Steuerliche Behandlung von Verlusten aus Wertpapierverkäufen

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Gewinne aus Aktiengeschäften kannst Du mit anderen Wertpapierverlusten verrechnen. Verluste aus Aktiengeschäften können jedoch nur mit Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden.

Im Zweifelsfall wird der Aktien-Verlusttopf ad infinitum vorgetragen bzw. per Feststellungsbescheid vom Finanzamt für die spätere Verrechnung bescheinigt. Du kannst nach aktueller Rechtslage die Verrechnung jedoch nur mit anderen Aktiengewinnen durchführen.

§20 Abs 6 EStG:

Verluste aus Kapitalvermögen im Sinne des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 1 Satz 1, die aus der Veräußerung von Aktien entstehen, dürfen nur mit Gewinnen aus Kapitalvermögen im Sinne des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 1 Satz 1, die aus der Veräußerung von Aktien entstehen, ausgeglichen werden; die Sätze 3 und 4 gelten sinngemäß.

Aktien-Verlusttopf ad infinitum vorgetragen

Dieser Verlusttopf kann aber nicht vererbt werden. Oder ist Dir Gegenteiliges bekannt?

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@LittleArrow

Nope. Vererben kann man das nicht mehr. Früher gab es noch eine Option, Verlustvorträge zu erben.

Es gibt aber bei Heirat die Möglichkeit, die vorher noch separaten Verlusttöpfe dann gemeinsam zu nutzen.

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Der Aktienverlusttopf kann jedes Jahr für das Folgejahr steuerlich geltend gemacht werden, wenn man bei seiner Bank bis spätestens 15. Dezember eine

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@manfredseif

Mein Kommentar ist unvollständig: Ich habe mich mittlerweile schlau gemacht:. Der Aktienverlusttopf kann jedes Jahr für das Folgejahr steuerlich geltend gemacht werden, wenn man bei seiner Bank bis spätestens 15. Dezember eine Bescheinigung nach § 43a Absatz 3 Satz 4 EStG beantragt und seiner Steuererklägung im Folgejahr beifügt. Ein Vortrag ad infinitum ist also sicher nicht zwingend.

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@manfredseif

Natürlich... aber das ist dann ein Verlustvortrag, der bescheinigt wird. Du kannst diesen nur mit Aktiengewinnen verrechnen. Also wirst Du ihn ad infinitum vortragen. Wo ist der Widerspruch?

Genauer: die Tatsache, daß die Bank das nicht im Verlusttopf führt, sondern bescheinigt, die Verlusttöpfe auf Null setzt, und das Finanzamt dann einen Verlustvortrag bescheinigt, ändert nichts daran, daß dieser spezielle Verlustvortrag immer noch nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden kann.

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@manfredseif

@manfredseif: Du wolltest doch eine Antwort auf Deine Situation und weiteren Planungen, die Du so beschrieben hattest:

Anschaffungen neuer Aktien sind nicht vorgesehen.

Also bleibt es beim ad finitum für Dich.

Das Abrufen einer Aktienverlustbescheinigung ist nur für den Fall der Verrechnung mit Aktiengewinnen aus einem Depot bei einer anderen Bank sinnvoll.

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den Verlustvortrag wirst du so gesehen mit die mitschleppen bis ans Ende deiner Tage - oder bis du Aktiengewinne haben wirst, die den Verlustvortrag aufheben.

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