Steuern - wird Liebhaberei schnell vom Finanzamt unterstellt?

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Da spricht schon vieles dafür, daß es sich um eine Liebhaberei handelt. Der Bundesfinanzhof vertritt die Auffassung, dass Liebhaberei vorliegt, wenn ein Betrieb nicht nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt wird und nach seiner Wesensart auf Dauer gesehen keinen Gewinn erzielen kann. Ob das schnell geschieht, hängt davon ab, inwieweit es beim Finanzamt auffält, bzw. wie lange dies dauert. Das ist je nach Arbeitsbelastung verschieden. Ich nehme aber an, daß die steuerlich geltend gemachten Verluste auch nicht sooo bedeutend gewesen sein dürften, daß im Falle eines Falles gewaltige Steuern nachgezahlt werden müssten.

Manchmal ist das Finanzamt gerade in der Zeit unmittelbar nach einer Gewerbeanmeldung noch großzügig mit der Bewertung der Gewinnabsichten. Es ist ja auch sehr häufig so, dass am Anfang noch keine Gewinne erwirtschaftet werden, weil z.B. viel Geld ins Marketing fließt und das Unternehmen am Markt noch nicht besonders etabliert ist. Aber wenn sich über Jahre herausstellt, dass keine Gewinne erwirtschaftet werden und die Absicht dazu nicht erkennbar ist, dann muss man schon damit rechnen, dass irgendwann Fragen gestellt werden. Aber ich gehe bei Puppen mal davon aus, dass es keine ausufernd hohen Verluste sind, die da verrechnet werden.

Kann schon passieren, aber dennoch müsst ihr Betrug nicht befürchten.

Angestellt + nebenbei Selbstständig. Ab wann Liebhaberei?

Guten Tag,

Ich war die letzten acht Jahre selbstständig als Tonmeister tätig und habe seit dem ersten Jahr der Unternehmensgründung Gewinne erzielt. Gleichzeitig habe ich in großem Umfang ein Betriebsvermögen (Tonequipment) aufgebaut und angefangen abzuschreiben. Der Großteil dieser Abschreibungen (und steuerlicher Entlastung) steht noch aus.

Allerdings habe ich im letzten Jahr zugleich eine Tätigkeit als Angestellter aufgenommen (Equipment wird hier nicht genutzt), das selbstständige Unternehmen läuft in Absprache mit dem Arbeitgeber seitdem nebenher. Im letzten Jahr habe ich beim selbstständigen Unternehmen noch hohe Gewinne gemacht. Dieses Jahr werde ich deutliche Verluste erzielen (kaum Einnahmen, weiterhin Abschreibungen als Ausgaben).

Ich möchte von den Ausgaben des Unternehmens weiterhin profitieren und damit die Steuerlast meiner Anstellung senken. Die Rechtfertigung sehe ich darin, dass ich mit dem Betriebsvermögen das ich beim selbstst. Unternehmen abschreibe, zuvor große Gewinne erzielt und versteuert habe (Die eigentlichen Ausgaben für das Betriebsvermögen kamen mir damals ja nur in kleinem Umfang zugute).

Meine Frage:

Ab wann wird mir dieses Unternehmen als Liebhaberei ausgelegt? Und wenn es nicht direkt in diesem ersten Verlustjahr passiert, könnte es später rückwirkend auf den jetzigen Zeitpunkt gelegt und Steuern rückverlangt werden? Welchen Effekt hätte die völlige Betriebsauflösung, würde ich nicht durch Übergabe des Betriebs- ins Privatvermögen Gewinne erzeugen, die die Steuerlast erhöhen?

Besten Dank und MfG,

Gregor

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