Sind Renten-ETFs (festverzinsliche Wertpapiere) relativ sicher und geeignet als konservative Anlage?

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Aha. Du kennst Dich mit Rentenfonds nicht aus und fragst Dich, was denn die generellen Auswirkungen der Marktlage sein könnten, legst Dich aber schon jetzt auf den genannten ETF fest? Das passt nicht.

Zunächst mal: seit mehr als zwei Jahren unken Leute, daß jetzt bald eine Zinserhöhung kommt und damit Rentenanlagen Unsinn seien. Dennoch war 2014 ein sehr interessantes Jahr für Renditen mit Anleihen. 2015 setzt daran an.

Der Theorie nach dürfte ein KBC Renta Long nicht gut gelaufen sein. Ist er aber :-)

Natürlich werden längerlaufende Anleihen leiden, wenn die Zinsen steigen. Darum wird man auch jetzt nicht einen Fonds nehmen, der primär in solche Risikoanleihen investiert, sondern vielleicht einen High-Yield-Fonds in EUR, einen globalen Bonds-Fonds oder Kurzläufer bis mittelfristige Anleihen.

- High-Yields haben einen höheren Spread zum risikolosen Zins und sind daher weniger von Zinserhöhungen betroffen.

- Globale Bonds-Fonds können diversifizieren und gezielt in Märkte gehen, die geringere Risiken bieten.

- Anleihen mit kurzen bis mittleren Laufzeiten haben geringere Kursrisiken als längerlaufende.

ETFs bilden enge Marktscheibchen ab, die Du kombinieren und schnell umschichten oder umgewichten kannst. Das wirst Du jedoch nicht tun. Du möchtest einen Fonds, der im Portfolio liegen kann. Das wäre kein ETF. Schon gar nicht im Rentensegment. Daher würde ich Dir raten, eher einen guten Fonds mit ein paar der oben genannten Kriterien zu suchen, um Dich gegen verschiedene konjunkturelle und zinsstrukturelle Risiken zu wappnen.

Aufgrunder der Fragestellung kann man nachvollziehen, dass Du nur sehr wenig Ahnung in diesem Bereich mitbringst. Das ist auch nicht schlimm. Das kannst Du ja lernen. Jedoch passt Deine Ahnungslosigkeit nicht damit zusammen, dass Du bereits ein Anlageinstrument für Dich ausgewählt hast.

ETFs sind meiner Meinung nach Bausteine für erfahrene Anleger. Wenn schon Renten dann bitte über einen aktiven Fonds. 

Ändern sich die Zinsen werden Anleihen je nachdem mehr oder weniger wert. Für den Verkauf während der Haltedauer, ist das entscheidend. 

Rechnung zum Aufzeigen des Prinzips einer Anleihe: Quelle: FAZ

Du hast eine Anleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren und einem Kupon von 2 Prozent gezeichnet, als der Kapitalmarktzins bei 2 Prozent lag, dann lag der Preis - zumindest theoretisch - genau bei 100 Prozent. Wollte er also 2.000 Euro investieren, so hat ihn das Investment genau 2.000 * 100 Prozent, also 2.000 Euro gekostet.

Ist kurze Zeit später der Kapitalmarktzins von 2 auf 3 Prozent gestiegen, so änderte sich damit auch die Basis für die Bewertung Deiner Anleihe. Der zukünftiger Zahlungsstrom hat sich nicht geändert: Du erhält nach wie vor jedes Jahr Deinen Kupon von 2 Prozent auf das investierte Kapital.

Allerdings wird dieser jetzt mit dem höheren Zinssatz von 3 Prozent abdiskontiert. Dadurch fällt aber der Preis Deiner Anleihe von 100 Prozent auf 91,2 Prozent. Und damit natürlich auch der Zeitwert seines Investments auf 1824 Euro. Mit anderen Worten, Du hättest in diesem Fall einen Kursverlust von rund neun Prozent zu realisieren.

Genau das Gegenteil würde passieren, wenn der Kapitalmarktzins von 2 auf 1 Prozent gefallen wäre. Der Wert der Anleihe würde von 100 auf 108,8 Prozent steigen, sein Investment wäre etwa 9 Prozent mehr wert als zuvor.

Daraus lässt sich zumindest rudimentär das Konzept der sogenannten Duration ableiten. Die Duration ist ein Maß dafür, wie stark eine Anleihe auf eine Zinsänderung reagiert. Sie ist um so größer, je länger die Laufzeit einer Anleihe ist und je tiefer ihr Kupon.

Aktuell liegen die Zinsen auf einem sehr niedrigen Stand. Bei einem Zinsanstieg wird also der Kurs von Rentenfonds leiden. Anleger die auf lange Frist anlegen, sollten sich bei der Anlageentscheidung meiner Meinung nach jedoch nicht zu stark von dem aktuellen Zinsniveau beeinflussen lassen. 

Du kannst also schon auch in Rentenwerte investieren. Zur Diversifikation eines Fondsdepots halte ich dies auch für sehr empfehlenswert. Solltest Du jedoch noch recht jung sein ist ein großer Anteil Aktieninvestments zB. in Form von Fonds empfehlenswert. Eventuell ist auch ein flexibles Anlageinstrument ( Mischfonds) für Dich eine gute Wahl. Wenn es wirklich Rentenfonds sein sollten dann aufgrund der besseren Diversifikation evt. ein globaler Fonds. Wenn das Managment auf eher kuzlaufenede Anleihen setzt wirkt sich das Kursänderungsrisiko ebenfalls nicht so stark aus. Eine weitere Alternative wären Hochzinsanleihen. 

Informiere Dich über die diversen Möglichkeiten und schau im Internet auf diversen Seiten nach um die Problematik auch richtig zu verstehen. Dann kannst Du auch evt. eine begründetet Anlageentscheidung treffen.

Den genannten Basisindex wird es immer geben, vorbehaltlich der Auflösung der Eurozone. Der Index enthält Staatsanleihen jeder Fälligkeit, also auch sehr lange Laufzeiten. Genau hier in dieser Bündelung sehe ich das eigentliche Problem, sollte es zu Zinssteigerungen am Kapitalmarkt kommen.

Wie bei jeder (langlaufenden) festverzinslichen Anleihe sinken bei steigendem Kapitalmarktzins die Börsenkurse. Während Du bei der Anleihe bei Fälligkeit 100 % zurückgekommst, fehlt bei einem Anleiheindex eine solche Endfälligkeit. Es besteht also das hohe Risiko, dass der heute zu ca. € 123 gekaufte ETF bei gestiegenem Zinsniveau in 10 Jahren nur noch zu € 80 notiert.

Dieses Zinsänderungsrisiko kannst Du mit einem Renten-ETF dann umgehen, wenn dieser sich auf einen Index mit einer vorgegebenen Restlaufzeit der Anleihen bezieht, z. B. 5-7 Jahre.

Das Bonitätsrisiko ist bei den Renten-ETFs nicht so gravierend wie das Zinsänderungsrisiko. Aber wessen Bonität kann man schon sicher für 10 Jahre prognostizieren?

 

Wieso gibt es bei der Bank zwei Töpfe "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern"?

Ich habe ein Depot bei der Postbank. Ich habe zuletzt Gewinne realisert.

Vor der Gewinnrealisierung hat ich einen Betrag im Topf "Aktienverluste".

Zuerst habe ich eine Aktienposition mit Gewinn verkauft.

Dadurch ging der Topf Aktienverluste auf 0. Der restliche Verkaufsgewinn wurde mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet.

Dann habe ich ein Zertifikat verkauft. Der Sparerpauschbetrag ging durch diesen Verkauf auf 0 und der Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Sonstige" wurde um den verbleibenden Gewinnbetrag erhöht.

Dann habe ich einen ETF verkauft. Der gesamte Gewinn hieraus musste versteuert werden und der Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Sonstige" wurde um den Gewinnbetrag erhöht.

Anschlissend habe ich eine Aktienposition mit Gewinn verkauft. Nun wurde der Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Aktien" um den Gewinnbetrag erhöht.

Fragen hieraus:

Werden Aktienverluste, die ich sehr wahrscheinlich noch realisieren muss, nicht automatisch mit dem Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Sonstige" verrechnet?

Bzw. ist es nicht möglich/zulässig Aktienverluste mit Gewinnen aus ETF's/Zertifikaten verrechnen bzw. umgekehrt?

Wenn das nicht gehen sollte, sollte man dann überhaupt Aktien und gleichzeitig ETF's/Zertifikate in seinem Depot haben?

Ansonsten könnte es ja z. B. passieren, dass man Steuern auf Aktiengewinne zahlen muss, obwohl man vorher große Verluste mit ETF's gemacht hat, und umgekehrt?

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