Steuerlicher Erfassungsbogen wg. Kleinunternehmer?

4 Antworten

sodass ich die Rechnungen natürlich gerne ohne Umsatzsteuer ausstellen würde.

WArum?

Du wendest Dich mit Deinen Dienstleistungen vermutlich an Unternehmer, also ist es doch günstiger für ich mit Umsatzsteuer zu arbeiten.

Davon Abgesehen, Kleinunternehmer beantragt man nicht, man ist es ggf. Wer im ersten Jahr der Tätigkeit unter 22.000,- Umsatz erwartet und später unter 22.000,- Umsatz im Vorjahr hatte, der ist Kleinunternehmer.

Man kann als Kleinunternehmer auf diese Regelung verzichten und auf Regelbesteuerung optieren.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung.

Ich wollte mithilfe der Kleinunternehmerregelung einfach mir persönlich erhöhten, bürokratischen Aufwand abnehmen, indem ich nicht noch zusätzlich Umsatzsteuervoranmeldungen oder Umsatzsteuererklärungen erledigen muss. Aber ja, Sie haben Recht. Meine Rechnungen wären nur an Unternehmer gerichtet, von der Seite aus würde es das Unternehmen nicht stören, wenn die Rechnungen Umsatzsteuer beinhalten würden.

Wie ich das aber nun generell aufgefasst habe benötige ich den steuerlichen Erfassungsbogen nicht. Meine Info war, dass man generell Umsatzsteuerpflichtig wäre und nur auf Antrag von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen darf. Daher müsste man den steuerlichen Erfassungsbogen entsprechend ausfüllen.

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@Zerius

Der Fragebogen zur Steuerlichen Erfassung dient dem Finanzamt dazu den Steuerpflichtigen richtig "einzugruppieren."

Man sollte, wenn man mit Unternehmern zu tun hat, trotz des Aufwands, den aber zum größten Teil das Buchhaltungsprogramm erledigt, immer mit Umsatzsteuer arbeiten. Zum einen ist es ein echter Liquiditätsgewinn, wenn man aus Rechnungen für Internet, Telefon, Bürobedarf und eventuell mal einem neuen Computer, oder dem Reißwolf die Vorsteuer ziehen kann und dann macht man sich nicht vor den Kunden klein.

Stell Dir Vor, Du hast einen Kunden, mit dem Du 2.000,- Umsatz pro Jahr machst, der wüsste dann gleich, das er vermutlich mindestens 10 % Deines Umsatzes ausmacht.

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@wfwbinder

Vielen Dank für Ihre Meinung :)

Ich werde dann wahrscheinlich doch mit Umsatzsteuer berechnen und bei den paar Einkäufen die ich dann doch habe mich an dem kleinen Vorteil des Abzuges der Vorsteuer freuen.

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@Zerius

Du bist dann allerdings 5 Jahre daran gebunden, wenn Du zur Regelbesteuerung optierst. Und in den ersten beiden Kalenderjahren musst Du monatlich die Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben, und zwar immer bis zum zehnten und auch nicht vor dem ersten.

Das fand ich sehr lästig. Jetzt buche ich alle paar Wochen/Monate mal, wenn ich Lust und Zeit dazu habe. Für 80 Euro Steuervorteil würde ich die Mühe nicht auf mich nehmen.

Aber natürlich hat wfw recht, schlauer ist es ansonsten schon.

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@Andri123

Was hat denn ein Unternehmer wie @Zerius schon an Buchungen? 20 Pro Monat? 30 Minuten Arbeit.50,- Euro Vorsteuer, = 100,- Euro Stundensatz.

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@wfwbinder

Ja, bei 50,-€ Vorsteuer pro Monat würde ich das vielleicht auch machen, aber nicht bei 80 pro Jahr. Die Lästigkeit für Normalsterbliche entsteht für mich nicht aus dem Buchen, sondern aus den Terminen, die zu beachten sind. Als Steuerberater bist Du täglich damit befasst, anderen geht das anders.

Und wenn man nur Vorsteuer ziehen kann aus einer halben Telefonrechnung von 50,-€, einer Packung Papier zu 5,-€ und ab und zu mal Toner für den Drucker, dann komme ich nicht auf 50 pro Monat. Dazu kommt dann alle paar Jahre ein neuer Drucker/PC, dann wird es natürlich mehr.

Dass Du eigentlich recht hast, hab ich ja schon geschrieben. Das war nur meine Sicht als Laie. Ich selbst war plötzlich befreit von der Umsatzsteuerpflicht aufgrund meines Berufes, und fand das sehr klasse von bürokratischen her.

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Nach 138 AO bist du verpflichtet, innerhalb von einem Monat nach Anmeldung des Unternehmens den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung elektronisch zu übermitteln. Zur Vermeidung unbilliger Härten wird auf Antrag auf die elektronische Übermittlung verzichtet - dann muss das Papierformular verwendet werden.

Also auf zu Elster.de...

Hallo,

Danke für deine Rückmeldung. Der Gemeinde habe ich bereits die Mitteilung übermittelt, also die Eröffnung des Gewerbes. Damit habe ich meine Pflicht getan? Oder übersehe ich hier noch etwas?

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@Zerius

Ja - den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung - wie schon geschrieben, elektronisch abgeben. Der hat auch, aber längst nicht NUR mit der Umsatzsteuer zu tun.

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Du musst sogar Rechnungen ausstellen.

Der steuerliche Erfassungsbogen tut dabei nichts zur Sache.

Um die Rechnungen geht es mir ja nicht, das mache ich natürlich, bekomme sonst ja auch kein Geld :) die Frage ist halt ob ich locker flockig die Umsatzsteuer einfach weg lassen darf mithilfe Angabe der rechtlichen Grundlage ohne jemals die Kleinunternehmerregelung beantragt zu haben.

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@Zerius

locker flockig?

Du kannst natürlich auch Rechnungen mit Umsatzsteuer schreiben, wenn dir das lieber ist.

Die musst du dann aber auch ans Finanzamt abführen.

Und mein Satz "Der steuerliche Erfassungsbogen tut dabei nichts zur Sache." sagt aus, dass du loslegen kannst, wie du das möchtest, weil er tut ja nichts zur Sache.

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@Petz1900

Ich habe so gut wie keine Einkäufe, bei denen ich die Vorsteuer ziehen dürfte, sodass ich die Rechnungen nicht mit Umsatzsteuer ausstellen möchte. Das erspart mir einfach die Arbeit, so zumindest bisher meine Auffassung.

Wenn du mir jetzt dennoch Vorteile aufzählen kannst, die mich von Rechnungen mit Umsatzsteuer überzeugen dann kann ich mir das ja nochmal überlegen.

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