Sollte meine Mutter bald mit Abschlägen in Rente oder besser noch warten?

5 Antworten

Ich habe im Bekanntenkreis etliche Fälle bei denen sich diese Frage auch gestellt hat und weiß daher, daß es sich um ein sehr komplexes Thema handelt:

Wie Du richtig geschrieben hast, hängt das von der Lebenserwartung ab. Je kürzer die ist, desto mehr lohnt sich eine frühe Verrentung.

Allerdings ist das mit den Prognosen so eine Sache. Anders als bei früheren Generationen ist eine Krebserkrankung kein Todesurteil und ich kenne da auch viele Fälle in denen Krebskranke steinalt geworden sind.

Man muß in die Berechnung aber einbeziehen, dass der steuerpflichtige Anteil der Rente jedes Jahr um ein Prozent steigt, was allerdings bei dem Familieneinkommen Deiner Eltern wegen des Grundfreibetrags nicht zu Buche schlägt.

Was allerdings zu Buche schlägt ist der Abzug der Beiträge von Kranken- und Pflegeversicherung, der ja ebenfalls prozentual vom Einkommen erfolgt.

Insgesamt also eine schwierige Entscheidung. Vielleicht sollte sich die Mutter zuerst von der Rentenversicherung beraten lassen und danach erst entscheiden.

Wie ist das eigentlich mit der Pflegeversicherung? Dort, Rentner müssten die voll bezahlen, aber bestimmte Rentner wären beihilfeberechtigt und müssten dann sozusagen nur den Arbeitnehmer-Anteil bezahlen.

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Gegenfrage - Hautkrebs - ist sie denn überhaupt nach arbeitsfähig ? Oder stünde Ihr bezüglich der bestehenden Beeinträchtigungen u.U. eine Erwerbsminderungsrente zu?

Arbeitsfähig ist sie vermutlich noch, zumindest in begrenztem Rahmen, sie arbeitet ja nur wenige Stunden in der Woche gewerblich (und macht eben daheim fast alles im Haushalt), klagt aber sehr, dass es ihr eigentlich zu anstrengend wäre. Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente hat sie ohnehin nicht, da sie ja nicht sozialversicherungspflichtig arbeitet.

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So aus der Hüfte: Rente regeln und Rente beziehen.

Wenn sie sich dann noch immer fit genug fühlt kann sie halt wieder einen Minijob annehmen und hat dann das Geld neben der Rente.

Kläre mal die Regeln für den Hinzuverdienst bei Schwerbehindertenrentnern dann kannst Du Deiner Mutter mit Zahlen untermauert was raten.

Was heißt hier aus der Hüfte?

Darum geht es ja, wie die rente zu regeln und dann zu beziehen ist. Wenn du meine Frage nicht richtig gelesen hast, wieso antwortest du dann? Sie will den bisherigen Minijob weitermachen, der fällt natürlich nicht unter die Hinzuverdienstgrenze.

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@Sozialpatriot

Aus der Hüfte bedeutet: Ohne besondere Kenntnis der persönlichen Umstände Deiner Mutter.

Du kannst doch selber rechnen: Sie kann jetzt keine Rente bekommen und arbeiten gehen oder Rente bekommen und arbeiten gehen. Ist doch wurscht ob Abschlag oder nicht. Die Rente jetzt ist auf jeden Fall mehr als der Abschlag.

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Hi, ein Minijob ist grundsätzlich erstmal rentenversicherungspflichtig, nur oftmals verzichtet der Arbeitnehmer auf die Pflicht (das ist seine Entscheidung) und "spart" sich damit den Eigenanteil. Leider geht dadurch der Anteil des Arbeitgebers ins Nirwana und kommt dem Arbeitnehmer nicht zu Gute. Die Befreiung ist für den aktuellen Minijob nicht rückgängig zu machen.

Sollte die Mutter die Möglichkeit haben mal den Job zu wechseln, sollte sie nicht auf die Rentenversicherungspflicht verzichten und durch einen geringen Eigenbeitrag erwirbt sie weitere Ansprüche. Wertmässig vielleicht garnicht relevant aber die Monate. Google doch mal "Minijob-Zentrale" und lies dort gezielt nach.

Schwerbehindert heisst ja nun auch nicht arbeitsunfähig.

Sie möchte aber gerne schon in Rente und auf dem Minijob dann vielleicht noch nebenher weiterarbeiten, sich noch was dazuverdienen quasi. Das Problem ist, dass ihr für die Rentenart "Rente für Schwerbehinderte" 10 Monate von der Wartezeit von 35 Jahren fehlen. Sie würde damals nicht gefragt, ob sie Rentenbeiträge entrichten möchte, als sie den Minijob annahm. Deshalb dachten wir, es würden von ihr Beiträge gezahlt werden, weil ich gelesen habe, das wäre grundsätzlich so, und wenn der Arbeitnehmer grundsätzlich versicherungsfrei sein möchte, muss er das extra beantragen oder mit dem AG so vereinbaren. Dass es jetzt so geregelt, lag glaube ich an der Vorgängerin meiner Mutter, die schon seit Jahren in Rente war und dort nebenher gearbeitet hat.

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@Sozialpatriot

Tja, normalerweise hat der Arbeitgeber dafür eine Fragebogen und muß diesen auch zu den Unterlagen nehmen. Ich würde jetzt denken, sollte es beim Arbeitgeber mal eine Prüfung der Sozialversicherungen geben, müssten die Beiträge (von der Mutter) nachgezahlt werden. Der Arbeitgeber wird seine 15% wohl abgeführt haben. Das könnte dann auf Korrekturen hinaus laufen. Oder läuft das Arbeitsverhältnis schon jahrelang?

Wenn eher kurz könnte der Arbeitgeber eine Korrektur initiieren? Denn verzichtet hat die Mutter anscheinend nicht.

Wenn Beiträge von ihr gezahlt würden, müsste das auf der Abrechnung stehen. Der Arbeitgeber muß ja so oder so 15% zahlen (und hat es wahrscheinlich) und der Arbeitnehmer muß nur noch bis zum regulären Satz der RV aufstocken (im Moment 3,6%).

Ein Gespräch über die Problematik mit der Arbeitgeber könnte helfen.

Ansonsten, kann man die 10 Monate als Mindestbeitrag selber zahlen? Zählt das?

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@ellaluise

Ja, der AG zahlt nur die eigenen 15%, ändern kann man es leider nicht mehr, dazu müsste sie kündigen und wieder neu eingestellt werden oder so, davon wäre der AG nicht begeistert.

Die Dame bei den Rentenversicherung hatte ihr gesagt, sie könne die 10 als Mindestbeitrag zahlen, ja.

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Die Auskunft bei der Rentenversicherung hat auch die Möglichkeit zur Sprache gebracht, fehlende Versicherungszeiten nachzuzahlen. Welcher Betrag wurde denn dabei errechnet? Vielleicht bietet sich auf diese Weise die Möglichkeit ohne Abschläge vorzeitig in die Rente zu gehen?

Nein, nicht ohne Abschläge, aber damit die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt wird. Dazu sind ca. 700 € nachzuzahlen.

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@Sozialpatriot

Es geht um die "Rente für Schwerbehinderte", die sie gerne in Anspruch nehmen möchte.

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@Snooopy155

Ihr machen ja die Abschläge nichts aus, nur hat sie die 35 Jahre noch nicht ganz zusammen.

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@Sozialpatriot

Der Ausweg wurde Ihr doch bei der Rentenberatung aufgezeigt und lautet die fehlende Zeit nachzahlen.

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@Snooopy155

Ok ich wollte nur wissen, ob das wirklich geht oder meine Mutter da irgendwas falsch verstanden hatte.

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