Steuern auf Mieteinnahmen die ich nicht habe?

3 Antworten

Wenn man mit jemandem gemeinsam eine Immobilie hat, mit anderen Worten also mehrere Eigentümer im Grundbuch eingetragen sind, dann bildet man eine "Gesellschaft bürgerlichen Rechts". Dabe ist es dann völlig normal, dass die Gewinne entsprechend den Eigentumsverhältnissen aufgeteilt werden, sofern nichts anderes vereinbart ist.

Es ist also völlig korrekt, dass dich das Finanzamt mit den Gewinnen aus der Vermietung steuerlich belastet, denn solange man dem Finanzamt nichts anderes mitteilt, dann muss das Finanzamt zwangsläufig davon ausgehen, dass du die Gewinne erhalten hast.

Du hast nun 2 Möglichkeiten:
Erstens könntest du von deinen Eltern verlangen, dass du deinen Anteil aus den Gewinnen der Vermietung erhalten musst.
Oder zweitens könntest du mit deinen Eltern einen Gesellschaftervertrag im Sinne des §705 BGB abschließen. In diesem Vertrag wird unter anderem festgelegt, wie die tatsächlichen Verhältnisse sein sollen. Das muss das Finanzamt dann auch so akzeptieren, allerdings nur für die Zukunft, nicht rückwirkend.

Die Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Erklärung der Einkünfte muss jährlich gemacht werden soweit ich das jetzt korrekt nachgelesen habe, heisst das der Gesellschaftsvertrag würde das dann dauerhaft ersetzen?

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@Steffen83

Ja. Wenn im Gesellschaftervertrag festgelegt wird, dass deine Eltern die Gewinne aus der Vermietung zu 100% bekommen sollen, dann ist die gesonderte einheitliche Feststellung überfüssig und es werden dir dann keine Gewinne aus Vermietung mehr angerechnet und somit auch keine Steuern abgezogen.

Ohne einem Gesellschaftervertrag geht das Finanzamt strikt nach den Eigentumsanteilen laut Grundbuch.

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@Aivas

Super, vielen Dank für die schnellen Hilfen und Infos. Schönen Sonntag an alle und hoffentlich schöne ostertage

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Der Rat von @Rat2010 ist absolut richtig.

Für das Gebäude wird eine "Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Erklärung der Einkünfte" mit einer Anlage "V" abgegeben.

Das was steuerlich bei Dir landet entspricht der Erklärung.

Wenn das also etwas anderes ist, als den tatsächlichen Verhältnissen entspricht, ist die Erklärung falsch und nicht ein Fehler des Finanzamtes.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Vielen Dank für die schnellen Antworten. Dann muss ich das wohl mal überprüfen bzw ändern. Ist das dann auch rückwirkend?

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@Steffen83

nur soweit diese Bescheide über die gesonderte und einheitliche Feststellung der Einkünfte noch nicht bestandskräftig sind.

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Ein Fall einer fehlerhaften Erklärung. So was führt entweder zu zu viel gezahlter Steuer oder zu Stererverkürzung/-hinterziehung.

Wenn ihr die richtig macht, also deine Eltern ihre Sonderbetriebseinnahmen auch als solche erklären, hast du statt einem Überschuss einen Verlust, der dein übriges Einkommen mindert.

Bisher hat das Finanzamt das immer selber übernommen obwohl ich es nicht angegeben hatte(da ich auch nicht wusste das ich es angeben muss). Aber bin ich denn verpflichtet Einnahmen zu versteuern die ich gar nicht habe???

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@Steffen83

Dem Finanzamt wurde was falsch erklärt und dir die falsch, weil ohne korrekte Zurechnung der Einnahmen, ermittelte Besteuerungsgrundlage zugerechnet.

Die Gemeinschaft, also der, der die Einkünfte aus dem Haus dem Finanzamt erklärt, sprich deine Eltern oder deren Steuerberater, haben den Fehler gemacht, für den du zahlst.

Außer natürlich, du bekommst deinen Teil der Einnahmen. Dann passt ja alles.

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@Rat2010

Ja, ich muss wohl mal mit deren Steuerberater sprechen. Ich unterschreibe da auch jedes Jahr was aber bisher habe ich das so verstanden das ich damit erkläre eben keine Einnahmen zu haben...

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