Selbständig und nach Unfall Auftrag untervergeben - wer zahlt?

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1 Antwort

Du wirst doch sicherlich anwaltlich vertreten. Falls nicht, dann ist es höchste Zeit dafür:

Rein rechtlich hast Du als Geschädigter Anspruch darauf, so gestellt zu werden, als ob das Schadensereignis nicht passiert wäre. Für diesen allgemeinen Grundsatz brauchst Du weder Paragraphen noch Urteile zu zitieren.

Das Problem vor dem Du nun stehst, ist der Nachweis Deines Schadens. Und da steht der selbständig Tätige immer vor großen Problemen. Was Du erbringen mußt, ist der Nachweis, dass Du ein bestimmtes Einkommen erzielt haben könntest ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung.

Was von Dir verlangt wird, ist ein Soll/Ist-Vergleich. Du mußt zum einen angeben und auch beweisen, welche Aufträge mit welchem Umsatz und mit welchen Aufwendungen Du ohne den Unfall hättest bearbeiten können. Dem wird dann gegenübergestellt der Umsatz und der Aufwand, den Du bei der Untervergabe erzielt hast. Die Differenz ist Dein Schaden.

Das Ganze hört sich nicht nur kompliziert an, es ist leider auch so. Im Grunde genommen kann die schlüssige Darlegung ohne Hinzuziehung eines Sachverständigen kaum gelingen. Für Versicherungen ist es daher geradezu eine Einladung, solche Schäden wegen angeblich unschlüssiger Darlegung abzulehnen.

Wie bereits eingangs gesagt: Ohne Anwalt wird es Dir nicht gelingen können, Dein Recht durchzusetzen.

Hallo Privatler59, zunächst einmal vielen Dank für die Ausführung und die Mühen !

Ich arbeite als Berater auf der einen Seite und als Vermittler (Vertreter von Partnern) auf der anderen Seite. Manche Projekte dauern Jahre, bis das die ersten Prototypen und Serien laufen. Es ist in der Tat sehr schwer dann zu sagen ich habe etwas verloren. Hinzu kommt, dass ich Geheimhaltungsverträge unterzeichnet habe - also einige Projekte gar nicht erst benennen darf (wahrscheinlich nicht einmal einem Gutachter). Teils sind es Projekte auch mit höchster Geheimhaltung. Ich erhalte in der Regel viele Provisionen aus Seriengeschäften. Wenn ich aber nicht einmal die Entwicklung mit machen kann, habe ich kaum Aussicht auf Seriengeschäfte. Kann ich diese dann auch nicht als Verlust benennen? Ich habe ganz sicher auch viele Verluste, die ich nicht einmal eindeutig im Wert beziffern kann - das ist dann wohl mein Pech ?

Wäre es ausreichend, wenn meine Partner mir entgagene Provisionen und Auftrage im Ansatz beziffern? Würden angenommene Serienbedarfe und daraus folgende meine möglicherweise entgangenen Provisionen als Grundlage im Verlust anerkannt werden? Was sagt denn die Rechtsprechung dazu?

Es kann doch nicht sein, dass ich durch einen Unfall, den ich nicht einmal verschuldet bin, neben dem körperlichen Schaden auch noch einen kompletten Ausfall bis hin zur Existenzaufgabe tragen muss. Wenn alles so hergestellt werden würde als sei ein Unfall nie geschehen, ist ds aber dann nur im pirvatem Bereich tatsächlich möglich, nicht aber im Beruf ???

Ich freue mich auf Anworten !

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@Yassos

Sachverständiger könnte ja durchaus jemand sein, der selbst einer Verschwiegenheitspflicht unterliegt, z.B. ein Wirtschaftsprüfer. Aber auch der kann Dir bei Deinem grundsätzlichen Problem wahrscheinlich nicht helfen. Es muß zumindest im Ansatz möglich sein, den Schaden abschätzen zu können. Um es nochmals zu betonen: Das ist kein rechtliches, sondern ein tatsächliches Problem.

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