Soll Freundin Unterhaltsangebot von 50.000,00 € annehmen?

1 Antwort

Der Unterhaltsanspruch des Kindes ist unverzichtbar und unabgeltbar. Mit anderen Worten, während die Ex-Ehefrau ihren Unterhalt durchaus auch durch eine Einmalzahlung abgelten lassen kann (und damit auf weitere Ansprüche explizit verzichten müsste), kann weder der Vater noch die Mutter dies für das Kind tun. Der Unterhalt für das Kind muss weiter fortlaufend gezahlt werden.

Rechnet man EUR 400 p.m. für das Kind, so wären das bei 15 Unterhaltsjahren schon EUR 72.000. Die EUR 50.000 hören sich nach viel Geld an, aber das ist in Bezug auf das Kind überhaupt nicht viel. Unterhaltssätze ändern sich und auch das Einkommen des Kindesvaters kann sich ändern, so daß der Unterhalt sogar noch höher ausfallen kann.

Weiterhin können für das Kind Mehr- und Sonderbedarfe ggf. geltend gemacht werden. Beispiele sind private Krankenversicherung, besondere Zahnbehandlungen, etc.

Daher: sie kann das Unterhaltsangebot für sich annehmen - für das Kind gilt weiter die gewöhnliche Unterhaltsverpflichtung.

Weiterhin ist zu prüfen, inwieweit die Erlangung der EUR 50.000 des Vaters als Einkommen zählen kann, d.h. in diesem Fall würde sich der Kindesunterhalt entsprechend erhöhen. Liegt der Anspruch auf die EUR 50.000 aus irgendeinem Geschäft sogar noch in der Ehezeit begründet, hätte die Ex-Ehefrau noch im Rahmen des Zugewinnausgleichs ggf. einen Anspruch auf einen Anteil daraus.

Addendum: sollte die Freundin die Befürchtung haben, nichts zu bekommen (weil der Vater zwar jetzt 50 kEUR hat, dann aber wieder nichts), so kann sie einen Teilbetrag als Abgeltung ihrer Ansprüche ansehen und den Rest als Nachzahlung bisher geschuldeten bzw. Vorauszahlung zukünftigen Kindesunterhalts (auf Basis der regulär anzuwendenden Sätze lt. Düsseldorfer Tabelle). Bei Veränderung der zukünftigen Sätze wäre dies entsprechend anzupassen.

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Das auf den Kindesunterhalt nicht verzichtet werden kann wurde ja schon geschrieben. Dieses ist festgelegt im § 1614 BGB. Selbst wenn dieses geschilderte Vorhaben notariell niedergeschrieben würde, wäre es sittenwidrig. Darauf würde der Notar auch hinweisen. Wenn man gemein ist, könnte man die 50.000€ zunächst mal annehmen und im Anschluss den Kindesunterhalt fordern.

Wer freiwillig sofort 50TEUR bar auf den Tisch legt, muss wohl damit rechnen, sonst wesentlich teurer wegzukommen.

Das wäre eventuell ein Grund, es nicht zu machen.

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