Steuern - wird Liebhaberei schnell vom Finanzamt unterstellt?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Da spricht schon vieles dafür, daß es sich um eine Liebhaberei handelt. Der Bundesfinanzhof vertritt die Auffassung, dass Liebhaberei vorliegt, wenn ein Betrieb nicht nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt wird und nach seiner Wesensart auf Dauer gesehen keinen Gewinn erzielen kann. Ob das schnell geschieht, hängt davon ab, inwieweit es beim Finanzamt auffält, bzw. wie lange dies dauert. Das ist je nach Arbeitsbelastung verschieden. Ich nehme aber an, daß die steuerlich geltend gemachten Verluste auch nicht sooo bedeutend gewesen sein dürften, daß im Falle eines Falles gewaltige Steuern nachgezahlt werden müssten.

Manchmal ist das Finanzamt gerade in der Zeit unmittelbar nach einer Gewerbeanmeldung noch großzügig mit der Bewertung der Gewinnabsichten. Es ist ja auch sehr häufig so, dass am Anfang noch keine Gewinne erwirtschaftet werden, weil z.B. viel Geld ins Marketing fließt und das Unternehmen am Markt noch nicht besonders etabliert ist. Aber wenn sich über Jahre herausstellt, dass keine Gewinne erwirtschaftet werden und die Absicht dazu nicht erkennbar ist, dann muss man schon damit rechnen, dass irgendwann Fragen gestellt werden. Aber ich gehe bei Puppen mal davon aus, dass es keine ausufernd hohen Verluste sind, die da verrechnet werden.

Kann schon passieren, aber dennoch müsst ihr Betrug nicht befürchten.

Liebhaberei vs. Kleinunternehmen: Steuer-KONFLIKT bei Veräußerung?

Hallo an alle Experten,

neben meinen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit habe ich seit diesem Jahr ein Kleinunternehmen angemeldet für a) gutachterliche Tätigkeiten/Honorar und b) An-/Verkauf rund um das Thema Fossilien. Umsatz von 17.500,- € wird deutlich unterschritten. Einkünfte aus Honorar (a) und Differenz zwischen Ankauf und Verkauf von Zugängen seit Anmeldung (b) weise ich bei der Einkommensteuererklärung (Anlage G) als Gewinn (Umsatz-Betriebsausgaben) aus. Soweit klar.

Wie behandle ich Einnahmen aus Stücken, die ich aus meiner Sammlung verkaufe? Vorrangig ist (im Gegensatz zu Neuzukäufen) nicht Gewinnerzielung, sondern Verlustminimierung (viele Stücke haben über die Jahre erheblich an Wert verloren) – kann ich aber nicht belegen: Die Ausgaben liegen teils Jahrzehnte zurück, Einkaufspreise (auf Börsen) sind zwar notiert, Kaufbelege fehlen aber.

Erweise ich mir einen Bärendienst, wenn ich Veräußerung aus Liebhaberei und Vertriebsweg Kleinunternehmen vermische? Wie wirkt es sich aus, wenn ich die Sammlung in das Betriebsvermögen einbringe? Hätte ich – fatal – dann nur Einnahmen?!

Tausend Dank für jede kompetente Hilfe!

...zur Frage

Künstler und Liebhaberei

Ich hätte mal eine Frage in Bezug auf Liebhaberei, ich versuche mich sehr kurz zu fassen. Ich bin nebenberuflicher Musiker und mache seit 15 Jahren Independentmusik, bislang ohne Einnahmen aber von ersten Tag an belegbare Ausgaben (insbesondere Equitment).

Derzeit überlege ich meine Musik in Portale wie den iTunes-Store zum Kauf anzubieten. Ich gehe nicht davon aus, dass je ein Totalgewinn erzielt wird. Hierbei wären die bisweilen Aufwendungen der 15 Jahren einfach zu hoch, dass diese je wieder eingespielt werden, aber wirklich ausgeschlossen wäre das nicht. Man weiß ja nie.

Da ich die früheren Ausgaben ohnehin nicht mehr als selbständiger Freiberufler ansetzen kann, überlege ich das Projekt als Liebhaberei fortzusetzen, auch in der Hoffnung, dass der iTunes-Verkauf größere Einnahmen erwirtschaften wird, als ich im jeweiligen Veranlagungsjahr an Aufwendungen habe. Eine Gewinnerzielungsabsicht liegt nach meiner Meinung dennoch nicht vor.

Die globale Fragen die sich daraus ergeben würden, wären:

  1. ob Liebhaberei für mich als Künstler anhand dieser beschriebenen Konstellation gangbar und ohne weiteres durchsetzbar wäre?

  2. wenn ja, ob in der Tat die Einnahmen solange den Finanzamt nicht angezeigt werden müssen, solange kein Totalgewinn erzielt worden ist und keine Umsatzsteuerpflicht vorliegt?

  3. wenn ja, darf dann anteilig das Musikzimmer in der eigenen Wohnung für all die 15 Jahre als Aufwendung gerechnet werden?

...zur Frage

Was muss ich beim Verkauf von hobbymäßig hergestell Sachen (Spielzeug, Kleinstmöbel, usw.) beachten?

Hallo!

Ich stelle hobbymäßig -bisher nur für meine Kinder- Spielzeug und Kleinstmöbel aus Holz und Stoff her. Nun hat mir ein Bekannter empfohlen, die Sachen auch zu verkaufen. Er fand die nämlich so gut, dass er selber bei mir div. Spielzeug etc. geordert hat.

Abgesehen davon, dass ich den Preis geschätzt bei den Materialkosten ansetzen würde, frage ich mich wie es sich mit den rechtlichen Dingen verhält:

1.) Brauche ich eine Gewerbeanmeldung?

2.) Muss ich z.B. bei Verkauf über ebay ein Impressum und AGB verwenden?

3.) Darf ich Werbung machen?

4.) Ab wann fallen Steuern -vorrausgesetzt ich entscheide mich, dass in größerem Stil zu betreiben- an?

5.) Muss ich eine Gewährleistung geben?

6.) Wie sähe das aus, wenn ich den Preis z.B. bei Materialkosten plus 50% ansetze?

Letzte Frage :-) 7.) Wäre ein flohmarktverkauf eine Lösung bzw. ein "Schlupfloch"?

Vielen Dank vorab und Grüße, Martin

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?