Steuerliche Behandlung von Vermögensverwaltungsgebühren

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Das eine und das andere haben nichts miteinander zu tun. Keine Ahnung, ob jemand deinen Gedankengang ging (beide Themen sind getrennt durch; dass sie zusammen fallen dürfte sehr neu sein, nur sind ja beide Themen durch), nur kann der BFH doch wirklich nichts für absurde Geschäftsmodelle. Oder siehst du einen Sinn darin, dass dir die Bank steuerpflichtig etwas gibt und du vom netto etwas zahlst, obwohl sie zumindest zuerst aufrechnen könnte.

Wenn man den Kundern erklärt, dass man statt einer Beratungsgebühr die Kickbacks und bei kleinen Kunden einen Teil des Agios als Einrichtungsgebühr nimmt, versteht das jeder Kunde und es ist steueroptimiert.

Wichtig zu wissen ist: die wesentlichen Gründe für die Beratungsgebühr sind

  • der immer wieder diskutierte aber vielleicht noch ein oder zwei Jahrzehnte oder weil unsinnig nie kommende Wegfall der Kickbacks und

  • dass manche Berater mit den Kickbacks nicht auskommen. Statt effizienzsteigernder Maßnahmen (ich meine Spezialisierung und bei Kleinstkunden Standardisierung) verlangt man mehr vom Kunden.

Es ist dein höchst persönliches Problem, bei einem Berater zu sein, der nicht nur den Weg geht sondern (es ist eine Bank) vermutlich auch sehr, sehr wenig für das Geld leistet.

Dazu kann man die Beratungsgebühr nicht "im Grunde" nicht geltend machen. Werbungskosten aus Kapitalvermögen wurden abgeschafft.

Das eine hat mit dem anderen sehr wohl was zu tun: Um Unabhängigkeit in den Beratungsentscheidungen zu dokumentieren gibt die Bank Bestandsprovision weiter. Das macht sie nur bei Beratungskunden.

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@Privatier59

Das dokumentiert sie aber steueroptimaler, wenn Sie dir zu jedem Fonds die Höhe der Kickbacks mitteilt, die sie bekommt.

Diese Pflichtangabe nur Beratungskunden zukommen zu lassen und an die Zahlung einer Beratungsvergütung zu knüpfen, finde ich nicht gerade die feine, englische Art (Urteil vom 19. Dezember 2006, Az.: XI ZR 56/05).

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@Rat2010

Ich gebe zu Bedenken: alle großen bankunabhängigen Vermögensverwalter haben 2008 wegen der Abgeltungssteuer Dachfonds aufgelegt, um die Altregelung für vor dem 1.1.2009 angelegtes Geld zu nützen und den Wegfall der Werbungskosten auf Kapitalanlagen zu begegnen. Vor allem natürlich, um nicht eine Menge Geld ihrer Anleger - vor allem an das Finanzamt - zu verlieren und mit der Nach-Steuer-Performance Probleme zu bekommen.

Nun gehen - bei unveränderter gesetzlicher Regleung - Banken und nicht nur die den Weg zu immer noch steuerlich benachteiligten Verwaltungs- und Beratungsmodellen.

Es kann sein, dass viele Bundesbürger inzwischen aufgrund der Hoeneß- und anderer Affären gerne etwas mehr Einkünfte versteuern und Ausgaben dagegen nicht geltend machen. Ob man zu denen gehört oder wie du das System kritisch sehen sollte, bleibt jedem selbst überlassen.

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@Rat2010

Ich will ja nicht nörgeln. Aber mich beschleicht der Eindruck, dass Du hier etwas ablenkst. Die Frage nach dem BFH-Urteil kam ja nicht ohne Grund. Irgendwo und irgendwann hatte ich mal gelesen, dass genau das hier gegenständliche Thema von irgendeinem Finanzgericht behandelt und entschieden wurde. Nur wo und wann, dass weiß ich nicht mehr. Na ja, ich gehe selber mal auf die Suche.

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@Privatier59

Auch wenn es sich dir nicht auf den ersten Blick erschließt, gibt es eine Stringenz in der höchstrichterlichen Rechtsprechung.

Nämlich: dass Kickbacks offengelegt werden müssen passt dazu, dass sie - sofern ausgezahlt - versteuert werden müssen.

Zum anderen: weil mit dem Abgeltungssteuersatz begünstigt können Werbungskosten nicht abgesetzt werden (das ist wieder nicht Richterrecht sondern Gesetz).

Wo bleibt dann Platz für Ungleichbehandlung des Kunden, der Kickbacks bekommt aber Verwaltungsgebühr bezahlt gegenüber dem, der beides nicht macht? Unser Recht ist voll von derartigen Regelungen. Warum wird ein 2023 gebautes Haus 40, eines das 2024 gebaut wurde 50 Jahre abgeschrieben? Regelungen wie § 10 e oder 7 Abs.5 EStG werden abgeschafft und viele fragen heute, zig Jahre später noch nach Förderungen. Werden die einen zu den anderen ungleich behandelt oder sind sie selbst Schuld, wenn sie dennoch ein (neues) Haus kaufen? Oder siehst du auch eine Ungleichbehandlung der Leute, die nach dem 1.1.2005 eine Lebensversicherung abgeschlossen haben?

Das eine - die Versteuerung der Kickbacks - hat mir dem anderen - Abschaffung der Werbungskosten - m. E. nichts zu tun. Im Gegenteil werden durch beide Maßnahmen aus der Sicht des States hehre Ziele erreich. Sie belasten Menschen, die viel Geld anlegen ohne Menschen zu benachteiligen, die weniger Geld anlegen.

Trotzdem viel Spaß bei der Urteilssuche. Dass das - so es da hin kommt - höchstrichterlich anders gesehen wird, halte ich zwar für unwahrscheinlich aber unmöglich ist vor Gericht nichts.

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@Rat2010

Trotzdem viel Spaß bei der Urteilssuche

Du ahnst garnicht, was für eine Wonne Urteilssuche in Zeiten des Internets ist. Als ich studiert habe, habe ich mir eine Staublunge geholt und einen Wolf gesessen bis ich mal was gefunden habe. Heute kitzele ich den Gockel und schon legt er mir goldene Eier. Es wird ein Vergnügen, das garantiere ich Dir.

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