Soll ich in meine Rechnung auch die Umsatzsteuer-ID meines Kunden als Kleinunternehmer auf der Rechnung in EU-Ausland angeben?

4 Antworten

Umsatzsteuerliche Probleme löst man, indem man sie von vorn nach hinten löst und nicht irgendwo mitten reingreift, wo man erfolgter Prüfung nicht mal hinkommt, so wie hier.

Dass du in Deutschland Kleinunternehmer bist, steht in § 19, also ziemlich weit hinten. Das interessiert aber die Briten nicht, die haben ihr eigenes Umsatzsteuergesetz und gucken nicht in unseres rein.

Los geht's:

Weiter vorn, nämlich in § 3a UStG steht drin, wo eine Leistung als erbracht gilt. Es ist eine auf elektronischem Weg erbrachte Leistunng, und für die Ortsbestimmung gilt:

  • Ist der Abnehmer ein Unternehmer, so gilt § 3a (2) UStG mit der Folge, dass der Umsatz in UK stattfindet.
  • Ist der Abnehmer kein Unternehmer, so gilt § 3a (5) UStG mit der Folge, dass der Umsatz in UK stattfindet.

In beiden Fällen also die gleich Rechtsfolge: Umsatz findet in UK statt, nicht in Deutschland. Also können wir das deutsche UStG getrost zugeschlagen lassen. Die Eigenschaft "Kleinunternehmer" spielt hier keinerlei Rolle.

Die Rechnung wird - da das deutsche UStG nicht anwendbar ist - ohne deutsche USt ausgestellt.

Du musst dich also nur noch um das britische Recht kümmern. Das ist auch einfach: Es funktioniert an dieser Stelle ebenso wie das deutsche:

  • Entweder der Abnehmer ist Unternehmer, dann gilt für ihn das Reverse-Charge-Verfahren. (Das steht in Deutschland im § 13b und damit immer noch weit vor dem § 19.).
  • Oder er ist kein Unternehmer, dann müsstest du dich in UK steuerlich registrieren. Wie die Briten das alledings durchsetzen wollen, bleibt mir ein Rätsel.

Also schreibst du deine Rechnung ohne jede Umsatzsteuer. Ob du nun eine oder mehrere ISt-IDs draufschreibst oder einen Hinweis darauf, dass du in Deutschland (!) für deine deutschen (!) Umsätze Kleinunternehmer bist, interessiert hier keinen Lappen.

Dich muss auch nicht interessieren, ob du aus britischer Sicht Kleinunternhmer bist (bist du nicht, weil dort nicht ansässig bist). Es spielt keine Rolle.

Wenn Du Marketingleistungen für Deine Kunden anbietest, werden die doch vermutlich alle Unternehmer sein.

Warum machst Du dann von der Kleinunternehmerregelung gebrauch und verzichtest auf den Vorsteuerabzug? Hast Du soviel Geld, dass DU auf diesen Vorteil verzichten kannst?

Im Übrigen, um auf Deine Frage zurück zu kommen, Es reicht, wenn Du die USt-ID Deines britischen Kunden erfasst.

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ja toll keine UST berechnen, aber eine fremde UST-ID angeben. Der/die Unternehmer in GB wird dann richtig verwirrt sein. Mal sehen ob die drauf kommen, das es ihre UST-ID ist. Wohlmöglich werden die aus dem Rechnungs-Betrag 19% herausrechnen.......

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@hildefeuer

OK, jetzt bin ich sogar mehr verzweifelt. 

Soll ich in dann beide or keine Umsatzsteuer-ID angeben?

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@hildefeuer

 ja toll keine UST berechnen, aber eine fremde UST-ID angeben.

Das habe ich nicht geschrieben, sondern:

 Es reicht, wenn Du die USt-ID Deines britischen Kunden erfasst.

Der FRager muss ja zum Nachweis, dass es sich beim Auftraggeber um einen Unternehmer handelt, dessen USt-ID haben und auch zur Sicherheit abfragen.

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@anippc

 OK, jetzt bin ich sogar mehr verzweifelt.

Dafür besteht kein Grund.

Auf Deiner Rechnung ist Deine USt-ID verzeichnet, ganz normal.

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@anippc

nein nicht irgendwie angeben sondern den Kunden klar die UST-ID zuordnen und den Kunden benennen:

Firma xy Adresse, UST-ID dann auf der Rechnung unter der Gesamtsumme "Kleinunternehmer im Sinne $19 UstG" und darunter die deutsche EST-Steuer-Nr. xx/xxx/xxxxx.

Gibt man die UST-ID unten an, glaubt der Kunde das wäre die ID des Rechnungsausstellers und rechnet wohl möglich UST raus, da ja keine Aussage über die Steuer getroffen wird. Auch nicht Netto oder Brutto verwenden. Auch das führt nur zu Irrtümern und Rückfragen.

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@wfwbinder

Viel Spass damit. Banken haben vielfach keine UST-ID. Ärzte auch nicht, sind aber trotzdem Unternehmer. Was gibt man dann an? Ersatzweise die EST-Nr.

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@hildefeuer

""

 OK, jetzt bin ich sogar mehr verzweifelt.

Dafür besteht kein Grund.

Auf Deiner Rechnung ist Deine USt-ID verzeichnet, ganz normal.""

Hä Kleinunternehmer Reglung §19 UST ID, wo soll die her kommen?

Er hat keine. Das ist Fakt. Er kann nur mit der normalen Steuer-Nr. und der Steuer ID aufwarten.

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@hildefeuer

 Er hat keine. Das ist Fakt. Er kann nur mit der normalen Steuer-Nr. und der Steuer ID aufwarten.

Natürlich kann auch ein Kleinunternehmer eine USt-ID beantragen.

Beim Einkauf in anderen EU-Staaten kann die verwendet werden, es unterliegt dann der Erwerbsbesteuerung, kann aber Vorteile bringen, wenn der andere EU Staat einen höheren Steuersatz hat. Kann sich lohnen, den einige Länder haben Steuersätze bis zu 25 %.

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@hildefeuer

Na dann sieh mal in die Unterlagen Deiner Bank. Bei denen wo ich Konten führe steht eine USt-ID dabei.

Bei Ärzten (und wir reden ja hier nur über den grenzüberschreitenden Verkehr) kann man sich ja deren Eintrag von der dortigen Ärztekammer geben lassen und die Steuernummer.

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@hildefeuer

 die deutsche EST-Steuer-Nr. xx/xxx/xxxxx.

Die geht keinen etwas an.

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@wfwbinder

Das ist nicht bei allen Banken der Fall. Paypal z. B. hat keine. Google, die auch eine Bank Lizenz haben nennen auch keine Ust-ID.

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@hildefeuer

Google Ireland Ltd. USt-ID: IE 6388047V

Paypal hat noch bei keinem meiner Mandanten etwas eingekauft. Aber deren Unternehmereigenschaft zu bestätigen, wird relativ einfach sein.

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Hallo,

Danke für alle Antworten! 

Fazit:

Rechnung ohne Umsatzsteuer ausstellen.

Meine UstG ID soll ich nicht angeben. 

Die USt-ID meines britischen Kunden reicht, ist aber optional.

Behandlung von Umsatzsteuer (reverse charge; Leistung aus EU-Ausland) in der Einnahmenüberschussrechnung als umsatzsteuerbefreiter Kleinunternehmer?

Guten Tag,

ich hätte eine Frage zur Umsatzsteuer nach dem reverse charge Verfahren als umsatzsteuerbefreiter Kleinunternehmer und konnte im Internet leider keine Antwort auf meine Frage finden.

Ich verkaufe als Kleinunternehmer Waren auf eBay und muss diesbezüglich Provisionen an ebay zahlen. Da eBay in Luxemburg ansässig ist, muss ich (trotz der generellen Umsatzsteuerbefreiung) für die gezahlten Provisionen 19% Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. Das heißt z.B. dass ich in 2017 bei der (jährlichen) Umsatzsteuererklärung (muss keine Voranmeldung machen) 19% der 2016 gezahlten Provisionen ans Finanzamt abführen werde.

Hier nun meine Frage: nach meinem Verständnis setze ich diese (2017 ans Finanzamt gezahlte) Umsatzsteuer in meiner EÜR 2017 als überschussmindernde Kosten an. Ein Bekannter von mir meinte hingegen, dass die Umsatzsteuer nicht in der EÜR angesetzt werden dürfe und die Zahlung ergebnisneutral ist und sozusagen mein "Privatpech" ist.

Könnt Ihr mir vielleicht beantworten, ob meine geplante Vorgehensweise korrekt ist oder nicht? Vielen Dank vorab.

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