Sind Geldanlagen und speziell Wertpapierdepots vor staatlichem Zugriff (in Zeiten einer schweren Krise) noch ausreichend sicher?

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6 Antworten

Wir sind in Deutschland, wir haben ein festes Gesetzgebungsverfahren und wir haben ein Verfassungsgericht.

Auch schon bevor das so war, wurden Kapitalanleger nicht um ihre Wertpapierdepots gebracht, in dem das einfach konfisziert wurde.

Auf welcher gesetzlichen Grundlage sollte denn so ein Szenarion begründet werden?

Leutedie so etwas behaupten haben meist einen Grund dies zu machen, weil sie etwas verkaufen wollen "Leute kauft Gold in Barren zu 1-5 Gramm" das könnt ihr zuhause einlagern, da hat keiner Zugriff drauf."

Ich bin seit 2008 in diesem Forum und schon zu Zeiten des Beginns der Finanzkrise wurden Bilder von angeblichen Vorräten an neuen Banknoten der Ersatzwährung gezeigt. Verbunden mit der Ankündigung spätestens 3 Monate später würde der Euro verschwinden. Wir haben noch immer den Euro, obwohl inzwischen 7 Jahre vergangen sind.

Ist das Szenario so abwegig?

Eigentumsrechte und Privatsphäre gelten offenbar immer weniger (Bankgeheimnis etc.) und evtl. ist künftig nichts mehr vor staatlichem Zugriff geschützt. Wenn es zu einem “Lastenausgleich” oder anderen Zwangsenteignungen kommt, zählt das Vermögen und da spielt es keine Rolle, ob es Aktien, Geld oder Immobilien sind. Der Staat wird sich an unserem Ersparten gesundstoßen und damit die eigenen Schulden finanzieren, so wie es immer gemacht wird.

Gesetze sind schnell angepasst., in den 50er Jahren hat man ja auch mit dem Lastenausgleichsgesetz einiges kassiert.

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@microgeo

wieder ein falsches DH.

es ist richtig, dass das Bankgeheimnis ersatzlos gestrichen wurde und Geld bald weltweit nicht vor dem Staat sicher ist. Es macht auch Sinn, Bargeld abzuschaffen, damit der Staat Zugriff hat.

Du schwerst nur Sichteinlagen und alles andere über einen Kamm und das ist nicht legitim. Der Staat hat sehr unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten. Was sollte er mit den 1.000.000.000 Anteilen von Klauxx an Neomedia anfangen? Was mit Telekom- oder Commerzbankanteilen, bie deren Verkauf er sich selbst arm macht? Was an der Börse gehandelt wird, kann man nicht so einfach einkassieren - schon allein, weil das Depot überall auf der Welt sein kann und er das Thema nicht so einfach in den Griff kriegt. Warum sollte der Staat dann was in Depots liegt gegenüber Gold oder irgendwas, was gehortet wird, benachteiligen. Hat er doch ein (massives) Interesse daran, dass Unternehmen geld zur Verfügung gestellt wird. Das Interesse daran, dass Menschen Geld horten hält sich dagegen in Grenzen.

Einfach überlegt (und so ist es auch in der Historie gewesen) kann der Staat sehr einfach Sichteilagen aller Art ran. Das kann auch an einem Freitag Abend beschlossen werden. Bei den Immobilien kann er sich dagegen mehr zeit lassen. Die können ja nicht flüchten. Historisch betrachtet sind Zwangshypotheken eine sehr gute Idee. Ebenso kann er die Grunderwerbsteuer und die Grundsteuer einfach anheben. Bei Gold könnte der Staat, da er zurecht oder zu Unrecht dort größere Schwarzgeldbestände vermutet, eine Art Mehrwertsteuer einführen, damit jeder Handel offengelegt werden muss.  

Das on dir angesprochene Wertpapierdepot ist im Vergleich dazu für alles, was über eine (mögliche) Vermögensteuer hinausgeht, aus meiner Sicht einfach zu ungerecht und zu umständlich.

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@Rat2010

Die Fragestellung:

Sind Geldanlagen und speziell Wertpapierdepots vor staatlichem Zugriff (in Zeiten einer schweren Krise) noch ausreichend sicher?

impliziert eine direkte, nicht durch derzeit gültige Gesetze gerechtfertigten, Zugriff auf Geld, Depots usw. in Form einer Beschlagnahme.

Eine Vermögensabgabe, die Erhöhung von Steuern usw. müssen ja durch ein Gesetzgebungsverfahren.

Die Vermögensabgabe nach dem 2. Weltkrieg, war im Prinzip (es hieß ja auch Lastenausgleichsgesetz) ein Geniestreich, um zwischen Menschen die alles verloren hatten udn denen, deren Eigentum nur gering geschädigt wurde, einen Ausgleich zu schaffen. Die Zahlungsfrist war ja auch über 1. Generation verteilt.

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Blauäugigkeit eines Vertreters der höchstwahrscheinlich Papiergeldanlagen verkauft!

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Wenn man auf die Beispiele nach dem 2. Weltkrieg schaut, hat kaum staatlicher Zurgiff stattgefunden. Bei der Kaupting Bank und damit verbundener Pleite Islands, waren nur die Einlagen der Bankkunden betroffen, obwohl es ein Einlagensicherungssystem gab. Die Kunden haben Ihr Geld ohne Zinsen jahre später doch wiederbekommen. Bei Zypern sind die Konditionen bekannt: Kundeneinlagen über 100.000€ wurden enteignet. Aber die deutsche Politik hat ja resultierend daraus nachgebessert. Heute sind Einlagen bis 100.000€ sicher, allerdings nicht einklagbar. Darüber hinaus gibt es Sonderregeln bei Immobilienverkauf und Notariellen Konten. Diese Sonderregeln wurden im Nachgang der Zypern-Pleite nachgebessert. Dort hatten Verkäufer von Immobilien Ihr Vermögen verloren, auch wenn es auf Notar-Konten lag. Ob diese Sonderregeln Europa-weit gelten weis ich nicht. Auch bei Bank-Pleiten in Deutschland aus der Zeit vor der Einlagensicherung (da war doch in Köln in den 60ern mal eine Privatbank pleite gegangen, jemand aus der Verwandtschaft hatte damals dort ein Schließfach) sind Wertpapierkonten und Bankschließfächer nicht betroffen gewesen.

Allerdings gilt dies alles nur für Friedenszeiten. Falls ein Krieg ausbricht, gelten all diese Regeln nicht mehr. Beispiel: Die Auflösung und Enteignung der IG-Farben AG. Dies ist ja durch Besatzungsmächte geschehen, genauso wie die Landreform durch die Rote Armee in der DDR. Das hat heute noch Bestand. Das Haus Hannover hat ja bis zur höchsten Instanz verloren. Die Bodenreformen zu DDR-Zeiten wurden ja weitestgehend rück abgewicklet. Also selbst wenn sich Griechenland Russland anschließt, kann man als Immobilieneigentümer in Griechenland nicht enteignet werden. Würde Griechenland von Russland anektiert, so hat dies für alle Zukunft bestand und Enteignungen hätten auch dann Bestand. Man merkt also, das alle Reglungen die von den Parlamenten der Staaten beschlossen werden, letztlich keinen Bestand haben. Reglungen durch fremde Gewalten aber Bestand haben. Würde also in welcher Form auch immer den Griechen von außen irgendetwas aufgezwungen, hätte dies unter Umständen mehr Bestand als gesetzliche Reglungen durch die Gesetzgebung. Beispiel DDR Enteignung durch Rote Armee. Auch aus dem Westen gibt es solche Beispiele: AH hat ja die evangelische Kirche enteignet um Landwirte aus der Lüneburger Heide umzusiedeln nach Loccum um einen Übungsplatz fürs Militär zu schaffen. Auch dies wurde gerichtlich überprüft. Die Kirche hat keine Entschädigung bekommen.

PS in der heutigen digitalen Welt ist nicht das Rechtssystem dem sich die Bank unterordnen muss entscheidend, sondern der Standort des Servers fürs Online-Banking. Steht der in Holland, USA, in D oder auf Nord Zypern. Das sind große Unterschiede da.

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Anders als bei Banken, kann der Staat auf Wertpapier-Depots nur in Form von Steuern zugreifen. Es könnte also möglicherweise eine Vermögenssteuer eingeführt werden. Damit könntest Du gezwungen sein, scheibchenweise Dein Depot zu verkaufen, um die Steuer zahlen zu können, bis Du unterhalb einer Mindestschwelle angekommen bist.

Hast Du nicht in der Tagespresse die Diskussion um eine Anhebung der Abgeltungsteuer verfolgt? Die Einführung eines speziellen Steuersatzes -nämlich 25%- war doch verbunden mit der Abschaffung nahezu aller speziellen Regelungen auf diesem Gebiet, insbesondere mit der Abschaffung der Möglichkeit, nach Ablauf einer bestimmten Frist steuerfreie Kursgewinne mit Aktien, Fonds und Co. zu erzielen.

Ist Dir aufgefallen, daß niemand im Zusammenhang mit der angedachten Anhebung des Abgeltungsteuersatzes -bis hin zur völligen Aufhebung eines besonderen Steuersatzes für Gewinne aus Kapitalanlagen- über die Wiedereinführung einer Spekulationsfrist redet?  Das halte ich für einen dramatischen Eingriff in die Rechte von Kapitalanlegern, insbesondere auch verbunden mit dem Umstand, daß eine inflationsbedingte Entwertung von Kapitalanlagen weiterhin unberücksichtigt bleiben soll.

Was bringt Die diese Fragestellung ???

Was ist sicher ?? Sicherheit ist ein sehr relativer Begriff, ebenso "schwere Krise" . Für manch einen ist es schon eine schwere Krise früh um 7 Uhr aufzustehen, für andere sind es mögliche kriegerische Handlungen. 

In Zeiten hoher bestehender und weiter zunehmender öffentlicher Verschuldung (Stichwort: Griechenland-Krise, Asylantenkrise) muß die Frage schon gestatten sein. Insbesondere dann, wenn die Merkel fröhlich trällert, daß es keine Steuererhöhungen gibt. Da fragt man sich dann schon, berechtigterweise, ob und wo eingespart wird. Vielleicht bei der nächsten Rentenanpassung? 

Denn eines muß inzwischen jeder bemerkt haben, dass man auf Politikeraussagen nichts geben kann.

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Man sollte generall Vermögens- und Kapitalanlagen streuen, das impliziert dass man seine Anlagen auf verschiedene Länder zur Riskovermeidung streuen sollte.

Das gilt auch für Deutschland. Hier hat der Staat mit der rückwirkenden Belastung von Betriebsrentenverträgen mit Krankenversicherungsbeiträgen viel Vertrauenskapital zerschlagen. Auch der § 89 VAG, wonach u.a. in lange bestehende Versicherungsverträge, also rückwirkend, eingegriffen werden kann, gibt zu denken. Richter und Rechtsprechung denken da auch mehr an die Belange der öffentlichen Kassen, als an Gerechtigkeit für den Einzelnen.

Denken Sie auch daran, die namhaften Sponsoren dieser Internetseite verkaufen Vermögens- und Kapitalanlagen. Überlegen Sie mal wie das auf die Beantwortung ihrer Frage und die Antworten der übrigen Kommentatoren ausfällt bzw. auswirkt.

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