Steuerklassenwechsel nach Heirat im November noch sinnvoll für 2016?

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4 Antworten

Hallo,

ändert ihr die Steuerklassen noch rechtzeitig in diesem Monat so ( bis 30.11.besser etwas früher ), dass der Besserverdienende nach Steuerklasse III und der Geringerverdienende nach Steuerklasse V besteuert werden soll, könnte sich der steuerliche Vorteil sich bereits im Dezember auswirken. Kommt eben darauf an wie schnell die Daten an den AG übermittelt werden.

Ansonsten erhaltet ihr als Ehepaar vorerst automatisch die Steuerklassen IV / IV  und eine Änderung erfolgt später wenn gewünscht erst auf Antrag.

Wie auch immer ihr euch jetzt entscheidet, die Einkommensteuererklärung im nächsten Jahr, rückt alles wieder ins richtige Verhältnis betr. Ehegattensplitting. 

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Ihr könnt den Steuerklassenwechsel beantragen wann immer Ihr wollt. Bei dem genannten Einkommen werdet Ihr nicht unbedingt auf die paar hundert Euro geringere Steuerbelastung für den einen Monat angewiesen sein. Die gemeinsame  Steuererklärung könnt ihr unabhängig vom Steuerklassenwechsel abgeben.

Überdenken solltet Ihr aber die Zielverteilung III/V, weil dann folgendes passiert:

Ihr zahlt 2017 zu wenig Steuern, was im Jahr 2018 zu einer gesalzenen Nachzahlung und zur Festlegung von Vorauszahlungen führt. Dabei geht es um mittlere vierstellige Beträge.

Wählt Ihr aber die IV/IV-Verteilung mit Faktor, zahlt Ihr von vornherein passende Steuern und es sind weder Nach- noch Rückzahlungen aus Euren ungleichen Gehältern zu erwarten.

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Kommentar von Gaenseliesel
08.11.2016, 19:35

stimmt.....eine nicht ganz von der Hand zu weisende Überlegung, die Faktor-Wahl bei IV / IV !  Man sollte sich dazu entscheiden, will man keine unangenehmen Überraschungen im nächsten Jahr erleben. Oder man richtet sich auf eine Nachzahlung ein und spart sie im laufe des Jahres an. 

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Durch die Eheschließung bekommt ihr für das ganze Jahr 2016 bei der Steuerberechnung die Splittingtabelle angewandt. Theoretisch könnt ihr noch die Änderung der Steuerklasse für den Dez. 2016 beantragen und bekommt dadurch etwas weniger Steuerabzüge in diesem Monat, aber ihr kommt sowieso nicht umhin im neuen Jahr eine EkSt- Erklärung abzugeben um die Steuerrückerstattungzu bekommen.

Wenn einem von Euch mit dem Dezembergehalt Boni oder ein 13.Gehalt ausgezahlt wird, dann sollte man die Steuerklassenänderung umgehend beantragen.

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Wow, Danke für die schnelle und hilfreichen Antworten.

Das hat uns doch schon einiges an Klarheit gebracht. Bezüglich der Steuerklassenwahl 3/5 oder 4/4 mit Faktor stellen wir nun natürlich noch einmal Überlegungen an. Das Prinzip haben wir soweit verstanden.... bei 3/5 werden wir ca. 2.000€ zu wenig vorauszahlen (lt. dem Rechner www.bmf-steuerrechner.de).   Dann würden wir also mit der ESt Erklärung 2018 diesen Betrag ca. nachzahlen müssen..... Stellen wir auf 4/4 mit Faktor ab Januar 2017, erwartet uns keine Nachzahlung in Höhe von ca. 2.000€ in 2018.

Wozu gibt es dann aber die 3/5 überhaupt? Wo kann diese Vorteile gegenüber 4/4 Faktor haben - oder ist es nur der emotionale Mehrwert unterjährig mehr in der Kasse zu haben?!

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Kommentar von Gaenseliesel
08.11.2016, 20:51

mein Mann und ich z.B. hatten durch die 3 / 5 monatlich schon mehr Geld zur Verfügung ! Wir hatten diese Kombination bewusst gewählt, weil mein Mann berufsbedingt für reichlich Werbungskosten über das Jahr sorgte und wir dennoch durch die Steuerveranlagung kleinere Beträge erstattet bekamen.

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Kommentar von Mikkey
08.11.2016, 22:00

Die Variante IV/IV mit Faktor ist eine ganz neue Errungenschaft, die Steuerklassen gibt es in der jetzigen Form ansonsten seit über 50 Jahren.

Wegen der unverzüglich festgesetzten Vorauszahlungen gibt es die besser gefüllte Kasse auch nur für ein Jahr.

Im Beispiel von Gänseliesel siehst Du die Möglichkeit der "guten" Anwendung der Steuerklassenkombination III/V. Solange genug Werbungskosten vorhanden sind, um die zu wenig gezahlten Steuern auszugleichen, ist alles im Lot.

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