erkennbar ist (desto höher der Zinssatz im Verhältnis zum gegenwärtigen Marktzins, desto risikoreicher das Geschäft).

Welche Höhe hätte denn für Dich in diesem Fall der niedrigere Marktzins, um hier deshalb von einer spekulativen Anlage zu sprechen?

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LitleArrow, nimm mal als Beispiel einen deutschen Bundesschatzbrief im Vergleich zu einer griechischen Bundesanleihe. Hier hast Du dann die Wahl zwischen Sicherheit (niedrig verzinst) und Risiko (höher verzinst).

  • Anleger, die Sicherheit wollen, können keinen hohen Ertrag erwarten
  • Anleger, welche in Risiko investieren, lassen sich das Risiko auch bezahlen

Das Prinzip ist identisch mit unterschiedlichen Zinssätzen bei einer Kreditvergabe an bonitätsmässig unterschiedliche Kunden oder etwa bei einer Grundschuld im erst- und im nachrangigen Bereich.

Lediglich das Vorzeichen ist anders.

Wenn ich mit Tagesgeld im Bereich bei unter 0,5 % liege und auch längerfristige Geldanlagen höchstens 1,5 % (deutsche Banken) bis 2 % (ausländische Banken) bekomme, dann hebt sich 4,5 % schon sehr deutlich davon ab und ist eher ein Zeichen von Risiko als von Sicherheit.

Spekulativ deshalb, weil ich neben dem Wechselkursrisiko auch ein Ausfallrisiko habe.

Mexiko braucht Geld, denn sie müssen ja bald einen Grenzzaun bezahlen.

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@wjgmuc

Walter,

danke für Deinen Erklärungsversuch.

Der nicht mehr existierende Bundesschatzbrief war wegen der höheren Bonität von D sicherer als die griechische Anleihe. Allerdings waren bzw. sind beide Anlageformen nicht durch die Einlagensicherung gedeckt. Also kann ihre Nennung daher nicht zur Problemlösung beitragen.

Dein Erklärungsversuch der riskanteren, spekulativen 4,5 %-Anlage in MXN trifft leider nicht so recht den Sachverhalt. Es gibt bei der Volksbankanlage "lediglich" das Währungsrisiko, nicht jedoch das Ausfallrisiko, das ja durch die Einlagensicherung gedeckt ist.

Meine Meinung zum Eingehen des Währungsrisikos habe ich bereits an anderer Stelle geäußert.

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wo ist der Haken?

Hier:

mexikanischen Pesos

Was helfen Dir 4,5 % Zinsen, wenn der Peso im gleichen Zeitraum um 6 % fällt?

Ich bin bereit Dir ganz seriös 15 % p.A. zu zahlen, bei einer Anlage in Zimbabwe Dollar.

Das was von Deinen 50.000,- Euro nach einem Jahr noch übrig ist, zahle ich vermutlich aus einem Monatseinkommen.

Also, wenn Du bereit bist in eine andere Währung zu gehen, dann sei Dir der Risiken bewusst, selbst bei Schweizer Franken, oder britischem Pfund kannst Du nicht davon ausgehen, das es gegenüber dem Euro pari bleibt, oder steigt. Aber bei diesen Währungen und vermutlich auch beim US-Dollar, sind die Risiken überschaubar.

Ach so, die Einlagensicherung greift natürlich, denn die ist nicht an die Währung, sondern an das Institut gebunden.

Ob "seriös" ist von hier aus schwer abzuschätzen. Das hat mit den Umrechnungskursen beim Wechsel in den Peso und zurück und das hat mit den Kontogebühren zu tun, die du selbst erfragen könntest.

Ob man es seriös findet, wenn eine Bank das sonst eigene Fremdwährungsrisiko statt es am Terminmarkt abzusichern auf gutgläubige Anleger verteilt mag ich nicht beurteilen.

Haken ist sicherlich, dass so ein Angebot nicht bei Tagesgeld aufgeführt werden sollte. Es ist eine Fremdwährugnsanlage und die hat Risiken, die mit dem, was man als Tagesgeldanleger sucht, nichts zu tun haben. Eine Währung kann zwar auch gegen den Euro gewinnen, sie kann aber auch schnell mal zweistellig verlieren und wenn man darauf nicht vorbereitet ist - also nicht nur Spielgeld einsetzt - dürfte das viele überfordern.

Im letzten Jahr hat der Peso zum Euro 5,78 % abgegeben. Dazu wärst du bei der Anlage über den Sparerfreibetrag gekommen, hättest also mindestens gut 1,5 % verloren. Dazu kommt das Thema, was du jetzt machen würdest. Kein Mensch kann in Währungen vernünftig beraten. Schon gar nicht in Währungen, bei denen nach jeder Wahl in einem Bundesstaat oder jeder unbedachten Äußerung von Donald Trump alles davor gesagte hinfällig sein kann.

Wenn du mit Grund keine vernünftige Anlage suchst, ist das jedenfalls ungeeignet. Wenn du ohne Grund keine vernünftige Anlage suchst, solltest du darüber nachdenken, dein Geld vernünftig anzulegen.

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