Steuerstattung bei Zusammenveranlagung, was gehört wem?

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4 Antworten

Auch wenn ihr natürlich jeder eine Person seid, werden eure steuerlichen Tätigkeiten zusammen berechnet. Als Ehepaar sollte es deswegen auch egal sein, wer jetzt eigentlich welchen Betrag zurückbekommt. Es geht doch wohl eh in den Gemeinschaftstopf, oder nicht?

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Kommentar von okidoki
30.07.2013, 16:24

Hallo, nein wir haben keinen richtigen Gemeinschaftstopf, da wir schon Probleme hatten und das seitdem etwas anders regeln. Danke für die Antwort!

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Jeder hatte was abzusetzen, aber welcher Anteil der Erstattung gehört wem?

Da muss man Ursachenforschung betreiben, warum wurde etwas erstattet? Typisch sind die Werbungskosten aus unselbständiger Arbeit. Diese Kostenbelastung erklärt zumindest teilweise die Erstattung und könnte als Verteilungsmaßstab dienen. Ferner kommen personenbezogene Sonderausgaben (z. B. für Versicherungen, KiSt) in Frage. Einige Erstattungsursachen haben eher gemeinschaftlichen Charakter, z. B. haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen. Allerdings könnte es bei der Kinderbetreuung auch nur einen Verdiener treffen.

Schließlich könnte es noch Einflüsse aus einem Progressionsvorbehalt geben, ohne die die Erstattung viel höher wäre. Dementsprechend müßte die Erstattung an den Verursacher des Progressionsvorbehaltes gekürzt werden.

Abgesehen von der nachvollziehbaren Zuordnung der Werbungskosteneffekte mutet mich die Fragestellung schon seltsam an. Aber man kann natürlich eine Ehe oder Partnerschaft auch schön mit völlig getrennten Geldbörsen, Konten und Ausgabenbüchern führen, wobei nach Monatsende beim Haushaltsbuch auch ein Ausgleich erfolgt. Allerdings sollten gegenseitige Geschenke entfallen oder außerhalb des Haushaltsbuches aus der eigenen Kasse geleistet werden;-)

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Kommentar von EnnoBecker
30.07.2013, 11:54

Allerdings sollten gegenseitige Geschenke entfallen

Da bin ich sehr dafür und würde sogar ein Gesetz gegen Geschenke begrüßen. Zumindest wenn es sich um anlassbezogene Schenkereien handelt.

Ich habe meine Familie zum Glück schon fast soweit, dass niemand mehr in der Vorweihnachtszeit durch die Einkaufstempel dackeln muss.

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Kommentar von okidoki
30.07.2013, 16:27

Hallo, vielen Dank für die Antwort! Ich bin da echt Laie, Dein Rat hört sich sehr viel komplizierter an, als die andere Variante mit der getrennten Veranlagung und dem Dreisatz :-). Stimmt das Deiner Meinung nach so nicht? Falls ja, wie kann man sich Deine Variante als Nicht- Finanzbeamter ausrechnen?

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Es gehört euch gemeinsam, genau so wie eine Steuernachzahlung von euch gemeinsam zu tragen wäre: steuertechnisch seit Ihr eine Person.

Untereinander könnt Ihr es aufteilen wie Ihr wollt:

  • auf das gemeinsame Konto als Hausgaltsgeld einzahlen (und dann gemeinsam "verbraten", zum Beispiel bei einem schönen Wochenend-Ausflug)
  • oder einfach 50:50 verteilen
  • oder prozentual nach den (zusätlichen) Werbungskosten/Abschreibungen verteilen: Wer mehr berufliche Aufwendungen/Ausgaben hatte bekommt dann auch mehr zurück
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Kommentar von EnnoBecker
30.07.2013, 11:13

Es gehört euch gemeinsam, genau so wie eine Steuernachzahlung von euch gemeinsam zu tragen wäre: steuertechnisch seit Ihr eine Person.

Unsinn. Nur weil sie zusammen veranlagt werden, verschmelzen sie nicht gleich miteinander.

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Wenn ihr die Daten richtig in euer Einkommensteuerprogramm eingegeben habt, könnt ihr ja vergleichsweise mal die getrennten Veranlgungen ausrechnen lassen. Dabei kommt zwar insgesamt eine höhere Steuer raus[1], aber mit diesen Zahlen lassen sich ja die Verhältnisse am Guthaben jedes Einzelnen locker im Dreisatz[2] berechnen.

Das Steuerrecht kennt zwar Gesamtschuldner, § 44 AO, aber es kennt keinen Gesamtgläubiger. Das Finanzamt kann befreiend nur an den jeweiligen Gläubiger auszahlen. Das tut es, in es in der Steuererkläung eine Bankverbindung erfragt, wohin der Erstattungsbetrag dann gezahlt werden soll.


[1] Davon ist jedenfalls auszugehen, denn wenn das nicht der Fall wäre, hättet ihr ja die getrennten Veranlagungen gewählt. Daraus ist weiter zu schlussfolgern, dass ihr die Ergebnisse der getrennten Veranlagungen bereits kennt.

[2] Dreisatz: Haben wir in der dritten oder vierten Klasse gelernt.

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Kommentar von okidoki
30.07.2013, 16:30

Hallo, Danke auch für Deine Antwort! Hört sich einfach an. Weißt Du, ob die Getrenntveranlagung solche Dinge wie Progressionsvorbehalt ( siehe andere Antwort) berücksichtigt?

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