Sind Immobilienfonds gute Anlage Möglichkeiten?

2 Antworten

Das ist entweder die falsche Frage oder zumindest fehlt etwas ganz Entscheidendes in Deiner Frage: welche sonstigen Investments hast Du und was ist Deine Erwartung an diese Art der Anlage?

Jemand, der keinerlei Geldanlagen außer Tagesgeld und ggf. Festgeld besitzt, sollte nicht in nur Immobilienfonds einsteigen, da dies ein Branchenrisiko darstellt, das sich schnell materialisieren kann, wenn die Branche in Verruf kommt oder schlecht läuft. Das gilt für alle Branchen.

So wie Du die Fonds in einem Zug mit Schiffsfonds nennst, handelt es sich bei dem Immobilienfonds zudem wahrscheinlich noch um einen geschlossenen Fonds, d.h. eine Beteiligung. Hier gibt es weitere Risiken durch die Art des Fonds.

Eine "vernünftige" Anlage ist aus meiner Sicht eine diversifizierte, die in Bezug auf Ertragschancen und Risiken zum Profil und den Erwartungen eines Anlegers passt.

  • Man sollte eine Reihe solider Kerninvestments haben, die über Jahre hinweg Bestand haben können und mit moderater Volatilität sinnvolle Erträge liefern oder Wertsteigerungen zeigen, damit nach Steuern und Inflation kein negatives Ergebnis entsteht.

  • Diese Kerninvestments können durch chancenorientiertere Investments ergänzt werden, die einzelne Assetklassen und -bereiche, die man für vielversprechend hält, jeweils beimischen.

Ein Teil eines Kerninvestments kann durchaus auch ein solider und vertrauenswürdiger, geschlossener Immobilienfonds, z.B. für eine Pflegeimmobilie, sein. Nur wäre eben ein solches Instrument alleine ein Widerspruch zur Notwendigkeit der Diversifikation. Diversifikation hilft, negative Entwicklungen eines Instruments durch wenig korrelierte Bewegungen der anderen Instrumente auszugleichen oder zumindest zu mildern.

Wenn Du nun im Rahmen einer Portfolioallokation für z.B. 250.000 EUR beispielsweise entschieden hast, daß 6% dem Thema Immobilien gewidmet sein soll, dann könnte man ja 2% in einen offenen Immobilienfonds (Renditeerwartung vor Steuern 2-4%), 2% in einen REIT-Fonds oder -ETF (Renditeerwartung vor Steuern 3-6%) und 2% in eine vertrauenswürdige, solide geschlossene Immobilienbeteiligung (Renditeerwartung vor Steuern 5-8%) stecken. Sollten die Aktienmärkte (REIT-Aktien) 50% einbrechen, so wäre das nur ein Minus von 1%. Sollte die geschlossene Beteiligung irgendwann insolvent gehen, dann wäre das auch nur ein Minus von 2% im Gesamtportfolio.

Steckst Du nun aber 30% in die Beteiligung und sitzt einem Verkäufer auf, der seine Provision schnell einsteckt, dann aber verschwindet und Dich mit einer für sich selbst die Sahne aus den Erträgen abschöpfenden Verwaltungsgesellschaft irgendwo im Ausland sitzen läßt, dann hast Du in der folgenden Insolvenz nämlich 30% Verlust im Portfolio.

Also: die Frage kann man nicht wirklich beantworten. Immobilien sind sinnvoll. Die Qualität der Beteiligungs- und Investmentgesellschaften darf man jedoch ebenso wenig außer Acht lassen wie die eigene Portfoliostruktur und die eigenen Absichten, finanziellen Möglichkeiten und Präferenzen.

Kann sein, kann sein nicht...

Deine Ziele und Deine Möglichkeiten setzen den Rahmen, wie Gandalf schon sehr schön ausführlich dargelegt hat. Ich persönlich kenne auch mehr Immobilienfonds, die nicht so funktioniert haben, wie geplant, als anderherum. Auf dem Papier liest sich immer alles ganz toll, aber ob die Idee hinter dem Fonds tatsächlich dauerhaft Bestand hat, ist schwer vorherzusagen.

Für mich ist in diesem Bereich im Moment nur der Habona-Fonds interessant. Er ist langweilig, deckt ein Grundbedürfnis und investiert langfristig. Das sind gute Voraussetzungen dafür, dass er durchhält und den Anlegern die Rendite bringt, die sie erwarten. :-)

Nicht wirklich Immobilienfonds sind die sachwertbesicherten NPL-Fonds (z.B. von der GGH AG), obwohl bei denen auch der größte Teil der Gewinne aus Immobiliengeschäften kommt. Das könnte auch interessant sein. (Bitte nicht verwechseln mit den unbesicherten NPL-Fonds von z.B. Publity)

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