Sondertilgung oder Anlegen?

3 Antworten

Endlich mal eine sehr einfache Frage!

Natürlich musst du die vielleicht irgendwann zu vermietende Wohnung minimal tilgen und nie Sondertilgen.

Zum einen, weil du für den Hauskauf möglichst viel liquides Eigenkapital brauchst. Nicht nur wegen der Darlehenskonditionen sondern auch, weil du das Haus neben der Finanzierung vielleicht einrichten willst und dann immer Geld gebraucht wird.

Ebenso wichtig ist aber, dass die Wohnung, die du ja nach derzeitgem Stand behalten willst, als Vermietobjekt um so interessanter ist, je mehr Schulden noch drauf sind. Du zahlst sonst auf die Miete eher viel Steuer und musst jeden Euro, den du jetzt in die Tilgung steckst, für das neue Haus aufnehmen, ohne dass du den Zins steuerlich geltend machen kannst.

Zum dritten lohnt sich eine Immobilie jetzt (sie sind sehr teuer) finanziell nur, wenn du die Inflation die Schulden zahlen lässt. Wie soll das funktionieren, wenn du das Darlehen zurück gezahlt hast?

Nicht ganz unbedeutend ist, dass immer irgendwas überraschendes passieren kann. Wenn dann dein ganzes Geld in der selbst bewohnten Immobilie steckt, kann es schnell sehr, sehr eng werden.

Einziges Thema ist, wie du jetzt sparst. Ich hoffe, du bist gut beraten. 5 - 10 Jahre ist mehr ein Fall für Profis.

Tja da bin ich anderer Meinung als @Rat2010. Ich würde immer tilgen. Die ersparten Zinsen sind immer mehr als Zinsen die ich für eine risikolose Anlage auf dem Markt bekommen würde.

Wie hoch ist der Zins und/oder die Annuität der aktuellen Finanzierung?

Ist Neubauwohnung schon vermietet oder bewohnst Du sie zur Zeit noch selbst?

135.000 Annuität(hatte gutes Eigenkapital) , 1,80 Zins auf die 25 Jahre. Bewohne selbst!

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@Markus1999

Du meinst sicher €135.000 Restschuld. Annuität ist die monatliche Rate, bestehend aus Zins und Tilgung.

Da man nicht vorhersehen kann, wie die Zinssituation in 5-10 Jahren ist, ist Deine Frage schwer zu beantworten.

Tilgst Du innerhalb von 10 Jahren müsstest Du, wenn ich richtig gerechnet habe, um die €18.000 Zinsen sparen. Das wäre ein steuerfreier Ertrag, den man heute mit verzinslichen Anlagen nicht annähernd erreichen kann.

Richtig ist aber auch, wie hier schon geschrieben wurde, dass Du ab Vermietung der Wohnung die dann noch zu zahlenden Zinsen, das sollten nach 10 Jahren noch ca. €10.000 sein, steuerlich geltend machen könntest und Dir ein höheres Eigenkapital für den Hausbau zur Verfügung stehen würde.

Das könntest Du alternativ als Tages- und Festgeld verzinslich ansparen. Diese Zinserträge wären zwar nicht besonders hoch, müssten aber steuerfrei bleiben wegen Verrechnung gegen die Kreditzinsen (Bin kein Steuerberater). Eine alternative Anlage, z.B. in einen ETF-Sparplan wäre über diesen Zeitraum nicht zu empfehlen, weil zu spekulativ.

Unklar ist, wie hoch der Zinssatz für ein Darlehen zum Zeitpunkt des Hausbaus wäre. Aus heutiger Sicht, mit einer möglichen Verzinsung von unter einem Prozent würde ich das bestehende Darlehen innerhalb 10 Jahren tilgen.

Wäre der Zinssatz für das in 10 Jahren aufzunehmende Darlehen allerdings erheblich höher als 1,8%, kann die Rechnung allerdings auch erheblich schlechter aussehen, wenn Du dann die vorzeitig getilgten gut €80.000 zum höheren Zinssatz neu finanzieren müsstest.

Das sind natürlich nur recht grobe Einschätzungen, auch in Unkenntnis Deiner persönlichen und finanziellen Gesamtsituation. Letztlich musst Du die Entscheidung nach Deiner eigenen Einschätzung/Zukunftsprognose treffen.

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