Ich möchte den Steuerberater wechseln - wann ist der richtige Zeitpunkt?

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4 Antworten

Sollen wir zum Jahresende 2015 einen Wechsel vollziehen, wenn die Buchhaltung des aktuellen Jahres durch ist? Offen wären dann noch die Steuererklärungen 2014 und der Jahresabschluss 2014.

Das hätte zumindest den Vorteil, dass der neue StB nicht "betriebsblind" auf die Buchführung schaut, aus der er einen Jahresabschluss bauen soll, und somit etwaige Fehler des alten StB erkennt und vieles kritisch hinterfragt. Andererseits hat es den Nachteil, dass genau dieses kritische Hinterfragen und der Umstand, dass der neue StB sich erst in das Unternehmen und eure steuerlichen Verhältnisse hineindenken muss, mehr Zeit kosten wird als der alte StB aufwenden müsste. Dieses Mehr an Zeit will bezahlt sein.

- oder können wir bereits jetzt, also unterjährig wechseln? -

Sicher. Das wäre aber nur dann zu empfehlen, wenn der Wechsel reibungslos und schnell über die Bühne geht. Blöd wäre, wenn es zu Verzögerungen kommt und deshalb die nächste Voranmeldung zu spät abgegeben wird oder die Auszubeutenden länger als sonst auf ihre Lohnabrechnung warten müssen.

Das Hauptargument gegen einen Wechsel für uns ist die Erfahrung des alten StB mit unserem Geschäft. Da wir noch nie eine Prüfung hatten, haben wir hier die Befürchtung, dass im Prüfungsfall der alte StB besser mit den Finanzbeamten umgehen könnte, als ein neuer StB, der unser Unternehmen (mit seinen Buchhaltungsmängeln, v. a. in den Anfangsjahren) noch nicht kennt. Ist diese Befürchtung berechtigt bzw. dermaßen gewichtig?

Gut erkannt. Der alte StB wird "aus dem Handgelenk" vieles erklären können, wozu der neue StB erst recherchieren, bei euch rückfragen oder spekulieren müsste. Andererseits wird das ja auch immer so bleiben, solange der alte StB euer StB bleibt. Dieses Problem wird also so lange bestehen, wie noch nicht genügend Zeit zwischen dem StB-Wechsel und einer etwaigen Prüfung vergangen ist. Es kann also kein Kriterium für die Wahl des Zeitpunkts sein.

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Wenn beide Berater bei der DATEV sind, kann man die Daten einfach übertragen und Du kannst jeder Zeit wechseln.

Wenn die mit unterschiedlichen Systemen arbeiten, ist der Jahreswechsel zu empfehlen, weil sonst Kosten für die Datenerfassung entstehen können.

Die Befürchtung wegen der Prüfung teile ich nicht.

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mikodjan 15.07.2015, 18:19

Der neue arbeitet mit DATEV, der alte mit einer anderen Software. Allerdings hat uns der neue StB einen Festpreis für das erste Jahr angeboten für alle seine Leistungen (Buchhaltung, Jahresabschluss, ESt-Erklärung). Ich bin mir daher nicht sicher, ob er uns für die Datenübertragung zusätzlich etwas berechnen würde. Also können wir problemlos auch unterjährig wechseln, sprich nach dem 2. oder 3. Quartal 2015? 

Kannst Du deine letzte Aussage noch etwas näher erläutern? Sind Deiner Erfahrung nach die Betriebskenntnisse und Erfahrungswerte des Steuerberaters bei einer Prüfung nicht so hoch anzurechnen, wie von mir vermutet?    

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wfwbinder 15.07.2015, 23:17
@mikodjan

Alles hat zwei Seiten. Natürlich hat der neue Berater keinen so tiefen Einblick, wie der, der diese Dinge bearbeitet hat. Nur hat der Berater ja die Buchhaltung auch nicht selbst gemacht und ggf. noch nicht einmal den kompletten Jahresabschluss. Der neue Berater, wenn er gut ist, nutzt die Situation ggf. für sich aus (ich habe das Mandat erst vor einigen Monaten übernommen und die letzten Jahre nicht selbst bearbeitet. Ich muss mich erstmal einlesen) und gewinnt damit Zeit für Überlegungen. Ich habe beide Situationen erlebt, Prüfungen, bei dene ich alle Abschlüsse die geprüft wurden selbst gemacht hatte und Prüfungen wo ich keinen Abschluss der geprüft wurde, gemacht hatte. Das Ergebnis war nicht davon abhängig.

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Ich kenne einen Steuerberater, der jetzt sagen würde,  dass Du  gleich zu ihm kommen könntest,  um noch ein Dutzend Mandate abzuholen und mitzunehmen :-)

Leider ist er hier nicht mehr tätig und somit kein Ansprechpartner mehr.

Aber wie Du siehst, haben wir hier noch andere gute Leute, die Dir sofort mit ihrem Rat weiterhelfen möchten.

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EnnoWarMal 20.04.2016, 15:53

Ganz recht.

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Hallo

Ich denke die Hauptsache ist es doch, dass du dich gutaufgehoben fühlst, Vertrauen zu deiner Steuerkanzlei hast. Wenn du Beide für gleichermaßen kompetent hällst, dann werden dich auch Beide gleichgut bei einer Steuerprüfung vertreten.

LG

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