Sind Immobilienaktien besser als der Kauf einer richtigen Immobilie?

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4 Antworten

Das hängt ja wohl von Deinem finanziellen Status und Deinen Zielen ab.

  • Die eigene Immobilie kann sinnvoll sein, wenn Du auf absehbare Zeit an einem Ort wohnen bleiben wirst und Deine finanzielle Leistungsfähigkeit das problemlos zuläßt. Zu knapp sollte man das nicht planen. Die eigengenutzte Immobilie mit einem Gärtchen dabei ist ja auch ein guter Weg, um Lebensqualität zu gewinnen - es geht nicht nur um monetäre Vorteile. Insbesondere mit Kindern würde ich diesen Punkt nicht unterschätzen.

  • Die vermietete Immobilie wäre sinnvoll, wenn Du eine solche kaufen kannst, die mit geringem Leerstandsrisiko für marktgerechte Preise zu vermieten ist, so daß dies auf die Dauer tatsächlich ein leicht profitabler Sachwert für Dich ist. Aufgrund des Leerstandsrisikos sollte man auf keinen Fall zu hohe m Kompromisse beim Kauf eingehen, die die finanzielle Leistungsfähigkeit strapazieren.

  • Der klassische offenen Immobilienfonds diversifiziert über bestimmte Objekte in einer Region oder aber global, wobei typischerweise auch die Art der Immobilien definiert ist (Wohnimmobilien, Bürohäuser, Einkaufszentren, Pflegeimmobilien, ...). Das halte ich nach wie vor für ein solides Grundinvestment mit einer Rendite von 3-5% p.a. - geht man in mehr detaillierte Segmente, z.B. weitervermietete Immobilien aus Pfändungen in USA, dann kommt man auch in die Gegend von 8%.

  • Die REITs sind bei den meisten Anlegern noch nicht so recht bekannt, stellen jedoch IMHO eine interessante Möglichkeit zur Investition in einzelne Teilklassen von Immobilien dar. Man kann auch einen REIT-Fonds oder -ETF kaufen, der dann über mehrere REITs diversifiziert. REITs sind steuerlich begünstigt und liefern daher auch Erträge von 3-6%.

Da es ohne Risiken keine Rendite gibt, solltest Du die Risiken abwägen, ob sie für Dich tragbar sind. Die Kreditzinsen sind immer noch auf Tiefstständen, jedoch werden Baufinanzierungen am langen Ende langsam wieder teurer, da man mit Erholungen auf die typischen 10 Jahre rechnet. Also ist es besser, demnächst etwas in Angriff zu nehmen, als noch 1-2 Jahre zu warten - auch wenn sich die Leitzinsen auf diese Zeit nicht verändern sollten.

Ich persönlich habe meine eigengenutzte Immobilie, einen offenen Immobilienfonds (2% des Portfolios) und REIT-ETFs (5% des Portfolios). Vermieten will ich mir nicht antun :-)

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Das "gewisse" Risiko ist für ziemlich viele, die es eingehen, ein sehr hohes. Ob es sich "lohnt" hängt davon ab, ob man auch etwas passendes zu Mieten findet. Wenn lohnt es ich vielleicht aus ideellen Gründen. Wirtschaftlich sieht es aber zu Ende (also auf die Lebenszeit) gedacht in aller Regel so aus, dass es sich nicht lohnt.

Das hängt aber zu ganz wesentlichen Teilen vonden persönlichen Verhältnissen, Ereignissen in der Zukunft und davon ab, was man sonst mit dem Geld macht. Wenn man es sonst verzockt oder bei der nächsten Inflation halbiert, dürfte es mit einer Immobilie, speziell einer selbst genutzten kaum oder kaum wesentlich schlimmer kommen. Es kann mit der Immobilie durch die Hedbelung natürlich auch wesentlich schlimmer kommen.

Das mit dem Immobilien AGs habe ich nicht verstanden. Wenn viele Leute Immobilien kaufen und so ein Markt übersättigt wird (ich denke, das ist deine Sorge), erhöht das die Wahrscheinlichkeit auf einen Abschwung nicht nur für Eigentümer sondern auch für Immobilien-AGs.

http://www.finanzfrage.net/tipp/immobilien-kaufen-oder-mieten-teil-1

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Wenn ich Autoaktien kaufe, stelle ich mir nicht vor, Anteile an Autos zu kaufen, sondern an Herstellerfirmen wie BMW. Was verstehst Du unter Immobilienaktien? Es gibt solche mit Anteilen an Baufirmen (wie HochTief), an Immobilienverwaltungsgesellschaften oder auch an Immobilienbesitzgesellschaften. Und es gibt Immobilienaktienfonds (z. B. AXA Aedificandi), an denen man Fondsanteile erwerben kann.

Wenn Du die erste eigene Immobilie kaufst, dann gehst Du vorallem ein Klumpenrisiko ein. Wenn es Deine Hunderste wäre, dann hast Du zwar auch ein gewisses Risiko, aber vorallem eine Risikostreuung.

Mit dem Kauf der Immobilienaktien von Immobilienbesitzgesellschaften reduzierst Du das Klumpenrisiko, weil Du Deine 500 Aktien einzeln verkaufen kannst. Aber andererseits haben diese Gesellschaften auch Fremdfinanzierungen für ihre Immobilien aufgenommen. Es wäre zu prüfen, ob diese Immobilien auch weise finanziert wurden. Nur Einfluss hast Du darauf nicht, sondern nur auf Aktienkauf oder -verkauf.

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Die Frage ist eine eindeutige "Äpfel- Birnen-Frage", da die Anlageformen zu unterschiedlich sind: Aktien sind hochliquide, stark im Wert schwankend und der Kauf/Verkauf kostet mich nur 0,x Prozent des Kursnotierung. Immobilien sind hoch illiquide, kaum im Wert schwankend und der Kauf/Verkauf kostet unglaubliche 6-10 Prozent, wegen Grunderwerbssteuer (4-5 %), Notar, Anwalt, Makler etc.

Prinzipiell kann man über stark unterbewertete Immoblienaktien (gemessen am NAV) günstig in Immobilien investieren. Da es jedoch um so grundunterschiedliche Investmentarten handelt, sind sie eigentlich kaum Anlagealternativen.

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