Steuerliche betrachtung vom Anteil des selbstgenutzten Strom einer Photovoltaik Anlage

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2 Antworten

Die Anlage wurde nach März 2012 in Betrieb genommen, daher keine besondere Vergütung mehr für den selbstverbrauchten Strom.

Es geht nur noch um die normale Entnahme. Die wird bewertet mit dem Preis des örtlichen Versorgers. Im Detail siehe unten.

Dafür gibt es diese Regel:

Für Neuanlagen gibt es ab April 2012 keine Vergütung mehr für den selbst verbrauchten Solarstrom. Wie hoch ist dann die Umsatzsteuer des selbst verbrauchten Stroms? Im Entwurf eines bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe der Energiedepesche noch nicht veröffentlichten Schreibens des Bundesfinanzministeriums wird als Bemessungsgrundlage der Strombezugspreis einschließlich Grundpreis des Versorgers genannt. Wer Strom für beispielsweise 20 Cent plus 2,4 Cent Grundpreis (sechs Euro pro Monat bei 3.000 Kilowattstunden Strombezug) bezieht, muss für den eigenverbrauchten Strom 22,4 * 19 % = 4,26 Cent Umsatzsteuer an das Finanzamt zahlen. Ertragssteuerlich (als Einnahme) sind dagegen nach Auskunft der bayerischen Finanzverwaltung die Selbstkosten (die in einem Jahr angefallene Abschreibung und die Betriebskosten geteilt durch die erzeugten Kilowattstunden, bei Neuanlagen etwa um 12 bis 15 Cent). Vereinfachend lässt die Steuerverwaltung hier einen Pauschalbetrag von 20 Cent pro Kilowattstunde zu.

Bund der Energieverbraucher

horst07 05.10.2014, 12:23

Vielen Dank für die Antwort, da ich in Baden-Württemberg die Steuererklärung abgeben soll (und nicht die Kleinunternehmerregelung nach § 19 US gewählt hatte) werde ich wohl den Pauschalbetrag von 20 Cent pro Kilowattstunde(Netto oder ? ) ansetzen. Dabei tut sich für mich eine neue Frage auf. Reicht es wenn man z.B. ein Anteil von 20% der Grösse der Anlage (in meinem Falle 5.32kWp, also 1064kWh) als Menge des Selbstgenutzen Stromes= Leistungsentnahme angebe? Für mich kann ich wohl die kWh/J berechnen, aus der Differenz zwischen der Erzeugten und der Eingespeisten kWh/J , aber dem Finanzamt wird es ohne einem Nachweis vermutlich nicht reichen.

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wfwbinder 05.10.2014, 13:22
@horst07

Die Differenz zwischen produziert und eingespeist ist doch ein schöner Nachweis.

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Über diese Frage sind sich noch nicht mal die Finanzämter einig, hier gibt es große Unterschiede, wie dies durch die Finanzämter gehandelt wird.

In Bayern würde ich pro selbstverbrauchten kWh 0,1638 € zuzüglich USt ansetzten, bei den von mir gefertigtten Steuererklärungen wurde dies bisher einwandfrei anerkannt.

Ich gehe davon aus, dass die Vorsteuer aus der Anlage zu 100% rückerstattet wurde, ansonsten wirds sehr kompliziert.

Und falls die Anlage unter die Kleinunternehmerregelung nach § 19 USt fällt, sind als Ansatz für die Leistungsentnahme nur die 0,1638 € anzusetzten.

EnnoBecker 05.10.2014, 07:22
Unterschiede, wie dies durch die Finanzämter gehandelt wird.

Ich weiß ja, dass die Uhren in Bayern anders ticken. Aber in Deutschland handeln die Finanzämter meistens dem Gesetz nach. Wenn sie es nicht tun, ist ihr Handeln rechtswidrig.

Aber Bayern ist eben nicht Deutschland.

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horst07 05.10.2014, 12:28
@EnnoBecker

Also im Umkehrschluss ist es wohl richtig wie es in Bayern gehandhabt wird weil ich vermute die handeln nicht rechtswidrig.

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EnnoBecker 07.10.2014, 16:20
@horst07

Ich habe früher auch vermutet, dass man von der Erdscheibe fällt, wenn man versucht Berlin zu verlassen.

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