Steuerbescheid für Jahr 2011 widerrufen

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2 Antworten

Zunächst einmal gelten die Freibeträge immer nur pro Kalenderjahr (jeweils vom 01.01. bis 31.12.). Eine Verrechnung oder Übertragung aus unterschiedlichen Jahren ist nicht möglich.

Abgesehen davon wird ein Steuerbescheid vier Wochen nach Erlass rechtswirksam. Er lässt sich dann nicht mehr anfechten. Selbst wenn du dann bemerkst, irgendetwas vergessen zu haben, was möglicherweise deine Steuer reduziert, so könntest du den Bescheid dann nicht mehr anfechten und könntest den Betrag auch nicht in das Folgejahr übertragen. Deswegen muss man sich so etwas immer vor Abgabe ganz genau überlegen.

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gammoncrack 07.12.2012, 12:33

Dann habe ich hierzu einmal eine Frage:

Ein Freund hatte mir - da mir hier die Kenntnisse fehlen - 2010 meine Einkommenssteuerklärung fertig gemacht. Leider ist ihm dort der Fehler unterlaufen, eine Kirchenzugehörigkeit einzutragen, die aber nicht vorhanden war. Als dann der Steuerbescheid kam, habe ich nicht erkannt, dass hier ein Fehler vorhanden war. Das fiel erst dieses Jahr auf, als die neue Einkommenssteuererklärung gemacht wurde - gleicher Fehler, aber dieses Mal von mir bemerkt. Ich habe das dann dem Finanzamt mitgeteilt, wobei mein Freund sagte, ich solle mir keine großen Hoffnungen machen, dass das korrigiert wird.

Und was habe ich bekommen? Eine korrigierte Mitteilung für 2010 mit einer entsprechenden Erstattung:

Und meine Frage ist nun, ob es sich hier um eine Kulanzentscheidung des FA gehandelt hat. Fände ich natürlich toll, wenn so etwas gemacht wurde.

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FREDL2 07.12.2012, 18:49
@gammoncrack

Tja, meine Lieben. Erst böse Witze machen und dann braucht ihr uns doch wieder. Solltet ihr mal drüber nachdenken.

Die AO sieht mehrere Möglichkeiten der nachträglichen Korrektur und Änderung von Steuerbescheiden vor. Es gibt mehr im Leben als den allgemein bekannten Einspruch.

Ein einmal ergangener Einkommensteuerbescheid kann nach den Regelungen in der AO innerhalb der so genannten Festsetzungsfrist und Festsetzungsverjährung noch geändert werden. Die Begriffe dürfen selber ergurgelt werden.

Hier haben wir es höchstwahrscheinlich mit einer offenbaren Unrichtigkeit nach § 129 AO zu tun.Eine offenbare Unrichtigkeit liegt vor, wenn das Finanzamt einen offensichtlichen Fehler in den Steuerbescheid übernimmt.

Falls es wider Erwarten was anderes aus der AO ist, wird EnnoBecker mir schon zuverlässig das Fell über die Ohren ziehen.

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gammoncrack 07.12.2012, 20:00
@FREDL2

Habe ich doch gleich mal nachgesehen:

§ 129 AO.

Du bist richtig gut :-)

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Gibt es die Möglichkeit den Steuerbescheid von 2011 nichtig zu erklären und Anfang 2013 die Steuererklärung für zwei Jahre also (2011 und 2012) abzugeben, sodass nicht nur der Freibetrag von 8004 Euro im Jahr 2012 sondern auch der Freibetrag von 2011 in voller Summe angerechnet werden soll?

Nein.

Das Einkommensteuer wird jährlich festgesetzt (§ 25 Abs. 1 EStG). Die Steuerzahler kann sich dem Intervall nicht aussuchen.

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EnnoBecker 07.12.2012, 04:44

Auf Ideen kommen die Leute......

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