Seeling-Modell Vorsteuerabzug - wie genau funktioniert das, für Unternehmer interessant?

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Errichtet ein umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer ein Gebäude, das er teils betrieblich, teils für eigene Wohnzwecke nutzt, kann er die in den gesamten Baukosten enthaltenen Vorsteuerbeträge abziehen. Dazu muss er das Gesamtgebäude seinem Unternehmensvermögen zuordnen, dafür die Eigennutzung als steuerpflichtigen Eigenverbrauch behandeln und darauf Umsatzsteuer zahlen (EuGH, Urteil vom 8.5.2003, Rs.C - 269/00, BB 2003 S. 1153).

Mit diesem sog. Seeling-Modell ließen sich ursprünglich Tausende von Euro sparen und genau deswegen hat die Finanzverwaltung die Spielregeln dafür drastisch verschärft (BMF-Schreiben vom 30.3.2004, BStBl. 2004 I S. 451; BMF-Schreiben vom 13.4.2004, BStBl. 2004 I S. 468, 469): Unternehmer mit ausschließlich steuerfreien Umsätzen sind ausgeschlossen (dagegen Revision beim BFH: V R 28/07), die laufende Besteuerung der selbst genutzten Wohnung wurde erheblich verschärft - für die Privatnutzung wurde als Bemessungsgrundlage die bisherige Einkommensteuer-AfA von 2 % jährlich durch die fünfmal höhere Umsatzsteuer-AfA von 10 % ersetzt (§ 10 Abs. 4 Nr. 2 Satz 3 UStG), was vom EuGH gebilligt wurde (EuGH, Urteil vom 14.9.2006, C - 72/05, DStR 2006 S. 1746) -, die Entnahme des Grundstücks aus dem Unternehmensvermögen (etwa bei einer Betriebsaufgabe) ist seit 2004 umsatzsteuerpflichtig (§ 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 1 UStG i.V.m. ; Abschn. 71 Abs. 1 UStR 2008) und die Zuordnung der Privatwohnung zum Unternehmen muss ausdrücklich erklärt werden (Abschn. 192 Abs. 21 Satz 1 Nr. 2 UStR 2008). Ob auch eine nachträgliche Zuordnung erlaubt ist, muss der BFH klären (Az. XI R 64/06).

Allerdings wurde gegen Deutschland wegen der Umsatzsteuerpflicht auf die Grundstücksentnahme von der EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet (Az. 2005/4909), auf das Sie sich per Einspruch gegen Ihren Umsatzsteuerbescheid berufen können.

MwSt (USt) bei Verpackungskosten im Versandhandel | Vorsteuerabzug

Hallo liebe Community,

ich habe einige Fragen zu der Behandlung der Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) bezüglich der Verpackungskosten. Ich möchte die Kosten für einen Versandhandel über Excell kalkulieren. Tausende Daten fließen über verrückte Kostenfunktionen ein. Es scheitert gerade am Vorsteuerabzug...

Nun bilden die Versand- und Verpackungskosten einen erheblichen Kostenanteil, der in die Berechnung miteinfließen muss. Der Versand ist für den Endkunden "kostenlos", d.h. der Endkunde sieht nur den Endpreis der Verkaufswaren. Wir übernehmen dabei die Kosten für den Versand zum Kunden. Im Kaufpreis ist auch die Option enthalten zusätzlich noch ein kostenloses Probestück zu erhalten, welches ebenfalls kostenlos zugesandt wird. Da das ganze Spiel die Marge erheblich auffrisst, werden diese Kosten natürlich auf den Verkaufspreis indirekt aufgeschlagen, den ich mit der Kalkulation rausfinden möchte.

Folgender Fall: Peter kauft bei uns ein 100er-Gebinde Schokoriegel ein. Weil er sich nicht sicher ist, ob ihn dieser auch schmeckt, wählt er zusätzlich die Produktprobe aus. Er bezahlt bei uns den Gebindepreis inklusive Mehrwertsteuer.

Nun schicken wir ihm einen Vollkornriegel zu (kostenloser Versand). Peter schmeckt es und entscheidet sich nicht um, sondern bleibt bei seiner Geschmacksrichtung. Nun schicken wir ihm das komplette Gebinde zu (kostenloser Versand).

Frage 1: Gebinde Sind die Verpackungskosten (Kartons, Klebeband, etc.) für das Gebinde vorsteuerabzugsfähig? Es handelt sich ja um unselbstständige Nebenkosten, sprich die Besteuerung der Verpackungskosten richten sich nach der Besteuerung der Verkaufsgüter. Wir verkaufen die Güter mit 19% MwSt, wovon wir selbstverständlich die Vorsteuer abziehen können. Wie sieht das aber mit den Verpackungskosten aus? Diese werden in der Kundenrechnung ja nicht aufgeführt, sondern indirekt aufgeschlagen. Sind sie überhaupt abzugsfähig? Als Firma müssen wir nach meinem Verständnis den kompletten Bruttopreis tragen, da wir die Kosten ja nicht weitergeben. Irre ich mich da?

Frage 1.2: Gebinde Wie verhält es sich mit den Versandkosten unter dem obigen Sachverhalt? Ich bin der Meinung, dass hier kein Vorsteuerabzug möglich ist (DPD)

Frage 2: Probe Wie verhält sich das ganze mit den Probestücken (Teile eines großen Gebindes), die der Kunde ohne Aufpreis als Service erhält? Sind die Probewaren vorsteuerabzugsfähig? Nach meinem Verständnis ja nicht, da wir in der Wertschöpfungskette das letzte Glied bilden. Dementsprechend müssen wir auch hier die vollen Bruttokosten tragen. Irre ich mich da?

Frage 2.1 Probe Bei den Probestücken fallen selbstverständlich auch keine weiteren Versand- oder Verpackungskosten an. Muss das Unternehmen auch hier die vollen Bruttokosten für Versand und Verpackung tragen?

Ziemlich wirre Angelegenheit.

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