Steuerklasse nach Heirat bei Privatinsolvenz?

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1 Antwort

Zu diesem Thema las ich folgenden Bericht:

Entscheidet sich eine Privatperson wegen seiner erdrückenden Schulden für eine Privatinsolvenz, hängt das während des laufenden Insolvenzverfahrens der Pfändung unterliegende Netto-Einkommen von der Steuerklasse ab. Verheirateten steht bei der Steuerklassenwahl ein echtes Privileg zu.

Denn die Richter des Landgerichts Dortmund entschieden, dass der Wechsel während eines Insolvenzverfahrens durch den Schuldner in eine ungünstigere Steuerklasse durchaus erlaubt ist. Hat also ein verheirateter Steuerzahler, der sich für eine Privatinsolvenz entscheidet, die Steuerklasse III oder IV, kann er zur ungünstigen Steuerklasse V wechseln.

Sein pfändbares Netto-Einkommen wird dadurch meist erheblich niedriger ausfallen. Doch das ist erlaubt, wenn ein sachlicher Grund für den Wechsel der Steuerklasse spricht. Ein sachlicher Grund ist schon darin zu sehen, wenn die Ehegatten durch den Wechsel der Steuerklasse eine höhere monatliche Liquidität nachweisen können (Landgericht Dortmund, Beschluss v. 23. März 2010, Az. 9 T 106/10).

Tipp: Sollte der Steuerklassenwechsel von welcher Stelle auch immer während des Insolvenzverfahrens als missbräuchlich eingestuft und nicht anerkennt werden, sollte dezent auf das Urteil des Landgerichts Dortmund hingewiesen werden. Zur Argumentation bietet es sich hier an, das Netto-Einkommen der Ehegatten vor und nach dem Steuerklassenwechsel gegenüberzustellen, so dass klar wird, dass die finanzielle Liquidität gestiegen ist."



EnnoWarMal 15.02.2016, 13:05

Cool. Ganz entgegen meinem Bauchgefühl, aber es gefällt mir.

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Primus 15.02.2016, 13:08
@EnnoWarMal

Ich war auch überrascht, dass es so einfach machbar ist. Also doch  nicht immer nur draufhauen ;-)

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