Sollten Geringverdiener überhaupt noch fürs Alter sparen?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Grundsätzlich würde ich immer zur privaten Altersvorsorge raten, denn es gibt einige Unabwägbarkeiten bei diesem Thema. Ein Geringverdiener weiß doch nie, ob er für alle Zeit und Ewigkeit ein Geringverdiener bleiben wird, man kann sich hocharbeiten, mehr verdienen und ist im Alter vielleicht nicht auf Grundsicherung angewiesen. Ein Geringverdiener kann heiraten, ein Partner mit Einkommen und Rente und dann würde er eh' keine Grundsicherung bekommen und dann wäre es doch schade, wenn man zusätzlich vorgesorgt hat. Und es kann auch sein, daß man erbt oder im Lotto gewinnt, auch dann steht einem keine Grundsicherung vom Staat zu - und dann wäre Dir die privat Vorsorge geblieben. Und es kann schließlich auch sein, daß der Staat - also der Steuerzahler in Zukunft nicht mehr so eine Grundsicherung (oder in dieser Höhe) zahlen kann und wird, grade, wenn es die Leute unterlassen haben für ihr Alter vorzusorgen. Ich würde mich nicht zu sehr auf den Steuerzahler der Zukunft verlassen. Und außerdem wurde doch grade die Lebensleistungsrente beschlossen, die ist für Versicherte, die 40 Jahre in die Rente eingezahlt haben UND privat vorgesorgt haben, die bekämen dann einen Zuschlag und die eigene Vorsorge wird nicht angerechnet, das soll ein Anreiz für die Privatvorsorge sein.

hinsichtlich dieser Deiner Ansicht : woher will man wissen, dass zum Zeitpunkt des Renteneintritts diese Anrechnungsregelung noch Gültigkeit haben wird. Es ist nicht einmal absehbar, ob es in einigen Jahren die Grundsicherung in dieser Form überhaupt noch geben wird. Überlege einmal, was es allein in den letzten 20 Jahren alles an Gesetzesänderungen gab. Die soziale Hängematte hat schon mächtig nachgegeben. Sparen ist schon wichtig, ob Riester nun die richtige Form ist ..... ? K.

Die Frage nach der Gültigkeit ist berechtigt!

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Meine persönliche Meinung zu dieser Frage ist, ob man mit der Riesterrente aus der Grundsicherung = Sozialhilfe herauskommt, also dem Staat nicht mehr zu Last fällt.. Man fühlt sich dann doch freier und hat die Möglichkeit, evtl. noch ein paar Euro hinzuzuverdienen ohne zu befürchten, dass einem davn wieder etwas weggenommen wird.

Es ist natürlich schwer für einen Geringverdiener überhaupt zu sparen, da das Geld doch recht knapp ist. Und gerade deswegen sollten Investitionen sehr wohl bedacht sein.

Das höchste Ziel ist es doch nicht, im Alter die Grundsicherung zu erhalten bzw. aufzustocken, sondern sicherlich auch bis dahin mal nicht mehr Geringverdiener zu sein. Daher sehe ich es als viel wichtiger an in Bildung zu investieren, statt in Altersvorsorge oder Konsum. Altersvorsorge spielt mMn erst dann eine Rolle wenn man einen zufriedenstellenden Wohlstand erreicht hat bzw. aufbaut und diesen im Alter halten oder verbessern möchte.

Wozu fürs Alter vorsorgen, wenn man in jungen Jahren schon nicht genug hat?

Und auch wenn wir in DE eine Bildungsinflation haben, so ist es mit Aus- und Weiterbildung auch heute noch möglich zumindest dem Teufelskreislauf eines Niedriglohns zu entlfiehen. Und ich rede hier auch nicht vom Großen Reichtum, aber allein der Schritt von 800-900€ Netto zu 1200-1300€ Netto dürfte für viele Geringverdiener wie ein Befreiungsschlag sein. Und dann macht die Altersvorsorge auch Sinn, wenn man im Alter nicht auf die Grundischerung abfallen möchte.

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