Steuererklärung getrennt veranlagt im Trennungsjahr?

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2 Antworten

Im Trennungsjahr hast du das Recht auf Einzelveranlagung, wenn deine Einkünfte so hoch sind, dass du Steuern zahlst.

Unterhalt könnte dein Ex eh nicht absetzen, da noch die Möglichkeit der Zusammenveranlagung besteht.

Erst ab 2017 wäre das dann möglich.

Es ist aber wohl so, dass ich der gemeinsamen Veranlagung zustimmen muss, sobald ich von seiner günstigen Steuerklasse profitiert habe. Es ist jetzt die Frage, ob das durch die 400 € Einmalzahlung der Fall war.

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@Trinka

Es ist aber wohl so, dass du der gemeinsamen Veranlagung nicht zustimmen musst.
Aber nun gut, du kannst mir glauben oder nicht, das musst du entscheiden. Dann kann ich dir auch nicht weiterhelfen.

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@Petz1900

Es ist aber wohl so, dass du der gemeinsamen Veranlagung nicht zustimmen musst.

Letztlich ist es doch so. Das ist längst durchgeklagt.

Hier wird dem Höherverdienenden ein Schaden zugefügt durch die Einzelveranlagung. Der Wenigerverdienende macht sich schadensersatzpflichtig.

Ich meine, es war das FG Berlin-Brandenburg vor rund 10 Jahren, welches zuerst so entschieden hatte.

Es ist auch nachvollziehbar.

Das FG hatte allerdings die Zusammenveranlagung angeordnet. Das ist weniger verständlich. M.E. hätte es genügt, wenn der Schaden ersetzt worden wäre. Aber nun gut, es war ja kein Zivilgericht.

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Das Recht auf Einzelveranlagung besteht immer, allerdings besteht unter Umständen ein zivilrechtlicher Anspruch, bei dem man dem anderen zum Ausgleich des dadurch entstanden Nachteils verpflichtet ist. 

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@Petz1900

Doch. Wenn durch die Zusammenveranlagung die Steuerlast gemindert werden kann, kann dadurch ein zivilrechtlicher Schadenersatzanspruxh begründet werden, vgl. BGH-Rechtsprechung. 

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Du darfst dann nicht Einzelveranlagung wählen, sofern "dafür keine wirtschaftlich verständlichen und vernünftigen Gründe vorliegen, sondern der Antrag willkürlich erscheint."

Hier mehr dazu:

https://www.smartsteuer.de/portal/lexikon/S/Scheidung.html#D063068400006


Durch die Einzelveranlagung hätte ich enorme Vorteile. Bei der Zusammenveranlagung müsste ich zahlen, obwohl ich durch Steuerklasse 5 schon finanziell benachteiligt war. Bei einer Einzelveranlagung bekäme ich einiges zurück und mein Exmann müsste zahlen. Ich bin nur nicht sicher, ob mir das zusteht oder ob mein Ex zivilrechtlich klagen kann. Ganz vieles auf den Steuerseiten im Netz versteh ich einfach nicht 😕.

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@Trinka

Habe zu dem Thema auch noch das hier gefunden: http://www.wernitznig.de/ehe-und-familienrecht/steuerliche-aspekte/

Und da unter
"4. Probleme der Zusammenveranlagung im Trennungsjahr"
-> Das ist doch genau das Thema bei euch, oder? Schön deutlich erklärt.
Vor allem der Satz: "Hier muss die Ehefrau Zustimmung zur Zusammenveranlagung nur erteilen, wenn der Ehemann sich verpflichtet, die Ehefrau so zu stellen, wie sie bei getrennter Veranlagung stehen würde (Nachteilsausgleich). Es lohnt sich für Ehemann immer dann, wenn seine Vorteile bei Zusammenveranlagung höher sind also die Nachteile der Ehefrau."

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@Trinka

Meine Meinung: Da Dein Mann Dich offenbar finanziell nicht unterstützt, um den steuerlichen Nachteil auszugleichen, kannst Du die Einzelveranlagung beantragen. Unfair wäre die Einzelveranlagung, wenn er Dich daneben noch finanziell unterstützt. Dann würde ich Chancen auf einen zivilrechtlichen Schadensersatz sehen.

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