Steuerklasse zur jeweiligen Arbeit?

3 Antworten

Als Lediger mit zwei Arbeitsstellen wären es die Steuerklassen I und VI, ja.

Aber was verstehen Sie denn unter "quasi selbständiger Mitarbeiter"?

ENTWEDER Sie sind dort als Selbständiger beschäftigt - dann gibt es dafür keine Steuerklasse. Sie müssen den Gewinn aus der Tätigkeit per Einnahme-Überschuss-Rechnung ermitteln und versteuern, Lohnsteuer wird dafür nicht abgeführt, mit der Steuererklärung wird diese nachzuzahlen sein. Die Tätigkeit ist ausserdem mittels elektronisch zu übertragendem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung dem Finanzamt anzumelden - darin ist auch der voraussichtliche Gewinn anzugeben, worauf das Finanzamt Einkommensteuer-Vorauszahlungen festsetzen wird (Die werden dann auf die Einkommensteuerschuld angerechnet). Die Frist zur Einreichung des Fragebogens beläuft sich auf drei Monate ab Aufnahme der Tätigkeit.

ODER Sie sind dort angestellt, erhalten Lohnabrechnungen mit Steuerklasse VI.

Irgendwas "quasi" dazwischen gibt es nicht.

Bei einem echten Minijob spielt die Steuerklasse keine Rolle, da der Arbeitgeber diesen pauschal versteuert, ein solcher bleibt für Sie steuerfrei, er wird in der Steuererklärung gar nicht erwähnt. Aber Vorsicht: der Arbeitgeber trifft die Entscheidung, wie er den Minijob abrechnet - das sollte also vereinbart werden, denn er könnte (!) dies auch "über Lohnsteuerkarte" tun, dann auch mit Steuerklasse VI und dann würde auch dieser Job in die Einkommensteuererklärung gehören.

Ich bin da als Arzt eingestellt und bekomme 70 € pro Stunde aber weiß bis jetzt wie ich das Geld bekomme und laut Vertrag mit dem Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und soziales ist die Arbeit kein Sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, deswegen weiß ich nicht ob ich dann eine Steuererklärung machen muss wenn ich das Geld bekomme..

vielen Dank.

0

Ich nehme für die Antwort mal Deinen Kommentar zur Antwort von @Eifelia dazu.

Diese 70 Euro pro Stunde:

laut Vertrag mit dem Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und soziales ist die Arbeit kein Sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis,

Wenn es kein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis ist, ist es eine Honorartätigkeit.

Für die Versteuerung bist Du allein verantwortlich.

Du füllst nach Ablauf des Jahres die Anlage EÜR aus, um den Gewinn zu ermitteln. Der geht dann über die Anlage "S" in die Einkommensteuererklärung ein.

Die Angaben aus der Lohnsteuerbescheinigung kommen in die Anlage "N" und die Einnahmen aus dem Minijob hat der Arbeitgeber schon pauschal versteuert, die kommen nicht in die Einkommensteuererklärung.

Für die Vollanstellung Steuerklasse 1, beim Minijob dem Arbeitgeber sagen, dass er pauschal versteuern soll.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Vielen Dank

0

Und noch ergänzend (obwohl danach noch gar nicht gefragt war):

Als Arzt sind die Einnahmen umsatzsteuerbefreit, meine ich? Im Gegensatz zum Apotheker, der neulich gefragt hatte.

1
@Andri123

Und interessant auch die Unterschiede zwischen den Bundesländern.

In Bundesland A bekommt die Apothekerin 100,-€ pro Stunde (und der Arzt bis 175,-€), und hier in Bundesland B bekommt der Arzt "nur" 70,-€ pro Stunde. Also deutlich weniger als die Apothekerin im anderen Bundesland. Aber zumindest mehr als die PTA.

0
@Andri123
Als Arzt sind die Einnahmen umsatzsteuerbefreit, meine ich?

Du meinst richtig. § 4 Nr. 14a UStG

1
@Andri123

Und wenn man dann noch bedenkt, dass man bei einer Impfung nicht so viel verkehrt machen kann, wie bei einer Operation am offenen Herzen, lohnen sich schon fast die Kosten für eine gefakte Approbationsurkunde.

0
@wfwbinder

"Kann man nicht so viel verkehrt machen":

Da bist Du ja optimistisch.

Ich weiss nun auch gar nicht mehr, was ich zur Haftung der Ärzte gelesen habe. Irgendwie haftet jeweils das Land, aber die Ärzte sollen auch eine Berufshaftpflichtversicherung haben.

Das bei einem "mit der heissen Nadel" erforschten Impfstoff.

0
@Andri123

Der, der das Zeug spritzt, ist ja nicht für Inhalt verantwortlich.

0
@wfwbinder

Ja, keine Ahnung. Das Land würde dann auch nicht haften, der Arzt nur bei unzureichender Anamneseerhebung ("Sie haben extreme Allergien? Egal, Sie bekommen biontech"). Der Hersteller oder die staatliche Stelle, die es zugelassen hat?

Das wird man in den nächsten Jahrzehnten bei den eventuellen Prozessen dann sehen. Vielleicht klappt es ja auch alles. Ich bin bestimmt kein Impfgegner.

1

Die Impfzentren zahlen eigentlich Honorare, Du bist also selbständig und hast dafür keine Steuerklasse.

Die Versteuerung erfolgt über die Einkommensteuererklärung im Folgejahr (Anlage G oder S und Anlage EÜR).

Und Du solltest vermutlich jetzt schon beim Finanzamt die Tätigkeit anmelden über den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung", vielleicht reicht es aber auch, einfach die Steuererklärung nächstes Jahr abzugeben, dazu liest man Unterschiedliches.

Als Arzt ist es dann die Anlage S (und nicht die Anlage G), die abzugeben ist bis 31.7.2022, mit dem Rest der Steuererklärung.

1

Was möchtest Du wissen?