Selbstbehalt Kindesunterhalt

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2 Antworten

Dem jüngsten Kind gibt Du Naturalunterhalt" weil es im gleichen Haushalt lebt udn Du es ja rundum versorgst.

Ebenso ist es beim mittleren Kind mit dem Vater.

Ob zusätzlich ein Unterhalt in Geld für das mittlere Kind zu zahlen ist, richtet sich nach dem Selbstbehalt, nachdem Unterhalt für das jüngste Kind, was Du versorgst und nach den Einkünften des Vaters des mittleren Kindes.

Bei 1.800,- netto kann das schon sein. ist bei den 1.800,- netto schon der Unterhalt enthalten, den Du für das jüngste Kind bekommst?

Vielen Dank für die Rückmeldung. Nein, der UH für mein jüngstes Kind ist hier nicht dabei. Aber das ist ja auch eigentlich für mein Kind gedacht und dürfte dahingehend nicht als mein Einkommen gewertet werden...

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@kigus

Aber es ist schon eine Frage, ob Du allein für das Kind aufkommen mußt, oder etwas unterstützung hast.

Denn im Fall mit DEinem Ex geht es ja um das gleiche Thema. Er leistet den Naturalunterhalt direkt udn scheint Unterhalt von Dir zusätzlich zu wollen.

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@wfwbinder

Ja, natürlich hast du insofern Recht, dass es natürlich einen Unterschied macht, ob man noch zusätzlich Unterstützung erhält und ich bin auch überaus dankbar dafür, denn sonst wüsste ich nicht, wie ich das überhaupt finanzieren soll. Doch letztendlich gebe ich den UH, den ich für mein jüngstes Kind bekomme wieder ab... Und was mich einfach ärgert ist, dass mein mittleres Kind mit Handy, Hubschrauberflug... "geködert" wird, damit sie bei Papa bleibt, weil Mama ja ein "Loser" ist und nichts bieten kann.

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Es gibt ein Verfahren zur Berechnung des unterhaltsrelevanten Einkommens, das von den OLG im Prinzip verwendet wird. Dieses Berechnungsschema haben auch Anwälte, um entsprechende Ansprüche ihrer Mandanten zu kalkulieren. Idealerweise läßt Du das bei einem Anwalt mal kalkulieren.

Grob berechnet sich das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen wie folgt:

  • Monatsnettoeinkommen aus der Erwerbstätigkeit
  • abzüglich zusätzliche Vorsorgeaufwendungen für Kranken- und Pflegeversicherung, VL
  • abzüglich Altersvorsorgeleistungen (Lebensversicherung, Riester, bAV)
  • abzüglich 5% Berufsaufwand (pauschal) oder Berufsaufwendungen auf Nachweis
  • ergibt das bereinigte Erwerbseinkommen

Kindesunterhalt und Kindergeld sind Einkommen des Kindes, nicht Dein Einkommen.

Beispiel: Nettoeinkommen 1.800 EUR. Fahrten zur Arbeit und zurück mit 2*30 km an 18 Tagen im Monat ergibt 324 EUR Abzug, d.h. 1.476 EUR unterhaltsrelevantes Einkommen. Die Düsseldorfer Tabelle sagt dazu (Kind 12 Jahre, Einkommenstufe mit zwei unterhaltsberechtigten Kindern) 334 EUR Zahlbetrag (abzüglich hälftiges Kindergeld). Nach Abzug des Selbstbehalts von 1.000 EUR verbleiben also noch 142 EUR. Abzüglich Mehrbedarf des Kindes für Schulgeld (113 EUR), Sportverein (10 EUR?) und Klaviergeld (19,25 EUR) verbleiben also noch Null EUR. Da hat jemand ziemlich genau die Grenze des Selbstbehalts ausgetüftelt.

Ansatzpunkte sind nun wie folgt:

  • Im Selbstbehalt ist eine Warmmiete von 360 EUR enthalten. Für eine Wohnung mit Deinem Kind und ggf. einer Schlafoption für das mittlere Kind kommst Du damit wohl eher nicht aus. Also kann der Selbstbehalt angemessen erhöht werden. Selbst wenn das nur 100-150 EUR p.m. sind, reduziert das Deine Verpflichtung bereits auf den Unterhalt. Kein Schulgeld, kein Klaviergeld, kein Sportverein. Soll der Vater selbst bezahlen.

  • Der Mehrbedarf des Kindes ist unstrittig, da Ihr gemeinsam den Vertrag unterschrieben habt und somit das Teil der gemeinsamen Lebensplanung war. Die Aufteilung der Kosten erfolgt jedoch i.a. nicht hälftig (wie auch bei den anderen Positionen für Sportverein, Klavierunterricht etc.), sondern im Verhältnis der unterhaltsrelevanten Einkünfte der Elternteile. Verdient also Dein Ex-Mann (Vater des jüngsten Kindes) mehr als Du (Einkommensteuerbescheid anfordern!), dann kannst Du ggf. den Zahlbetrag reduzieren.

  • Die Zahlung des Sportvereins und des Klavierunterrichts ist überobligatorisch. Dazu bist Du nicht verpflichtet. Wenn Dir das Geld knapp wird, stelle die Zahlungen mit einem entsprechenden Hinweis an den Vater ein. Es besteht kein Anspruch.

Generell würde ich Dir jedoch empfehlen, dringend einen Anwalt aufzusuchen, um die ganz konkrete Lage durchzurechnen. In Fällen, die so knapp am Selbstbehalt liegen, gibt es sicher noch Details, die hier nicht ausgeführt wurden.

Vielen herzlichen Dank für die wirklich ausführliche Rückmeldung. Aber ich merke schon, wahrscheinlich werde ich nicht Drumherum kommen einen Anwalt zu kontaktieren, obwohl ich das eigentlich nicht mehr wollte. Wie gut kann ich all die zahlenden Väter und Mütter verstehen, die mittlerweile resignieren oder gar verzweifeln, weil sie nur zu ihren Verpflichtungen herangezogen werden - leider aber ihnen ihre Rechte vom ehemaligen Partner verwehrt werden...

Lieben Dank nochmal!

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und apropos Lebensversicherung und Co... - meinen Riestervertrag habe ich letzte Woche auch gekündigt um meinen Verpflichtungen voll und ganz nachkommen zu können...

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