Sollten Aktienanlagen zur langfristigen Altersvorsorge (wie in den USA) besser in D gefördert werden?

6 Antworten

DEutschland ist ein anderes Land, mit einer anderen Einstellung.

Man jammert gern bei den Linken und Gewerkschaften darüber, das die Unternehmer reicher werden und die Arbeiter nicht, aber übersieht dabei, das die, die reicher werden meist über Firmenanteile/Aktien verfügen, was auch mit Risiken verbunden ist und die Arbeiter werden mehr, oder weniger gezwungen in Anlagen zu sparen, die mit kostenspieliegen Garantien verbunden sind, die für eine geringe Rendite sorgen.

Man darf natürlich auch nicht übersehen, das Finanzskandale und Börsencrashs in den USA auch schon zum Verfall von Pensionsrücklagen geführt haben.

Allerdings fände ich es auch nötig, unser Rentensystem einer gründlichen Reform zu unterwerfen (nicht weiter die üblichen Verschlimmbesserungen alle paar Jahre).

Eine steuerfnanzierte Grunrente gleicher Höhe für alle (bei einer entsprechenden Anpassung der Steuer (Arbeitgeberanteile über eine wiedereinzuführende Lohnsummensteuer. Das würde auch für Beamte gelten. Deren Bezüge müßten Brutto nach oben angepasst werden, weil sie natürlich für die Alterversorgung selbst zahlen müssten. Wie auch Bundestagsabgeordnete usw.

Die zusätzliche Versorgung könnte dann jeder privat regeln. Egal ob Investitionen in Aktien, oder Immobilieneigentum, oder, oder , oder ...

Für Menschen, die die bisherige Art mögen, könnte die DRV-Bund ja ein Angebot machen.

Deutschland hat ein sehr gutes System. Einziges Problem ist, dass in Gesetze eingebaute Garantien, die mit 100 % Aktien nicht darstellbar sind, die Renditen belasten.

Weg mit den Garantien! Förderung nur noch, wenn der Aktienanteil angemessen hoch ist und das bedeutet bis 55 Jahre 100 % Aktien.

Man könnte die staatliche Förderung halbieren und hätte deutlich reichere Rentner, denen ihre Altersvorsorge nebenbei auch noch Spaß macht.

In den USA hat auch jeder das Recht, sein Leben gegen die Wand zu fahren. Verglichen mit D sind arme Rentner aber eher die Ausnahme und der Anteil von Rentnern, die sich in Florida und anderswo in riesigen Rentnergebieten niederlassen enorm. Das mit den Aktien scheint also zu funktionieren.

Unser Rentensystem basiert auf einer Kapitalgarantie. In der gesetzlichen Rentenversicherung und in der Zusatzversicherung (Riesterrente).

Jeder kann seine Zusatzversicherung (Riester) so gestalten wie er will - mit höherem Aktienanteil oder ganz ohne. So wie es seinem persönlichem Risikodenken entspricht. Aber - entsprechend unserer Vorstellung von Sicherheit - es muss mindestens das raus kommen was man eingezahlt hat.

Wer darüber hinaus noch für seine Rente ansparen will hat freie Wahl. Von ungeförderten Investmentsparplänen über Häusle bauen bis hin zu geförderten Sparplänen wie Basisrente (bei der auch Kapital verloren gehen kann wenn man will und dafür auf Rendite setzt).

Die USA haben all diese Wahlmöglichkeiten und Förderungen nicht.

Und sie haben auch eine andere Einstellung.

Wenn Du da Dein Kapital verspielst dann wartet kein staatliches Sicherungsnetz auf Dich sondern Du musst sehen wie Du mit Deine Gesundheit und Deinem Lebensunterhalt im Alter klar kommst.

In Deutschland gibt es Grundsicherung mit entsprechender medizinischer Versorgung. Also will die Gesellschaft (der Steuerzahler) auch wenigstens dass der potentielle Anspruchsteller nicht sein Kapital verzockt. Denn soll das so laufen: Ich setze auf volles Risiko. Klappt es bin ich reich und klappt es nicht dann lebe ich von den anderen?

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