Steuererklärung abgegeben nachträglich Zinsbescheinigungen gefunden, zu spät?

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2.000 Euro Zinsabschlagsteuer entspricht einem Zinsertrag von 8.000 Euro. Wahrscheinlich noch mehr, wenn man den Sparerfreibetrag mit einbezieht.
 
Bei dieser Summe kann man sich denken, dass ein entsprechendes Kapital vorhanden ist - und auch ein entsprechendes Einkommen, dessen Grenzsteuersatz deutlich über 25% liegt.
 
Wenn dies der Fall ist, entfaltet die ZASt seine Abgeltungswirkung und es ist nichts zu veranlassen.
 
Wenn die Dinge anders liegen (z.B. kein Freistellungsauftrag erteilt), dann sind die Zinsen nachzuerklären und die ZASt auch. Hinsichtlich der Zinsen sind wir im Veranlagungsverfahren. Ein Einspruch ist nicht notwendig, da die Bemessungsgrundlage für die ESt sich erhöht.
 
Für die Anrechnung der ZASt ist ein Einspruch auch entbehrlich, da wir uns im Abrechnungsverfahren befinden. Im Abrechnungsverfahren greift die Rechtsbehelfsfrist nicht. Ein Einspruch ist auch nicht möglich, da die Abrechnung kein Verwaltungsakt ist.
 
So oder so - die Nachreichung der Zinseinkünfte kann nicht nachteilig wirken, da schlimmstenfalls die Abgeltungswirkung greift und bestenfalls einige ZASt angerechnet wird.

Widerspruch einlegen und neue Erklärung mit dem gefundenen Beleg einreichen. Im Anschreiben darauf hinweisen, das man den Beleg noch gefunden hat.

Die Begründung für einen Einspruch trägt man üblicherweise formlos vor. Die Erklärung wurde ja bereits abgegeben.
 
Wo genau liegt denn hier die Beschwer des Steuerpflichtigen?

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