Steuern sparen durch Gehaltsvorschuss?

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4 Antworten

Das nennt sich zwar nicht Vorschuss, sondern wäre eine Sonderzahlung in 2014 und der Verzicht auf das Januargehalt, aber rechnerisch ist das schon richtig.

Aber ich kenne da einen Paragraphen.

§ 42 AO (1) Durch Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten des Rechts kann das Steuergesetz nicht umgangen werden. Ist der Tatbestand einer Regelung in einem Einzelsteuergesetz erfüllt, die der Verhinderung von Steuerumgehungen dient, so bestimmen sich die Rechtsfolgen nach jener Vorschrift. Anderenfalls entsteht der Steueranspruch beim Vorliegen eines Missbrauchs im Sinne des Absatzes 2 so, wie er bei einer den wirtschaftlichen Vorgängen angemessenen rechtlichen Gestaltung entsteht. (2) Ein Missbrauch liegt vor, wenn eine unangemessene rechtliche Gestaltung gewählt wird, die beim Steuerpflichtigen oder einem Dritten im Vergleich zu einer angemessenen Gestaltung zu einem gesetzlich nicht vorgesehenen Steuervorteil führt. Dies gilt nicht, wenn der Steuerpflichtige für die gewählte Gestaltung außersteuerliche Gründe nachweist, die nach dem Gesamtbild der Verhältnisse beachtlich sind.

Daran würde das m. E. scheitern.

Ich habe da eine andere Ansicht.

Das Finanzamt geht davon aus, dass niemand freiwillig auf sein Gehalt verzichtet, auch nicht auf sein Januargehalt. Niemand würde das tun.

Und deshalb ist m.E. die zahlung im alten Jahr das Januargehalt - völlig unabhängig davon, wie es genannt wird. Eine Rose duftet und sticht ja auch, wenn man sie anders nennt.

Und deshalb brauchen wir den § 42 AO hier gar nicht, weil keine Gestaltung vorliegt. Es wurde lediglich das Januargehalt unter falschem Namen im Dezember schon gezahlt.

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Interessant ist es, ob die Kollegen beim Steuernetz eine andere Antwort finden.

Bisher gibt es dort nur eine, und die deckt sich mit der von Tina (und von mir....).

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Glaube kaum das sich ein Arbeitgeber dazu hinreißen liesse den Straftatbestand der Steuerumgehung/Steuervermeidung zu unterstützen. Ausserdem scheinst Du dem Irrglauben verfallen zu sein die Mitarbeiter der Finanzbehörden schlafen auf dem Baum.

Für Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit, soweit es sich um laufenden Arbeitslohn handelt, ist das Zuflussprinzip nicht anzuwenden (§ 11 Abs. 1 Satz 4 i.V.m. § 38a Abs. 1 Satz 2 und 3 EStG).

Glaubst du der Staat / Finanzamt ist total blöde??

Na ja, theoretisch kann er ja ein 13. Monatsgehalt vereinbaren udn dafür auf das Januar, oder je ein halbes Januar udn Februar Gehalt verzichten.

Aber siehe § 42 AO.

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@wfwbinder
theoretisch kann er ja ein 13. Monatsgehalt vereinbaren udn dafür auf das Januar, oder je ein halbes Januar udn Februar Gehalt verzichten.

Da würde sich jeder Prüfer an den Kopf greifen und braucht nicht mal den 42 aus dem Ärmel zu ziehen.

Denn: Niemand verzichtet auf sein Gehalt vom Januar und halben Februar. Und deshalb ist das sogenannte 13. MG nun mal das Gehalt aus Januar und Februar - egal wie du es nennst.

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Was ich mich hierbei frage, ist, wie man bei Arbeitslohn zu einem Verlustvortrag kommen kann. Hast du eine Pilotenausbildung gemacht?

Zu zeitlichen Zurechnung von laufendem AL siehe Tina.

Was ich mich hierbei frage, ist, wie man bei Arbeitslohn zu einem Verlustvortrag kommen kann

indem Du einfach nur das liest, was da steht - machst Du doch sonst auch ;-)

Mein Tip: Keine Pilotenausbildung, sondern liqidierte Firma.

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@Mikkey

Sorry, ich seh es immer noch nicht.

Wo steht da was von liquidierter Firma und wie käme da ein VV beim AN zustande?

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@EnnoBecker

Es steht nicht da, dass es einen VV aus Nichtselbstständiger Arbeit gab, sondern nur, dass es einen VV gab.

Das mit der liqidierten Firma ist geraten.

Nachdem ich meine GmbH liqidiert hatte, brauchte ich auch zwei Jahre lang keine Steuern auf mein Gehalt zu zahlen. Ich gehe einfach so davon aus, dass das immer noch geht.

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@Mikkey
Nachdem ich meine GmbH liqidiert hatte, brauchte ich auch zwei Jahre lang keine Steuern auf mein Gehalt zu zahlen.

Äpfel und Birnen, weil du einen 17er Verlust hattest. Das aber ist beim AN nicht möglich.

Ich will ja auf was Besonderes hinaus: Nämlich wenn es 20er oder 23er Verluste sind, geht die Rechnung des Fragestellers nicht auf. Die sind mit seinen 19er EInkünften nicht verrechenbar. Anders als dein 17er Verlust.

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@EnnoBecker

Warum schreibste das denn nicht gleich? Der TE schreibt, er könne den VV anrechnen.

Dann kannste doch antworten: "Unter der Voraussetzung, dass der VV grundsätzlich anrechenbar ist ..." oder: "Wenn denn der VV tatsächlich..."

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@Mikkey

Es kann ja sein, dass der Fragesteller auch eine GmbH in den Sand gesetzt hat, dann hat er das ja nicht als AN getan. Oder er hat Verluste aus einer gewerblichen Tätigkeit mitgebracht. Weiß man doch alles nicht.

Der TE schreibt, er könne den VV anrechnen.

Und? Sowas muss doch hinterfragt werden, gerade weil das Problem mit der eingeschränkten Verrechenbarkeit nicht vielen bekannt ist. Hier schreiben auch manche, sie würden einen Lohnsteuerjahresausgleich machen.

Warum schreibste das denn nicht gleich?

Der TE könnte ja zwischendurch auch mal was tun. Warum soll ich sogleich alle möglichen Varianten durchprüfen, wo doch ohnehin klar ist, dass nur eine zutreffend sein kannn?

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