Spricht etwas gegen eine betriebliche Altersvorsorge?

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Das kann man nicht pauschal beurteilen. Das Thema Altersvorsorge ist nicht so einfach.


In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in betracht kommen.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,

  • Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)
  • Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente
  • Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. –Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds

Aufgrund der steuerlichen Vorteile empfiehlt sich das schon... allerdings solltest Du genau prüfen, welche Form der bAV wirklich passt und in welchem Umfang Du davon am besten profitierst, ohne zu viele Verpflichtungen einzugehen.

Es ist nicht gesagt, dass die bAV für deine berufliche und private Situation und für deine Ziele die zwingend sinnvollste Form der Altersvorsorge ist. Das kann man nur in einer Bedarfsanalyse bei einem Vermittler oder Makler des Vertrauens machen lassen.

Die bAV ist im Alter zu 100% dem steuerpflichtigem Einkommen hinzuzurechnen, es fallen für gesetzlich Versicherte Rentner außerdem Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an.

Dagegen sprechen meiner Ansich nacht die geringen Renditen, die es es bei der betrieblichen Altersvororge gibt. Laut ÖKO-Test gibt es bei der klassischen BAV nur eine garantierte Verzinsung plus weitere Überschüsse. Bei der Anlage in Fonds ist die Rendite zwar höher, aber das Risiko ist es auch. http://www.altersvorsorgetest.com/betriebliche-altersvorsorge-test/

Wenn der Arbeitgeber was dazugibt also mitfinanziert z.B. ein Drittel würde ich die baV immer mitnehmen. Bevorzugen würde ich die Direktversicherung, weil mann die bei einem eventuellen Arbeitgeberwechsel alleine weiterführen bzw. finanzieren kann, ohne daß man insoweit Sozialversicherungsbeiträge bei der späteren Rente zahlen muß.

Im anderen Falle, wenn der Arbeitgeber nicht mitfinanziert und man beispielsweise nur Freibeträge ausnutzen kann, muß man genau durchrechnen, ob es sich rentiert.

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