Stimmt es, dass die Aktienkurse eigentlich eher dem Zufall folgen?

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6 Antworten

In einem effizienten Kapitalmarkt für Aktien folgen die Kursbewegungen dem Zufall. Dies ist die "Random-Walk-Theory" nach Eugene Fama (ca. 1972).

U.a. setzt der effiziente Kapitalmarkt voraus, dass die Informationen über die Aktien sich blitzesschnell verbreiten und niemand einen Informationsvorsprung hat. Die Kapitalmarktforschung hat sich in vielen Untersuchungen und Publikationen mit den Voraussetzungen für diese Effizienz und deren Übertragbarkeit auf andere, z.B. europäische Märkte beschäftigt.

Manche Leute glauben an Charts. Kurse haben kein Gedächtnis, wohl aber die Marktteilnehmer, also verkaufen sie an postulierten Unterstützungslinien, Dreiecken etc.

Jein. Die Kurse sind schon auf klare Marktdaten zurückführbar. ABER ob eine Aktie steigt oder fällt ist nicht vorhersehbar, da bereits alle bekannten Daten und Erwartungen in den Kurs eingeflossen sind. d.h. wenn man bei einer Aktie erwarten kann, dass sie steigt kaufen viele sie und sie ist daher teurer, als eine bei der man nicht davon ausgehen kann. Kauft man jetzt einfach random Aktien, wird man durchschnittlich fahren, aber unter umständen besser als ein professioneller Anleger, der wie alle anderen auf die gleichen Daten zugreift. Da gibt's einen interessanten Blog zu dem Thema (darf keinen Link posten, aber einfach mal Zufallsaktie googeln)

Aktienkurse unterliegen schon klaren Marktdaten. Nur in unruhigen Zeiten werden sie mehr durch die Massenpsychologie gebildet. Wenn einige Kurse Gerüchten zur Folge fallen, verkaufen auch alle ziemlich folgen andere Anleger hektisch diesen Verkäufen. Das führt zur Panik und einer Verkaufsorgie. Bei der die Kurse ins Uferlose fallen, obwohl es dafür markttechnisch keinen Grund gibt.

Na Zufal nciht, aber Strömungen, Stimmungen, Tipps von irgendwelchen Gurus.

auf lange sicht eher weniger. aber man kann den "zufall" an der krise ab 2007 als anlass nehmen, diesen aspekt zu analysieren.

bis mitte 2008 gab es wenig grund zu verkaufen, wenn man sich nur auf die fundamentaldaten gestützt hätte. die zahlen waren meist steigend, dann kam der einbruch.

der kursverfall beruhte auf ängsten an den börsen. ab Q3/2008 gab es dann genug grund für fallende kurse, weil die gewinne einbrachen.

auch im moment sprechen die fundamentalen daten wenig für den anstieg der kurse. das alles hat wieder mit emotionen zu tun.

wenn man jedoch langfristig anlegt, dann sehe ich da keinen zufall mehr. ohne die fundamentalen daten steigen die kurse nicht - siehe auch buffets werte.

Kursverläufe von Aktien sind ein Produkt der Erwartungen der Marktteilnehmer und deren Reaktion auf Kursbewegungen.

Die daraus resultierenden Kursbewegungen sind zwar nicht zufällig, im Sinne eines "effizienten Marktes" - also, als würde ein Zufalsgenerator die Kurse (Kursveränderungen) festlegen, aber dennoch kaum prognostizierbar.

Man fährt also beser, wenn man den Zufall einkalkuliert.

Es ist viel Psychologie und auch eine gute Portion Zufall im Spiel.

Wo ich übrigens auch immer den Kopf schütteln muß, ist, wenn im TV ein Moderator (wie gestern erst) erklärt:

"Die Aktien von XY sind heute um soundsoviel % gestiegen. Das Unternehmen verkündete zwar einen Verlust von ?, aber die Anleger hatten mit mehr gerechnet."

Totaler Käse, ein für die Allgemeinheit unnützer Versuch, Kursbewegungen im Nachhinein zu erklären. Ich jedenfalls mußte noch nie einen Grund für einen Kauf- bzw. Verkauf angeben. Demzufolge kann man auch nicht mit Sicherheit die Kursbewegung erklären.

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