Sollte man bei einem Minijob immer auf die Versicherungsfreiheit verzichten?

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3 Antworten

Wer besser sozial abgesichert sein möchte, sollte auf jeden Fall auf die Versicherungsfreiheit verzichten. Dadurch bekommt man einen höheren Anspruch auf Rente und auch einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente von der gesetzlichen Rentenversicherung. Dazu muss man schriftlich auf die Versicherungsfreiheit verzichten, das kannst du auch noch nachträglich bei deinem Arbeitgeber tun.

Wenn nur ein Minijob ohne Hauptjob ausgeübt wird und die Kinder älter als 10 sind, würde ich immer auf die Versicherungsfreiheit verzichten.

Bei manchen Konstellation sollte man sich ausrechnen lasen, wie viel man zahlen muss.

Das bezieht sich vor allem auf Jobs in Privathaushalten und wenn man weniger als 155 Euro monatlich verdient.

Doch sonst bekommt man für 4,9% des Geldes die Leistung, für die man bei einem versicherungspflichtigen Job 9,95% bezahlen müsste.

Man erhält sich den Schutz für eine Rente wegen Erwerbsminderung oder baut ihn sich wieder auf, kann riestern und verlängert seine Wartezeit, so dass man vielleicht schon mit 63 statt mit 67 Rente bekommen kann.

Außerdem zählen diese Zeiten zu den 45 Arbeitsjahren, mit denen man ab 65 eine ungekürzte Altersrente bekommen kann.

Hast du dich schlau gemacht, was der Vorteil ist von diesem Verzicht ? Fakt ist, es kostet dich immer den halben Beitrag der Rentenversicherung - derzeit 9,5% von deinem Bruttoverdienst.

Vorteile sind m.E. nur zwei Punkte:

  1. Du hast bei Verzicht auf Versicherungsfreiheit den Vorteil, Anspruch zu haben auf alle Reha-Maßnahmen, die ggf. anfallen. ( Ist nicht so der Knüller, zumal Kuren ect. aus Kostengründen von Träger massiv gekürzt und gestrichen werden)

  2. Es werden alle Zeiten, in denen du berufstätig bist, anerkannt.

Erklärung hierzu: wenn du nur einen Minijob hast - und keine eigenen Beiträge zur Rentenversicherung eingezahlt hast, wird von den 12 Monaten Berufstätigkeit eines Jahres nur 2 Monate angerechnet. Die restlichen 10 Monate sind weg ... sie werden auf die Gesamtmonats-Berechnung, die für die spätere Berechnung der Rente - nicht anerkannt. Das könnte relevant werden, wenn du später mal aus gesundheitlichen Gründen früher in Rente gehen musst. Derzeit werden pro Monat, den man zu früh geht, 0,3% der Rente gekürzt. Das kann später mal finanziell ganz schön weh tun.

Sollte man bedenken.

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