Spesen Sonderfall

2 Antworten

Ergänzung zur Antwort (DH) von Gandalf:

Da Du von einem häufig wechselnden Einsatzort schreibst, ist die Dreimonatsfrist nicht anzuwenden, die Verpflegungsmehraufwendungen (24€ pro vollständig abwesendem Tag) können laufend geltend gemacht werden.

Ersetzt der Arbeitgeber nur Kosten für Unterkunft, können die übrigen Reisekosten als Werbungskosten geltend gemacht werden:

-. Fahrtkosten (0,30 pro gefahrenem km) oder Bahntickets, Taxi etc - die o.a. Verpflegungsaufwendungen (ggfs. abzgl. einer Pauschale, wenn die Übernachtungskosten das Frühstück enthalten)

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Auch wenn er selber nicht für die Kosten aufkommt, sondern sein Arbeitgeber?

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Es gibt Reisekosten und Reisekostenerstattungen. Reisekosten sind km-Pauschalen, Verpflegungsmehraufwände, Ausgaben für Parken, Hotel, Zug, Flug, Schiff, ... auch Reisenebenkosten wie dienstliche Telefonate zählen dazu.

Ich verstehe nicht ganz, wie man täglich länger als 24 Stunden unterwegs sein kann, aber das sei mal für den Moment ignoriert.

Er kann das ansetzen, was in seinem Arbeitsvertrag steht. Hat er keinen, wird das schon etwas problematisch, denn mündliche Vereinbarungen lassen sich ohne Zeugen nicht so einfach nachprüfen. Hat er einen bzw. gibt es in dem Betrieb eine Reisekostenregelung, so kann die alles regeln, was möglich ist. Man kann auch regeln, daß es keine Reisekostenerstattungen gibt, da diese mit dem Gehalt abgegolten sind. Dann kann man nur auf dem Weg der Steuererklärung die Werbungskosten deklarieren und Steuern zurückbekommen... äh... Steuern? Die zahlt Dein Bruder wahrscheinlich auch nicht, oder?

Was sind denn diese 500 EUR? Am Tag? Im Monat? In der Woche?

  • Fährt er 5 Stunden, so sind das vielleicht 400-500 km. Also 120-150 EUR mit 0,30 EUR km-Pauschale. Fährt er mit dem Zug, was kostet die Zugfahrkarte?

  • Abwesenheit länger als 14 Stunden? Das wären dann 12 EUR Verpflegungsmehrkosten am Tag für die ersten drei Monate. Bedenke, daß er nicht mehr als 10 Stunden am Tag dauerhaft arbeiten darf.

  • Unterkunft? Was kostet ihn diese am Tag/in der Woche/im Monat?

Nun rechnest Du alles mal für ein Jahr zusammen und stellst das den Erstattungen von 500 EUR (in welchem Zeitraum auch immer) gegenüber. Paßt das? Fehlt etwas?

Idealerweise würde Dein Bruder die einzelnen Reisen per Reisenkostenabrechnung mit dem Arbeitgeber abrechnen und dann eine Erstattung bekommen. Er kann aber auch eine pauschale Erstattung bekommen und dafür das Jahr über im Mittel auf seine Kosten kommen. Man muß es ausrechnen.

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Vielen Dank für die Antwort. Ich glaube auch, dass der fehlende Arbeitsvertrag sein Knieschuss ist.

Auf die 500€ sind wir pro Monat gekommen. Das mit den 10 Stunden Pro Tag kommt in seinem Job nicht vor. Er arbeitet viel länger. Letzten Monat gab es Wochen, da hat er regelmäßig nur 3-4 Stunden geschlafen. Wir raten ihm alle damit aufzuhören, aber kann/will nicht. Mehr als es ihm zu sagen kann ich auch nicht machen.

Er arbeitet mit einer speziellen großen Maschine, die selber nur über die Landstraße fahren kann. Daher auch die langen Fahrzeiten. Diese wird dann von ihm von Einsatzort zu Einsatzort gefahren um dort die Arbeit zu erledigen. Die Einsätze fährt er natürlich auch. Die Fahrt gehört aber zu Arbeit. Die lange Fahrt ist also nicht er Weg zur Arbeit. Das habe ich oben falsch dargestellt. Daher fällt das Kilometergeld (30 Cent/km) wohl weg richtig? Der Weg zum Unternehmen/Arbeitsgerät sind glaube ich nur 20 Minuten Fahrt.

Wie gesagt er ist viele Tage auch länger als 24 Stunden unterwegs.(richtig natürlich nicht täglich -.-') Die Unterkunft bezahlt ja immer der Chef, daher kann ich dazu keine Aussage machen.

Da der Chef sich um diese Dinge kümmert gibt es da keine Transparenz. Mein Bruder wird bei diesem Unternehmen klar ausgenommen. Er liebt es aber diesen Job zu machen. Dennoch muss er ja zu seinem Recht kommen.

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@miarichter

Bei der Kombination "spezielle große Maschine" und "regelmäßig nur 3-4 Stunden geschlafen" beginne ich jetzt, Landstraßen in den Morgen- und Abendstunden besser zu meiden. Es ist ein Verstoß gegen allgemein geltendes Arbeitsrecht, dauerhaft diese Arbeitszeiten zu haben. Punkt. Man darf nicht einen Arbeitnehmer ausbeuten und diesen 3-4 Stunden schlafen lassen. Das ist Sklaverei.

Der Weg zur Maschine, das im Unternehmen steht, wäre der Weg zur Arbeit. Der Arbeitgeber kann für diese Strecke einen Zuschuß geben, ist dazu jedoch nicht verpflichtet. Steuerlich kann man die Entfernung mit 0,30 EUR/km als Werbungskosten angeben. Das wären also bei 220 Arbeitstagen insgesamt schon mal 1.320 EUR, was über 1.000 EUR liegt. Macht Dein Bruder überhaupt eine Steuererklärung?

Die Fahrt vom Unternehmen zur Arbeitsstelle und zurück zum Unternehmen ist eine Dienstfahrt, die er mit der "speziellen großen Maschine" macht. Dafür kann er natürlich kein km-Geld erhalten, da er weder für die Maschine sorgen muß, noch diese ihm gehört. Aber: die Fahrzeit ist Arbeitszeit.

Wenn er also die Arbeitszeit korrekt vergütet bekommt und dazu 500 EUR Pauschale für Übernachtungen (25 EUR pro Nacht, wenn das an 20 Tagen relevant ist, ist natürlich sehr wenig), dann wäre das eine durchaus zulässige Regelung. Da die 500 EUR unter den tatsächlichen Aufwänden liegen dürften, kann er den Differenzbetrag zu den wirklichen Ausgaben für Übernachtungen steuerlich als Werbungskosten geltend machen... wenn er überhaupt eine Einkommensteuererklärung verfaßt. Wichtig auch: er muß darauf achten, daß die Arbeitszeit korrekt verbucht und vergütet wird.

Die Arbeitszeit beginnt mit dem Eintreffen im Unternehmen, wo er ja wohl die "spezielle große Maschine" besteigt, damit zu einer Baustelle fährt, etwas arbeitet und wieder zurück zum Unternehmen kommt. Wenn er dieses verläßt, um nach Hause zu fahren, endet die Arbeitszeit. Übernachtet er unterwegs, so ist dies ein Dienstreisetag, an dem die Arbeitszeit mit Verlassen der "speziellen großen Maschine" und Beendigung seiner Arbeit endet, sowie am nächsten Morgen mit Aufnahme der Arbeit wieder beginnt.

Ich habe den Verdacht, daß der Arbeitgeber auch die Reisezeiten nicht als Arbeitszeit vergütet. Damit wird das umso mehr den Charakter einer systematischen Ausbeutung annehmen.

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