Sozialhilfe für Ehemann, wenn Ehefrau arbeitslos wird?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Rein sachlich betrachtet wurde Dir korrekt auf Deine Frage geantwortet. - Googelst Du mit

bedarfsgemeinschaft wiki

findest Du eine sehr gute Info dazu.

Einen Rechner hat man Dir ja schon reingestellt. - Wenn Deine / Eure Ausgaben neben Unterkunftskosten so hoch sind, dass Ihr nur noch 50 Euro zum Leben übrig habt (anstatt der dafür vorgesehenen Regelsätze), musst Du alles dafür tun, die anderen Ausgaben zurückzufahren. Versicherungen müssten solange ruhen (Haftpflicht- und Hausratsversicherung zahlt monatlch aufgeteilt das Jobcenter), und von jeglichem Luxus müsst Ihr nun Abstand nehmen.

Der Regelsatz ist zu niedrig. Das Bundesverfassungsgericht gab der Regierung auf, zum 1.1.2011 einen nachvollziehbaren Regelsatz zu berechnen. Das macht die Merkel-Regierung einfach nicht, sitzt es einfach aus. - Das hilft Dir / Euch jetzt natürlich nicht weiter, Ihr müsst mit dem zu wenigen Geld so leben, wie alle anderen auch, die mit Hilfe von Grundsicherung leben.

Lutz Hausstein hat berechnet,

Was ein Mensch braucht

http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5860/hartz-iv-regelsatz-was-der-mensch-braucht

Ist eine wertvolle Info, hilft Euch nun aber auch nicht, macht Dich vielleicht (noch) zornig(er).

Ihr beide werdet nun eine wichtige Erfahrung machen, denn Ihr werdet am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, von der zu geringen Grundsicherung zu leben. Und Ihr macht die Erfahrung, dass es nicht stimmt, was Politiker und immer noch zu viele Medien den Bürgern verklickern, nämlich dass diejenigen mit Hartz IV geistig minderbemittelt, nicht ausgebildet, faul, verraucht, versoffen und überhaupt asozial sind.

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Vorsichtshalber gebe ich Euch noch diese Tipps:

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Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache sogar zügiger behandelt.

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Falls es Probleme mit den Mitarbeitern gibt (selbst ist man natürlich immer korrekt und freundlich):

Zum Amt als Zeugen eine Begleitung mitnehmen, der man vertraut. Nach dem Besuch beim Amt ein Erinnerungsprotokoll machen für den Fall, dass es später gebraucht wird. - Es gibt auch ehrenamtliche Behördenbegleiter. - Google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterlotsen haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine Ausbildung genossen und kennen sich mit den Gesetzen aus.

Noch eins:

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos „im Vertrauen“ landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ verwendet werden. - Achte darauf, was Du auf sozialen Internetseiten von Dir gibst, auch die wurden schon von Jobcenter-Mitarbeitern durchgeforstet (wie gegen-hartz berichtet).

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Danke Dir für die wirklich hilfreichen Infos und die ausführliche Antwort. Wir hatten bisher noch nie mit Sozialämtern oder Arbeitsämtern zu tun, weil wir so eine Situation noch nie hatten. Das hilft uns schon sehr. Hoffe natürlich, dass ich vorher wieder eine Stelle finde in meinem Alter. Mit der Wohnungssuche sieht es eher düster aus, es gibt fast nichts Bezahlbares mehr auf dem Markt - Massenbesichtigungen mit 50 Interessenten und wer den Makler nicht schmiert, brauch sich schon mal gar nicht bewerben...

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@Druckerfarbe

Weil Du die Wohnung ansprichst, die ist wohl dann zu teuer für "Hartzis". Wenn sie zudem "zu groß" ist: Vielleicht könnt Ihr ja ein Zimmer untervermieten. Das hat schon viele davor bewahrt, sich eine neue Wohnung suchen zu müssen. Mit der Untervermietung verkleinert sich ja Eure Wohnunterkunft, und auch die Mietkosten sind so geringer.

Zur Wohngröße und auch zur Miethöhe gibt es in letzter Zeit höchstrichterliche Urteile, die besagen, dass sich die Jobcenter nicht sklavisch an die emachten Vorgaben halten dürfen. - Auch ist mir aufgefallen, dass es Behörden gibt, die sich an veraltete Mietenspiegel orientieren, die zwei, drei oder vier Jahre zurückliegen. In solch Fällen läge die Miete vielleicht im mittleren Bereich des aktuellen Mietenspiegels, in den veralteten Listen aber gnadenlos darüber. Dass es hierzu höchstrichterliche Urteile gibt, ist mir noch nicht untergekommen. (Hätte mir aber auffallen müssen, weil ich täglich News zu Hartz IV lese.) - Die aktuellen Obergrenzen der erlaubten Wohnungsgrößen und Mietobergrenzen findest Du hier:

http://www.harald-thome.de/oertliche-richtlinien.html

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Für alle Fälle, falls Du sie mal brauchst, geb ich Dir diese Hilfe-Adresse, speicher sie Dir gut ab, es ist die

sehr gute behördenunabhängige (!!!) Hamburger Beratungsstelle

Arbeitslosen Telefonhilfe

0800 111 0 444 - wenn Du in Hamburg / Umgebung wohnst oder

040 22 75 74 73 - wenn Du in einem anderen Bundesland wohnst.

Dort ist man zum Thema Hartz IV sehr erfahren.

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Für einen neuen Arbeitsplatz drücke ich Dir die Daumen. Mag die von der Leyen auch noch so gebetsmühlenartig behaupten, die Chancen der älteren Arbeitnehmer seien gegenwärtig so prima, wissen wir ja, dass die offenbar eine (lausige) Märchenerzählerin ist. Ihr geht es offenbar lediglich um ihre eigene Polit-Karriere, und wohl weniger um die Bürger unseres Landes (hm, naja, ich sehe wenig ranghohe Politiker, denen es wirklich um das Volk geht).

Trotzdem gibt es Firmen, die erfahrene Arbeitnehmer schätzen.

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In der Zwischenzeit könnte Dir / Euch vielleicht auch eine ehrenamtliche Tätigkeit hilfreich sein, hilfreich für diejenigen, für die Ihr Gutes tut, und letztlich auch für Euch, auf psychologisch-seelischer Ebene wie auch auf finanzieller. So wie ich informiert bin, werden bei offizellen Ehrenämtern Aufwandsentschädigungen bis zu 175 € monatlich nicht auf Hartz IV angerechnet. Wenn es soweit ist, könntest Du bei der Hamburger Beratung ja nachfragen.

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Dir sind schon eine Menge Antworten gegeben worden. Auch der Link zu einem Rechner wurde Dir aufgezeigt, hier ist ein weiterer:

http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/alg2-rechner.html

Das -von Dir offenbar nicht gern gehörte- Stichwort lautet nun einmal "Bedarfsgemeinschaft" und führt zur Berücksichtigung der Einkünfte aller Mitglieder derselben. Wie hoch die dann eventuell noch verbleibenden restlichen Ansprüche sind, kann man mangels Kenntnis der Gesamtsituation nicht von hier aus sagen.

Wenn Dein Mann jetzt Hartz IV beantragt, wird er sich auch gleich mal darauf einrichten können, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen und eine angebotene Arbeit anzunehmen; hier wird es bei Euch letztlich scheitern. Nimmt er die Tätigkeiten nicht an oder läßt er sich nicht vermitteln, dann werden auch sehr schnell Hartz IV Leistungen gesperrt.

Der Begriff "Bedarfsgemeinschaft" und dessen Auswirkungen bei der Leistungsberechnung ist ja schon zur Genüge erläutert worden

Theoretisch hat dein Mann Anspruch auf Hartz IV, wenn Ihr sonnst kein Einkommen habt außer die 1.200 €, viel wird aber dabei nicht rumkommen.
Vieleicht kannst du ja noch Wohngeld beantragen.

Theoretisch hat dein Mann Anspruch auf Hartz IV

Nein. Die Bedarfsgemeinschaft hat den Anspruch, nicht der Mann.

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Es ist wie blnsteglitz sagte:

Ihr seit als verheiratete miteinander verbunden "In guten wie in schlechten Tagen...." Jetzt sind eben schlechte.

Zur Berechnung von Hartz IV wird das Familieneinkommen als Grundlage genommen.....Ihr seit eine Familie und ein Haushalt.......und wie bisher ...ein Einkommen

Ihr könnt aber einen Antrag stellen, vielleicht gibt es Wohngeld oder einen Zuschuss.....

ODER wenn er findet irgendeinen Job.......wenn er Hartz beantragt, müßte er sich da nicht arbeitslos melden?

Nicht nur als Verheiratete.

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