Studium und Nebenjob

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3 Antworten

Ich weiß, dass ich im Monat 450€ verdienen darf ohne Steuern zahlen zu müssen.

Lohnsteuerabzug fällt in den Klassen I-IV erst bei knapp 950,- € an. In der V und VI schon etwas früher. In der II und III sogar ehr später.

Angenommen, ich nehme zwei 450€ Jobs an.

Stop, dämliche Idee! Wenn du mit 2 Minijobs die Geringfügigkeitsgrenze knackst, werden beide voll abgabenpflichtig. Der erste Job kommt in die Steuerklasse I und der zweite in die VI. Griff ins Klo wenn es um Nettoentgeltoptimierung geht. Du hast dann einen viel größeren Aufwand bei der Einkommensteuererklärung.

Freibetrag für Studenten soweit ich weiß

Freibetrag für alle! Darum auch Grundfreibetrag genannt.

Und welche Steuern müsste ich überhaupt zahlen?

Einkommensteuern (Vorauszahlung hierauf erfolgt durch den Lohnsteuerabzug). evtl. Solidaritätszuschlag sowie Kirchensteuer.

Und wie sieht das mit dem Kindergeld aus?

Keine verdiensttechnischen Einschränkungen. Der Status "Student" muss erhalten bleiben. Wenn du also 40 Stunden die Woche arbeitest und an zwei Abenden Vorlesungen besuchst bist du einfach kein hauptberuflicher Student mehr.


Die wichtigste Frage:

Was wäre die beste Lösung in meinem Fall?

Werkstudententätigkeit!

  • Ein Werkstudent kann so viel verdienen wie er möchte. Er produziert für den Arbeitgeber geringere Lohnnebenkosten als sonst irgendwer.
  • Als Werkstudent kannst du in die studentische Krankenversicherung (KVdS). Kostet 78,- € im Monat.
  • Du hast nur Rentenversicherungsabzüge. Wenn du weniger als 850,- € verdienst auch diese nur anteilig.
  • WICHTIG: Um den Status Werkstudent zu erhalten darfst du außerhalb der vorlesungsfreien Zeit nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten.
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Kommentar von Gaenseliesel
10.08.2014, 00:29

DH ! es wurde alles gesagt ! K.

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Hallo nochmal, vielen vielen Dank für die Antworten!! Ich habe noch einmal gemerkt, wie unwissend ich auf diesem Gebiet bin.

Erst einmal muss ich sagen, dass eine Tätigkeit als Werkstudent für mich leider nicht in Frage kommt (ich habe meine Gründe).

Da nur ein Minijob nicht reichen würde, müsste ich beide Minijobs annehmen und wenn ich das richtig verstehe, würden beide abgabenpflichtig werden. Wie ist das aber zu verstehen, dass der erste in die Steuerklasse 1 und der zweite in die Steuerklasse 6 kommt? Es würde mir sehr helfen das ganze an einem konkreten Beispiel zu erläutern.

Fall1

1. Minijob

  • auf 450€ (und verdiene im Monat 450€)
  • 14 Stunden pro Woche (7.50€ Stundenlohn)
  • Steuerklasse 1

2. Minijob

  • auf 450€ (aber verdiene im Monat 242€)
  • 8 Stunden pro Woche (7€ Stundenlohn)
  • Steuerklasse 6

Somit ensteht Ende des Jahres ein Gesamtbetrag von 8304€ bei 21 Stunden pro Woche(6 Stunden am Wochenende und 15 Stunden in der Woche).

  1. Wie hoch wären die Steuern (ungefähr) in dem Beispiel?
  2. Würde ich die Steuern nach Abgabe der Steuererklärung zurückbekommen und somit auf die 8304€ kommen?

Fall 2

1. Minijob

  • auf 450€ (und verdiene im Monat 450€)
  • 14 Stunden pro Woche (7.50€ Stundenlohn)
  • Steuerklasse 1?

2. Minijob

  • auf 450€ (aber verdiene im Monat 485€)
  • 16 Stunden pro Woche (7€ Stundenlohn)
  • Steuerklasse 6?

Ende des Jahres beträgt mein Verdienst insgesamt 11220€ bei 30 Stunden pro Woche (12 Stunden am Wochenende und 18 Stunden in der Woche).

  1. Wie sieht es hier mit den Steuern aus?
  2. Was für eine Rolle spielt der Grundfreibetrag in diesem Beispiel?

Zitat von Blackleather > 1 Beschäftigung mit Entgelt < 450 EUR, 1 Beschäftigung mit Entgelt > 450 EUR --> keine Zusammenrechnung; der Minijob bleibt SV-frei

Wäre ich dann in dem zweiten Fall auf dieser Schiene?

Weitere Angaben

  • gesetzlich krankenversichert (Familienversichert)
  • nicht Kirchensteuerpflichtig

Außerdem würde ich gerne wissen ob es schlauer wäre mich von der Rentenversicherung zu befreien oder nicht. Ich weiß echt nicht wie ich mein Einkommen optimieren kann.

Ich bin euch sehr dankbar für eure Geduld und die Antworten!!

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Kommentar von casillas
10.08.2014, 16:32

Ich habe vergessen zu fragen welche Auswirkungen das auf den zweiten Arbeitgeber mit der Steuerklasse 6 hätte. Müsste er mehr Kosten tragen als der erste Arbeitgeber? Wie hoch wären die für beide?

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Kevin hat ja im Prinzip schon fast alles geschrieben. Trotzdem ein paar Ergänzungen vom Enno.

Zunächst bin ich erstaunt, dass jemand in deinem Alter so gutes und fehlerfreies Deutsch schreibt - das sieht man sonst nur bei Nichtmuttersprachlern, die sich entsprechend Mühe geben. Danke dafür.

Ein paar Absätze zur besseren Gliederung hätten die Darstellung dann perfekt gemacht.

ich bin 21 Jahre alt

Und damit etwas jünger als meine drittjüngste Tochter.

Bekomme ich dann die Steuern zurückgezahlt wenn ich am Ende des Jahres eine Steuererklärung einreiche?

Die Steuererklärung machst du nicht am Ende des Jahres, sondern zu Beginn des nächsten Jahres, aber das nur nebenbei. Tatsächlich ist es so wie bei den Abschlagszahlungen für beispielsweise Strom. Wenn du monatlich 100 Euro Abschlag zahlst und dein Jahresverbrauch bei 1.100 Euro liegt, bekommst du 100 vom Versorger zurück.

So ist das bei der Einkommensteuer auch. Die "Abschläge" nennt man da Lohnsteuer.

Manche sagen, wenn man mehr als 20 Stunden die Woche arbeitet, bekommt man kein Kindergeld mehr und andere sagen, es gibt keine Einschränkungen)?

Tatsächlich. Der Kindergeldanspruch in deinem Alter besteht, wenn das Kind sich in einer Ausbildung befindet. Arbeitet man zuviel, kann der Status "Ausbildung" gefährdet sein. Allerdings sind das zwei verschiedene Rechtszweige, da muss man also aufpassen.

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Kommentar von casillas
10.08.2014, 15:48
Zunächst bin ich erstaunt, dass jemand in deinem Alter so gutes und fehlerfreies Deutsch schreibt - das sieht man sonst nur bei Nichtmuttersprachlern, die sich entsprechend Mühe geben. Danke dafür.

Übrigens, danke dafür. Deutsch ist tatsächlich nicht meine Muttersprache.

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