Steuern bei Aktienteilverkauf?

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Ja. Die Aktien, die zuerst gekauft wurden, werden auch zuerst verkauft.

Hast Du also in 2008 z.B. 100 Aktien Daimler gekauft, dann in 2009 nochmals 100 und nochmals 100 in 2010. Nun verkaufst Du 50 Stück, so werden (steuerfrei) 50 Stück der Aktien aus 2008 verkauft.

Du kannst natürlich auch ein zweites Depot bei der Bank eröffnen und 100 Aktien Daimler dort hin übertragen. Das sind nach dem gleichen Prinzip dann die in 2008 erworbenen. Nun verkaufst Du aus dem alten Depot 50 Stück. Da die Aktien aus 2008 übertragen wurden, liegen dort nun die in 2009 gekauften, d.h. der Verkauf wäre abgeltungssteuerpflichtig und es werden die Einstandspreise aus 2009 zugrunde gelegt.

Die Aktien werden behandelt, als würden immer die im jeweiligen Depot ältesten zuerst verkauft.

Werden die einzelnen Einkaufskurse zugrunde gelegt?

ja, werden sie. Das System nennt man first-in first-out. Bei Verkauf wird zuerst wird der erste Kauf abgerechnet, dann der 2., dann der nächste usw.

Kaufst du 100 für 10 Euro, dann 100 für 11 Euro etc. und verkaufst dann 150 für 14 Euro, dann hast du auf die ersten 100 einen Gewinn von 4 Euro und bei den 50 einen Gewinn von 3 Euro. 50 von den für 11 Euro bleiben im Pott für den kommenden Verkauf.

Bei den ganzen Abrechnungen spielen auch die Gebühren mit. Die werden mit einberechnet.


Anmerkung: solltest du vor 2009 gekauft haben, dann spielen die steuerlich keine Rolle. Gewinne sind steuerfrei, Verluste deine Privatsache.

Fragen zur Verrechnung des Verlustvortrages mit Gewinntopf bei der Depotbank.

Hatte schon mal eine Frage zu dem Thema gestellt:

http://www.finanzfrage.net/frage/koennen-aktienverluste-mit-finanzamt-verlustvortrag-statt-mit-verlusttopf-d-bank--verrechnet-werden

Habe es so gemacht, wie damals erarbeitet und hat bisher auch gut geklappt:
Aktien von Bank A auf anderes Depot bei der Bank B umgebucht.
Aktien bei Bank B verkauft.
Bank B hat die Kapitalertragssteuer und den Solidaritätszuschlag auf die erzielten Gewinne an das Finanzamt abgeführt.
Verlusttopf bei Bank A blieb unangetastet.

Wie gehts nun weiter? Als nächstes steht die Steuererklärung an.

Mein Plan ist nun als nächstes, dass ich die Einkommenssteuererklärung (KAP) mache und dem FA alle relevanten Kauf-/Umbuchungs- und Verkaufbelege einreiche. Ich hoffe dann, daß mir das FA die von der Bank B abgezogene Kap.ertragssteuer und Soli.zuschlag mit meinem Verlustvortrag verrechnet und mir diese Steuern wieder erstattet und den Verlustvortrag entsprechend verringert bzw. auf 0 setzt? (Die Gewinne dürften den Verlustvortrag überschritten haben).

Was mir noch völlig unklar ist: Die Bank B hat beim Verkauf der Aktien den Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern" um die Höhe des Aktiengewinns automatisch erhöht. Irgendwie müsste die Bank B diesen Topf ja entsprechend verringern, sonst würden mir ja beim nächsten Verlust-Trade bei der Bank B die Steuern von der Bank B wieder erstattet? (wäre dann ja praktisch eine doppelte Steuererstattung?)
Teilt das FA der Bank B mit, daß es diesen Topf entsprechend verringern muß oder muß ich der Bank B selbst irgendwie Bescheid geben?

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