Selbstständigkeit - Kleinunternehmerregelung Umsatzsteuer?

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2 Antworten

Dein Lieferant möchte schon 1128,90 von dir haben und mit diesem Preis musst du dann auch kalkulieren.

Wenn du die Kleinunternehmerregelung nicht anwendest, wirst du auch die 1128,90 zahlen müssen, kannst aber die USt. von 178,90 als Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen. Vorsteuer wird das Finanzamt dir erstatten.

Dann musst du aber auch die MwSt. auf deinen Rechnungen ausweisen und diesen Betrag musst du an das Finanzamt abführen.

Also: Vereinnahmte MwSt (19%) - Vorsteuer (19%) wird an das Finanzamt gezahlt. Kommt u.U. ein Guthaben für dich dabei raus, zahlt das FA auch aus. Auch die gezahlte USt., die beim Kauf von Druckerpapier oder anderen Büromaterialien oder beim PC enthalten ist, kann du als Vorsteuer geltend machen.

Wenn vorwiegend an gewerbliche Kunden verkauft wird, empfiehlt es sich auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten.

Richtig ist, wenn du die Kleinunternehmerregelung anwendest, musst du keine monatlichen oder 3-mtl. Umsatzsteuervoranmeldungen machen, eine Jahresmeldung aber schon (mit Null) meiner M.n.

Einen finanziellen Vorteil bei der Kleinunternehmerregelung gibt es nicht oder entgeht mir was?

Die Mehrwertsteuer zahlt sowieso der Endverbraucher.

oder verstehe ich das total falsch?

Aber völlig. Das liegt aber nicht nur daran, dass du keine Ahnung hast von Umsatzsteuer, sondern dass das, was du da rauskopiert hast, selbst hanebüchener Unsinn ist. Es geht schon bei den Prozentangaben los.

Der Vorteil des Kleinunternehmers liegt ausschließlich in der nicht erhobenen Umsatzsteuer auf seine Marge:

Kaufst du eine Ware für 1.128,90 Euro ein, musst du ihn für diesen Preis verkaufen, um auf Null rauszukommen, weil du die Vorsteuer nichtabziehen kannst. Könntest du die Vorsteuer abziehen, müsstest du die Ware ebenfalls für diesen Preis verkaufen, da du selbst ja die Umsatzsteuer aufschlagen müsstest.

Warum werden eigentlich derart blöde Zahlen gemacht? Ich mache mal andere:

Also, der KU kauft ein für 119 und möchte einen Gewinn von 20 machen. Er muss also für 139 verkaufen.

Der Nicht-KU kauft dieselbe Ware und möchte auch einen Gewinn von 20 machen. Er muss also für 142,80 (=120+USt) verkaufen.

Und jetzt rechne mal nach, ob der KU um 19% preiswerter verkaufen konnte - ich komme hier auf rund 2,5 % Preisvorteil. Und selbst der ist zienlich schnell  dahin, wenn man die anderen Kosten einbezieht, die zwangsläufig bei einem Betrieb anfallen und wo der KU auch keine Vorsteuer abziehen kann.

Das mit dem Händler, was du geschrieben hast, habe ich nicht kapiert. Was hat denn dessen Verkauf an dich mit deiner KU-Regelung zu tun?

Und was an der KU-Regelung einfacher zu handhaben ist als wenn man normal versteuert, verstehe ich auch nicht. Die Umsatzsteuer ist doch fast ein Abfallprodukt der Buchhaltung, die ja sowieso gemacht werden muss.

MrMorgan 23.05.2016, 15:37

Hallo Enno,

ja da hast du Recht. Ich habe keine Ahnung. Aber deshalb frage ich hier ja mal nach (vor Besuch des Steuerberaters) bevor ich hier Blödsinn mache oder sonstwas, ich denke sind ja solche Werkzeuge da ;)

Mich hat eben dieser Absatz etwas irritiert, denn eigentlich hatte ich die Herangehensweise wohl vorab schon richtig interpretiert und hätte Grundsätzlich auch nach euren Vorgaben gehandelt (EK+MWST+Mein Gewinnaufschlag=Endpreis).

Da der Text mich aber etwas irritiert hatte, wollte ich hier mal nachfragen.

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EnnoWarMal 23.05.2016, 17:02
@MrMorgan

Keine Ahnung zu haben ist ja nichts Schlimmes. Fragen erst recht nicht. Viel schlimmer finde ich, eine Webseite zu bauen, auf der Unsinn steht.

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