Steuer-Nachteil von Swap-ETFs durch fehlende Anrechenbarkeit der Quellensteuer?

2 Antworten

Auch bei swap-basierten ETFs können ausschüttungsgleiche Erträge und anrechenbare Quellensteuern entstehen. Diese entstehen nämlich nicht über die Swaps, sondern über die tatsächlich gehaltenen Positionen, die unter Umständen auch Anleihen enthalten oder Aktien, die Dividenden zahlen. Solche Erträge zählen zum ETF-Vermögen. Die meisten ETFs sind nur eben so konstruiert, daß diese nicht anfallen.

Der Grund ist recht einfach: sind immer Nullen im Bundesanzeiger berichtet, vereinfacht sich die Veräußerung zu einem beliebigen Zeitpunkt, da weder eine Doppelbesteuerung, noch ein Hantieren mit Schätzwerten stattfinden muß.

Daher solltest Du eher anderes rechnen:

  • Fall 1: Kauf eines ETF zu 20.000 EUR, Halten für 5 Jahre mit 5% Wertzuwachs p.a., das sind 3% Dividenden ausgeschüttet und 2% Kurssteigerung. Macht also 500 EUR p.a., die locker in einen Freistellungsauftrag passen. Beim Verkauf also 24.380 EUR und die Ausschüttungen waren 6.570 EUR (alle durch Freistellungsauftrag jeweils gedeckt). Zu versteuern im letzten Jahr dann 4.296 EUR, d.h. Abgeltungssteuer von 1.074 EUR.

  • Fall 2: Kauf eines swap-basierten ETF (Thesaurierungen Null) zu 20.000 EUR, über Swaps werden alle Erträge akkumuliert, reinvestiert und am Ende beträgt der Gewinn 12.578 EUR. Es fallen 2.944 EUR an Abgeltungssteuer an. Durch einen geringeren Steuersatz nach den 10 Jahren ließe sich die Steuerlast noch etwas drücken.

  • Fall 3: Kauf eines ausländischen thesaurierenden ETF zu 20.000 EUR, die Ausschüttungen aus Fall 1 werden direkt reinvestiert und man versteuert pro Jahr. Das wäre äquivalent zum Fall 1, außer daß man beim Verkauf doppelt besteuert wird und diese Zuvielsteuer erst bei der Veranlagung wieder zurück bekommt.

Die Rechnung sieht anders aus, wenn man die Erträge nicht im Freistellungsauftrag unterbringen kann. Dann hat der mit Nullen thesaurierende ETF klare Vorteile, wenn der Grenzsteuersatz beim Verkauf unter 25% liegt.

Man sollte also genau überlegen, was genau man optimieren will und auf welchen Horizont. Manche wundervollen Strategien werden zunichte gemacht, wenn man zu früh verkauft.

Danke für die ausführliche Antwort!

Also ich verstehe deine Antwort so: Bei einem "unfunded Swap ETF" besteht tatsächlich der Nachteil, dass die Quellensteuern des abgeblideten Index nicht berücksichtigt werden können. Dieser Nachteil wird aber unter umständen durch andere Effekte überkompensiert (wenn Freistellungsauftrag ausgeschöpft und man beim Verkauf über die Günstigerprüfung einen niedrigen Steuersatz anwendet). Habe ich das so richtig verstanden?

Dann kommt es mir so vor, dass es in meinem Fall egal wäre, ob physisch oder Swap.

Für Swap: Mein Freistellungsauftrag ist ausgeschöpft und mein Anlagehorizont beträgt 30-40 Jahre. Außerdem werde ich ab 2015 wohl vorerst nicht mehr in den Genuss der Günstigerprüfung kommen.

Gegen Swap: Ich behalte mir aber vor, im Falle zu hoher fundamentaler Bewertungen (wenn alle euphorisch sind) (Teil-)Verkäufe vorzunhemen. Hinzu kommt die Anrechenbarkeit der ausländischen Quellensteuer bei physichen Replizierern (s.o.). Außerdem: Wer weiß schon, wie lange die Steuergesetze so bleiben wie jetzt? Ist es nicht denkbar, dass die Kapitalertragsteuer erhöht wird? Und dass Swapper plötzlich der Thesaurierungsfiktion unterliegen?

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Deutscher und Auslandsbroker, beide mit Verlust. Was mach ich nun bei der Steuererklärung?

Hallo zusammen, ich hoffe Ihr könnt mir helfen.

Zu meiner Frage: Ich Handel über einen Deutschen Broker Zertifikate (Steuer wird automatisch vom Institut verrechnet). Ebenfalls betreibe ich Forex handel über einen ausländischen Broker, welcher Steuerlich nicht reguliert.

Leider lief 2015 nicht so prickelnd

Was muss ich nun bei der Steuererklärung angeben ? Beide verluste der Depots, nur den des Ausländischen Brokers ?? Ich weis mittlerweile das sich das ganze in der Anlage KAP abspielt. Nur weis ich leider überhaupt nicht ob ich die Verluste überhaupt auflisten muss oder nicht.

Wär es nur der Deutsche Broker müsst ich klar nichts machen. Aber mit beiden ? Würde diesen "verlust Topf" gerne mit ins nächste Jahr mitnehmen, sprich das ich mehr als meine 801 Euro frei betrag habe.

Bitte für einen Laien erklären.

Vielen Dank vorab

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Wie viel darf man als Freiberufliche (als Hauptberuf und ohne Nebenbeschäftigung) verdienen ohne steuer-zahlen müssen?

Hallo,

Ich habe eine Frage bezüglich meiner steuerlichen Situation. Bin freiberufliche Designerin und mein Ehemann ist ganz normal angestellt als Techniker-Ingenieur. Wir leben zur Zeit nur mit dem Gehalt von meinem Mann und ich möchte auch als freiberufliche Designerin ein bisschen Geld verdienen.

Die Fragen sind;

1) Mini-job: Bei Mini-Jobs darf man wahrscheinlich bis 450 Euro monatlich verdienen. Gilt sich aber diese nur für Studenten? Ich bin ja kein Student und wie ist es wenn man verheiratet ist?

2) Midi-job: Hier darf man (laut Info auf Web) monatlich bis 850 Euro verdienen ohne Einkommensteuer zahlen müssen. Ich verstehe diese gilt sich wieder für Studenten. Dürfen die nicht studierenden auch eine Midi-job haben und monatlich bis 850 Euro ohne Umsatzsteuer verdienen?

3) Wenn ich richtig verstehe, als alternative zur dieser oben gegebenen Mini- und Midi-job Optionen, könnte ich mich als Gewerbe anmelden und bei Einnahmen bis 17 500 Euro im Jahr keinen Umsatzsteuer zahlen. Wäre diese vielleicht eine besser passende Option zu unseren Situation?

4) Wenn zwei Steuerpflichtige eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, spricht man von Zusammenveranlagung. Da ich in diesen drei oben genannten Szenarien nicht Steuerpflichtig wäre, kommt eine Zusammenveranlagung für uns nicht ins Frage, korrekt?

Danke im Voraus für antworten. Mit freundlichen Grüßen

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Gibt es eine Geringfügigkeits-Grenze bei Steuersündern?

Hallo, ich konstruiere mal einen ziemlich extremen Fall: ein armer Teufel wird von seiner Frau verlassen und im Beruf gemobbt. Gesundheitlich hat er Probleme und scheinbar ist die ganze Welt gegen Ihn. In einer Klinik kann man ihn grade noch vom Suizid abhalten. Er ist aber so mit den Nerven am Ende und paranoid geworden, dass er kurzentschlossen ins benachbarte Ausland fährt und dort 10000 Euro auf einem Nummernkonto/Wertpapier-Depot anlegt, von dem er niemanden etwas erzählt. Im Laufe der nächsten Jahre verliert er aber viel Geld mit seinen Wertpapier-Anlagen. Durch Kursverluste werden aus 10000 Euro nur noch 7000 euro. An Dividenden/Ausschüttungen erhält er in den nächsten 10 Jahren auch nicht mehr als insgesamt 100 Euro (ungefähr das, was das Konto/Depot in 1 Jahr an Gebühren kostet). Allerdings gibt er diese Divi./Aussch. nicht in seiner Steuererklärung an. Wobei zu berücksichtigen ist, dass, wenn er dieses Auslandskonto/Depot angegeben hätte, wahrscheinlich sogar noch Steuern zurückbekommen hätte, wegen der Verlustverrechnung mit anderen, dem Finanzamt bekannten, inländischen Depots. Angenommen, der arme Kerl wird irgendwann mal erwischt und die Daten seines ausländischen Depots werden dem Finanzamt bekannt: muss er dann mit einer Strafe rechnen? Oder gilt hier eine Geringfügigkeits-Grenze? für Meinungen bedanke ich mich im Voraus

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DE - DK - zwei Wohnsitze: Wo werden deutsche Kapitalerträge versteuert?

Mein Mann und ich sind Deutsche. Wir arbeiten und leben beide in Dänemark (DK) (Wohnsitz in DK). Gleichzeitig haben wir einen Wohnsitz in Deutschland. Die engeren Beziehungen haben wir zu Dänemark (Lebensmittelpunkt = DK).

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Aus dem DBA (Art. 4 Abs. 1 iVm Abs 2a und Art. 11 Abs 1) geht unserer Meinung hervor, dass in diesem Fall nur in DK (ggf. mit deutschem Progressionsvorbehalt) versteuert werden muss. Unser deutsches Finanzamt hat unseren entsprechenden Einspruch allerdings abgelehnt, da das DBA nicht für deutsche Einkünfte ansetzbar sei sondern nur für ausländische Einkünfte gelten würde, und will diese Einkünfte nun voll besteuern.

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450 Euro Minijob + wissenschaftliche Hilfskraft?

Servus zusammen,

zurzeit studiere ich noch und übe seit knapp 2 Monaten einen 450 Euro Minijob nebenher aus. Nun habe ich am Dienstag ein Bewerbungsgespräch für eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni und wollte mich vorher mal informieren, wie das mit zwei Nebenjobs läuft. Google hat dazu teils widersprüchliche Aussagen geliefert.

Bei meinem derzeitigen Minijob verdiene ich so gut wie immer weniger als 450 Euro (meistens ca. 250-350 Euro), weil manche Schichten aufgrund Lieferprobleme ausfallen müssen. Als wissenschaftliche Hilfskraft würde ich voraussichtlich 250 Euro im Monat verdienen. Wenn ich beide Jobs behalten würde, wäre ich somit über die 450 Grenze.

1. Meine Frage ist jetzt, was sich Steuer- und abgabenmäßig ändern würde und ob es sich dann überhaupt lohnt, beide Jobs auszuüben? Wie hoch wären die neuen Abgaben oder muss ich weiterhin keine Steuern zahlen, da ich unter den Freibetrag kommen werde? Was kommen darüber hinaus noch für sonstige Abgaben in Frage?

2. Ich habe gelesen, dass die Arbeitgeber durch den zweiten Nebenjob einen Nachteil haben, da sie höhere Steuern zahlen müssen. Es wurde vorgeschlagen, den Lohn für einen Job auf 451 Euro zu setzen, um sich dadurch einen Steuervorteil zu erhaschen. Leider komme ich bei beiden Jobs (jeweils) nicht auf die 450 Euro. Bin ich am Dienstag verpflichtet, von mir selber aus zu erzählen, dass ich zurzeit noch einen weiteren Nebenjob ausübe (auf Nachfrage seitens des Arbeitgeber werde ich dann natürlich nicht lügen)? Auf der einen Seite möchte ich nur ungern einen Nachteil im Bewerberpool haben, weil ich für den Arbeitgeber dann "teuerer" wäre, auf der anderen Seite werde ich jetzt natürlich nicht vorher meinen derzeitigen Minijob kündigen ohne Feedback von dem Bewerbungsgespräch zu haben.

Zur Info noch: Trotz des niedrigeren Gehalt bei dem Job an der Uni würde ich diesen aufgrund der Erfahrung vorziehen und zur Not meinen jetzigen kündigen, falls Punkt 2. wirklich ein Problem für den Arbeitgeber darstellen sollte. Ich bin 25 und in der studentischen Krankenversicherung der Barmer GEK selbst versichert. Ebenso bin ich noch in der Probezeit meines jetzigen Jobs mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen.

Danke für eure Hilfe!

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