Spekulationsverluste nicht börsennotierte Wertpapiere

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3 Antworten

Ein Verlust kann nach aktueller Gesetzes- und Urteilslage nur realisiert werden, wenn ein Verkauf stattfindet. Das muß nicht börslich sein, es kann auch ein außerbörslicher Verkauf sein. Nur verkauft werden müssen die Papiere.

Ansonsten stellt der Verlust durch Fehlbeträge bei der Rückzahlung der Nominale (im Rahmen der Liquidation einer Kapitalgesellschaft) einen nicht steuerlich relevanten Forderungsausfall dar. Das wird unter "Risiko" verbucht und kann demzufolge nicht mit Gewinnen anderweitig gegengerechnet werden.

Sofern Du nicht mehr als 1% an der Kapitalgesellschaft beteiligt warst (§ 17 Abs. 4 EStG), gibt es also keinen Verlust.

Rolf2 08.10.2013, 11:28

Vielen Dank schon mal für die Antwort. Wie aber kann ich derartige Papiere verkaufen? Gibt es Unternehmen, die sich auf derartige Fälle spezialisiert haben (illiquide, nicht-börsennotierte Wertpapiere)? Und wenn ja, wo kann ich sie finden?

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gandalf94305 08.10.2013, 13:08
@Rolf2

Dafür gibt es keinen Markt. Das ist genau das Risiko, wenn man solche Papiere hält.

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Nur durch ausbuchen entstehen keine realisierende Verluste. Lediglich ein Buchverlust und der ist mit anderen Gewinnen nicht verrechenbar. Erst beim Verkauf der Papiere entstehen Verluste, die dann mit den anderen Verkaufsgewinnen verrechnet werden können.

im Moment hast du nur Buchverluste. Wenn du die Anleihen nicht verkaufen kannst oder der Insolvenzverwalter ganz klar über die Anleihe entscheidet, wirst du die Verluste schwer realisieren können.

Das mag seltsam sein, aber ich habe mir auch mal bei so einem Falle (es waren Aktien, keine Anleihen) die Zähne ausgebissen. Ohne Verkauf kein Verlust. Ohne Verlust, keine Gegenrechnung gegen Gewinne. Buchverluste sind für das Finanzamt keine Verluste. Und noch hast du nur Buchverluste.

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