Staatsanwaltschaft Vorladung?

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4 Antworten

Ich würde mal sagen, da versucht jemand Dir was anzuhängen. So etwas passiert häufig von Leuten die sich wichtig tun. Pensionierte Polizeibeamte, Juristen und sonstige. Entscheidend ist, was ausgesagt wurde, und wer Anzeige erstattet hat.

Normale Bürger tun sich das nicht an, stundenlang bei der Polizei rumsitzen und dann später noch vor Gericht zu erscheinen zu müssen.

Polizei und Gerichte glauben Dir als Beschuldigtem grundsätzlich nicht, deshalb erübrigen sich Aussagen im Vorfeld. Es sei denn Du kannst andere Beweise vorlegen, was aber nicht möglich ist. Da Du die Anschuldigungen im Detail nicht kennst. Das ist eher ein Versuch, an weitere Beweise durch Deine Aussage zu kommen, wohl möglich reitest Du Dich weiter rein. Derzeit ist ja nur ein Beweis, die Aussage des Anzeigeerstatters, vorhanden. Ein Beweis sollte normalerweise nicht zu einer Verurteilung führen. Das Foto kann er jederzeit gefertigt haben.

Du bekommst keine Akteneinsicht. Die bekommt nur ein Anwalt. Der kann Dir dazu raten. Einer Vorladung würde ich grundsätzlich nicht ohne Anwalt folgen. Bei der Vorladung wird ein Protokoll gefertigt, von dem Du keine Kopie bekommst. Die Beamten können also nachträglich Änderungen vornehmen, ohne das es auffällt, ohne das Du davon erfährst.

Wenn keine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist, schriftlich Aussage verweigern vor dem Ladungstermin.


Nein, ich würde den Fall schildern, wie er sich zugetragen hat.

Eventuell sagen, dass Du weißt, dass es nciht in Ordnung war, aber der Weg frei gewesen wäre usw.

Mi Aussageverweigerung läuft das Verfahren weiter. Wenn Du Glück hast und den Zerknirschten gibst, hast Du evtl. die Chance auf Einstellung des Verfahrens. Wie alt bist Du, wie weit bist Du auf dem Gehweg gefahren?

Vorsicht.

Der Vorwuf "gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr" ist nicht ohne. Das geht bis zum jahrelangen Führerscheinentzug und sehr empfindlichen Geldstrafen.

Keinesfalls ist das ein simples Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Von daher ist dem Fragesteller eher anzuraten, mit der Sache zu einem Fachanwalt für Verkehrsrecht zu gehen und den erst mal Akteneinsicht nehmen zu lassen, um erst dann zu entscheiden, ob man sich selbst gegenüber der Staatsanwaltschaft äußert.

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@Juergen010

Aber das Vergehen ist doch wirklich minimal, bei sehr geringem Einkommen meinerseits ist es jedoch finanziell nicht möglich einen Anwalt einzuschalten.

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@OptimusOpus

Wirklich minimal - aha. 

Und warum glaubst Du, dass da die Staatsanwaltschaft handelt?

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Ich bin 19 Jahre alt und bin etwa 100 Meter auf dem Gehweg gefahren.

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@OptimusOpus

Vermutlich hat der Anzeigende den Vorgang aufgebauscht. Daher würde ich die Sache so schildern wie es war. Ich schätze mal, das die Einstellung erreichbar ist.

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@wfwbinder

Da muss ich Dir jetzt mal dagegenreden - ein Motorrad hat auf dem Gehweg nichts zu suchen - da gibt es nichts aufzubauschen.

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@wfwbinder

Die eigentliche Frage ist, ob der Rollerfahrer sicher zu identifizieren ist?

Auch wenn der Anzeigeerstatter das Kennzeichen (und den eigentlichen Verstoß) fotografisch festgehalten hat, heißt das noch lange nicht, dass der Fahrer des Rollers zweifelsfrei identifizierbar ist.

Zumal von hinten fotografiert werden musste und vermutlich ein Helm getragen wurde.

100 Meter auf dem Gehweg fahren und dabei offenbar Fußgänger gefährdet ist eben kein Kavaliersdelikt. Egal ob der Anzeigenerstatter das aufbauscht oder nicht.

Anders könnte das aussehen, wenn der Gehweg an dieser Stelle 5m breit gewesen ist und damit eine akute Gefährdung ausgeschlossen werden kann.

Eine Eigeneinlassung ohne anwaltliche Hilfe bei der Staatsanwaltschaft kann daher nur kontraproduktiv sein. Staatsanwälte werden nach positiv abgeschlossenen Verfahren beurteilt. Deswegen sollte man es denen nicht zu einfach machen. ;-)

Ich rate dringend davon ab ohne Anwalt in der Sache auszusagen.

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@Juergen010

"Die eigentliche Frage ist, ob der Rollerfahrer sicher zu identifizieren ist?" - das ist die direkte Aufforderung, auch noch zu lügen. 

Mit seinen 19 Jahren gibt er sich ja wohl anderswo als Mann - also soll er das auch hier sein und seine gerechte Strafe hinnehmen - irgendsowas haben doch einige von uns auch schon mal gehabt und daraus gelernt (oder auch nicht).

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@Impact

Wieso als Beschuldigter muss man nicht die Wahrheit sagen, das ist so. Entsprechend wird man von jedem Richter belehrt vor de Aussage. Polizeitbeamte tun so, als ob man immer die Wahrheit sagen muss und lassen diesen Teil der Belehrung weg.

Unwahrheiten sind in diesem Zusammenhang straffrei. Aber das wird der Anwalt bestätigen. Es ist auch nicht so, das man Vorteile hat, wenn man bei der Wahrheit bleibt. Man bekommt deshalb nicht weniger Strafe.

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daraufhin hat mich ein Mann angesprochen und mein Kennzeichen fotografiert.

"und"??? Er kann Dich kaum ansprechen und gleichzeitig das Kennzeichen fotografieren. Das Fotografieren muss nach der Ansprache erfolgt sein.

"angesprochen" Was wurde da angesprochen und von Dir entgegnet? Vogelzeichen, Mittelfinger oder "Was willst Du Alter?" Leider fehlt dieser Teil Deiner Konversation.

Kein Geld und kein Führerschein ist auch schlecht;-) Da muss die Verwandtschaft aushelfen, sonst könnte das böse enden:-(


kurze Stecke

= 100 m ---> Da liegt bei "kurz" offenbar Realitätsverlust vor.

Hat der Blockwart dich beim Fahren auf dem Gehweg fotografiert, oder nur das Nummernschild als dein Roller auf der Straße stand? Machte er einen nüchternen Eindruck? Hat er Zeugen, die den Vorfall gesehen haben? Gab es nahe Fußgänger auf dem Gehweg?

Ich würde mein Verhalten davon abhängig machen, ob Aussage gegen Aussage steht oder eine Verkehrsgefährdung bewiesen oder bezeugt werden kann. 

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