Stimmt es, dass sich ein Doktortitel immer für die Karriere lohnt?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Das ist branchenabhängig. Um als Akademiker in einigen Branchen erfolgreich zu sein bzw. einen adäquaten Job zu bekommen ist eine Promotion bereits fast obligatorisch, z.B. in der Medizin, Chemie- u. Pharmabranche oder wenn man allgemein vor hat in der Wissenschaft/Forschung zu arbeiten. Bei den Wirtschaftswissenschaften hingegen ist ein Doktortitel wiederum eher verzichtbar. Nach einer Studie der Unternehmenberatung Kienbaum steigen Absolventen mit durchschnittlich 42.000 Euro ein, während promovierte Akademiker gute Chancen auf 50.000-60.000 Euro haben. Dafür muss man, wie du schon in deiner Frage erwähnt hast, 3-5 Jahre als schlechtbezahlter Dokorand in Kauf nehmen. Am Ende bleibt es eine individuelle Abwägungsentscheidung.

interessanter link: http://www.ruv.de/de/rvratgeber/ausbildungberufseinstieg/karrieretipps/6doktortitel.jsp

Ich pflichte Kostelany bei. Es ist branchenabhängig. Ein Bekannter von mir arbeitet als Lehrer (mit Doktortitel) und hatte schon Schwierigkeiten eine Stelle zu finden, da viele Bildungsträger oder auch Firmen sich einen "Doktor" als Mitarbeiter nicht leisten können(wollen). Gilt allgemein dann als überqualifiziert und zu teuer...

Es kommt immer darauf an, welche zusätzlichen Qualifikationen man aufweisen kann. Wenn man mit Studium und Promotion bummelt, so ist das natürlich eher ein negatives Signal. Wenn man sich jedoch einsetzt, nebenbei an der Uni tätig ist oder als Werksstudent arbeitet, so ist es ein echter Asset. Ich denke, dass sich ein Doktortitel definitiv auszahlt wenn man ihn zügig anstrebt.

In den meisten Wirtschaftsunternehmen ist der "Doktor" überwiegend verzichtbar, wenn man mal von ganz speziellen Jobs und einigen wenigen Branchen absieht.

Der "Doktor" bekommt zwar beim Einstieg etwas mehr Geld, aber wenn er nichts bringt, dann wird er auch in dieser Hinsicht schnell überholt werden von "Nichtdoktoren" und der Aufschlag zu Beginn ist sicher kein wirklicher Ausgleich für die unbezahlte Zeit der Promotion.

Bei uns in einem internationalen Unternehmen gilt eher die Regel "Ein Doktor ist jemand, der sich noch einige Jahre länger um die Erkenntnis gedrückt hat, dass Zeit auch Geld ist".

Natürlich stellen wir trotzdem Doktores ein, aber nicht weil, sondern obwohl sie diesen Titel haben.

Was möchtest Du wissen?