Steuerveranlagung bei Wiederheirat einer nicht-EU Ausländerin im Scheidungsjahr?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Für die Zusammenveranlagung gem. § 26 (1) ist entscheidend,

  • dass beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind (das ist der Fall, wenn sie beispielsweise einen Wohnsitz im Inland haben - deine neue Frau hat doch einen gemeinsamen Wohnsitz mit Dir in Deutschland - oder?)
  • sie nicht dauernd getrennt leben (das ist auch der Fall - oder?)
  • die beiden Voraussetzungen wenigstens an einem Tag im Kalenderjahr vorhanden waren (ist das so?)

Also wäre die Frage für Dich erst einmal klar beantwortet.

Bei Zusammenveranlagung gilt der Splittingtarif. Dieser Tarif gilt

  • gem. § 32a (6) auch für verwitwete Steuerpflichtige im Jahr des Todes des Ehegatten,
  • für den geschiedenen Ehegatten, wenn der bisherige Ehegatte im Scheidungsjahr wieder geheiratet hat (das wäre Deine Ex-Frau),
  • und dieser neu verheiratete Ehegatte mit seiner Frau die Voraussetzungen der Zusammenveranlagung erfüllen (das seid Ihr).

Die Steuerklasse oder die Unterhaltspflicht für das gemeinsame Kind haben mit der Veranlagung nichts zu tun.

Der Beitrag von wfwbinder bezog sich auf die geschiedene und nicht wieder verheiratete Steuerpflichtige, also den Fall nach § 32a (6), der als zweiter aufgezählt wird.

OK, vielen Dank schon einmal. Aber hat meine neueFrau dann bereits die Freibeträge für Deutschland, da sie hier in 2017 <180 Tagen war ist sie (laut Steuersoftware) eben nicht steuerpflichtig.

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@beffan

Da werden vom Steuerlaien verschiedene Sachverhalte in einen Topf geworfen.

Die 180-Tage-Regel ist hier überhaupt nicht anwendbar.

Du kannst mit deiner zweiten Frau Zusammenveranlagung machen.

Punkt.

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@beffan
Aber hat meine neueFrau dann bereits die Freibeträge für Deutschland, da sie hier in 2017 <180 Tagen war ist sie (laut Steuersoftware) eben nicht steuerpflichtig.

Das ist dann eventuell durch eine falsche Eingabe in der Steuersoftware passiert.

DEine Frau hat hier in Deutschland in 2017 einen Wohnsitz begründet und ist damit hier unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.

Damit liegen die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung vor.

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@Ernsterwin: nein, darauf bezog sich die Frage nicht und daher ist diese Antwort nicht verwertbar.

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Was für eine seltsame Steuersoftware hast Du denn verwendet?

Wenn Du die Daten bei Elster eingibst, wird sich herausstellen, dass Du mit Deiner frisch angetrauten Ehefrau zusammen veranlagt werden kannst.

Sie hatte 2017 in Deutschland einen Wohnsitz, also ist sie hier unbeschränkt steuerpflichtig.

Ihr seid seit 12/2017 verheiratet, also sind die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung erfüllt.

Da Du die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung mit zwei Frauen erfüllst, ist entweder mit der einen, oder mit der anderen eine Zusammenveranlagung möglich.

Aber mit Deiner neuen Frau ist es, weil sie keine eigenen Einkünfte hat, günstiger für Euch.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Die Antwort ist aber sehr merkwürdig, Herr Binder.

Mir ist da ein Beitrag von vor neun (!) Jahren untergekommen, wo etwas ganz anderes behauptet wird.

Autor: ein gewisser Herr Binder ;)

https://www.finanzfrage.net/frage/besteuerung-bei-scheidung-und-wiederheirat-in-einem-jahr

https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__26.html

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@Petz1900

Die Antwort ist doch nicht merkwürdig. Der Wiederverheiratete hat die Möglichkeit mit der ersten oder der zweiten Frau eine Zusammenveranlagung zu machen. Aber die erste Frau könnte möglicherweise Schadensersatz verlangen, da Sie alleine die Nachteile aus der gemeinsammen Steuerklassenwahl zu tragen hätte.

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@Snooopy155

Natürlich ist die Antwort merkwürdig.'

Die Wahl hat er nämlich nicht.

Man sollte im § 26 den 2. Satz des ersten Absatzes lesen.

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@Petz1900

@Petz1900 hat Recht. Es besteht kein Wahlrecht. Mein Fehler.

Aber die Zusammenveranlagung mit der neuen Frau ist trotzdem richtig.

§ 26 , Abs. 1 Satz 2.

Hat ein Ehegatte in dem Veranlagungszeitraum, in dem seine zuvor bestehende Ehe aufgelöst worden ist, eine neue Ehe geschlossen und liegen bei ihm und dem neuen Ehegatten die Voraussetzungen des Satzes 1 vor, bleibt die zuvor bestehende Ehe für die Anwendung des Satzes 1 unberücksichtigt.
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Hallo, in diesem Fall heisst das dass ich auch den Grundfreibetrag meiner neuen Frau "bekomme", obwohl sie ja nur wenige Monate in Deutschland war, richtig?

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