Selbstschuldnerische Bürgschaft bei Mietwohnung; unterschreiben oder nicht?

4 Antworten

"Sie würden nur im letztmöglichen Fall auf die Bürgschaft zurückgreifen"

Wenn das so gesagt wurde, ist das Schwindel. Schon deshalb wäre ich sehr vorsichtig.

Bei einer Gesamtschuldnerischen Bürgschaft braucht der Schulner nur nicht zahlen. Bereits dann kann der Gläubiger auf Zahlung des Bürgen bestehen. Der Schuldner braucht nicht einmal insolvent sein.

Soweit ich das übersehe, kannst Du die Bürgschaft durchaus unterschreiben und,  wenn der Mietvertrag besteht, unter Verweis auf §551 BGB wieder zurückziehen. Hierin ist der Absatz 4 zu beachten:

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam

Selbst das freiwillige Anbieten einer Bürgschaft darf nicht in einer Vereinbarung münden.

Sollte die Hausverwaltung dann irgendwelche Schwierigkeiten zu machen versuchen, kann man auch eine Anzeige wegen Nötigung in Erwägung ziehen.

Da wäre ich vorsichtig. "(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam" Eben nur "zum Nachteil des Mieters", nicht Nachteil eines Dritten ist ja kein Nachteil des Mieters. Eine Bürgschaft ist ja ein Nachteil eines Dritten! Es ist ja kein Nachteil des Mieters. Der Bürge ist ja nicht Mieter.

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@hildefeuer

Es ist definitiv ein Nateil für den Mieter wenn er einen Bürgen stellen muss. Abgesehen davon verbietet der §551 ausdrücklich eine Übersicherung.

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Perle:

Bei Ablehnung  kommt es nicht zum Vertragsabschluss. Welche Alternative hätte dann dein Sohn bei der derzeitigen Wohnungsknappheit?

Für meinen Sohn würde ich die selbstschuldnerische Bürgschaft abgeben.

Wenn das Geld zum einen nicht eh von dir kommt und du zum anderen diesen Sohn lieber unter der Brücke siehst als  dass du einspringen würdest, wenn ih wegen Mietverzug die Kümdiugn droht, kannst du ihn auch gleich unter die Brücke schicken.

Du schreibst nichts zum Verhältnis zu deinem Sohn. Wenn er nach Berin geht, um Abseits jeglicher Sozialkontrolle seinen Süchten zu frönen, solltest du überlegen, ob du für ihn bürgst.

Sonst ist es ein Fall, der etwas anders gelagert ist als das, was du im Internet findest. Für einen halbfremden oder Bekannten zu bürgen ist etwas anders, wie für den Sohn, für den du vielleicht eh einstehn willst.

Ich denke, dass es dem Sohn gar nicht so einfach zu vermitteln ist, dass man wegen Bedenken des Vaters eine günstige Wohnung nicht bekommt.

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