Schwierige Konstellation: 3 Jobs gleichzeitig

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Du mußt erstmal das Steuerproblem völlig von der Krankenkassenfrage trennen.

Der Minijob kann mit 2 % durch den Arbeitgeber versteuer werden. Das wäre die günstigste Lösung, wenn alles 3 Sachen zum Tragen kämen (380,- + 420,- + 800,-), dann wäre beim Midi-Job die steuerklasse I, der Minijob frei udn nur die 800,- würden dazu gezählt zu den 420,- auf der Steuerkarte. das würde die Steuerschuld insgesamt ziemlich gering halten.

Die Krankenversicherung ist getrennt davon zu sehen.

mit dem Midi-Job ist die Pflichtversicherung gegeben. der freiberufliche Teil ist ist aber größer, deshalb müssen dafür auch Beiträge abgeführt werden.

Ich würde mit der Krankenkasse verhandeln, denn der Beitrag sollte sich schon am Pflcihtbeitrag von ca. 15 % orientieren, was bei 800,- ja 120,- wären.

Hey,

Danke für Eure Ratschläge. Ich gebe jetzt mal einen Zwischenbericht. Vielleicht kommt mal eine andere Person in eine ähnliche Situation und kann aus meinen Erfahrungen einen Nutzen ziehen.

Nach zahlreichen Telefonate, sah mein Plan Anfang der Woche so aus: Projektarbeit auf LK 1, Midijob LK 6 + Minijob. Am Ende des Jahres einen Lohnsteuerausgleich machen. Sicherlich nicht die beste Alternative, aber die ganze Sache ist nun mal ein verzwickte Situation und ich habe keine Lust in irgendeiner Weise straffällig zu werden. Als ich meiner Chefin mitgeteilt habe, dass ich ab April auf LK 6 arbeite, hat sie mich an eine Kollegin verwiesen. Diese arbeitet in ihrem Hauptjob bei einer Krankenkasse. Nach einer ersten Einschätzung sah sie in meinem Fall eine nebenberufliche Selbstständigkeit, will das aber nochmal mit einem Kollegen besprechen. Sie meinte zudem, dass auch die Möglichkeit bestehen würde, Beiträge zurück zu fordern, dies aber aufwendig sei. Sobald ich da eine Antwort erhalte, poste ich das Ergebnis noch einmal. Falls dies der Fall sein sollte, würde nochmal mit meiner KK reden und ggf. die Projektarbeit auf Rechnung machen und bei den anderen Jobs die Gleitzonenregelung in Anspruch nehmen.

Am Tag darauf habe ich mit meinem potentiellen Auftraggeber telefoniert und ihm mitgeteilt, dass ich nach momentanen Stand nur auf Lohnsteuerkarte arbeiten kann. Dieser war darüber verständlicherweise nicht sehr erfreut und hat nur gemeint, warum ich überhaupt eine freiberufliche Tätigkeit anmelden möchte. Ich hätte ja schon durch meinen Lohnsteuerausgleich eine Steuernummer!!! Heute war ich dann beim Finanzamt. Dort wurde mir mitgeteilt, dass dies nicht der Fall wäre. Selbst bei einer nur vorübergehenden Selbstständigkeit benötige ich eine zusätzliche Steuernummer.

Lange Rede, kurzer Sinn: So wie die Sache momentan aussieht werde ich auf die Projektarbeit verzichten (es sei den die KK stuft mich als nebenberuflich Selbstständiger ein). Bisher hatte ich nur Scherereien und werde das auch zukünftig haben, weil ich z.B. in meinem Midijob darauf achten muss, nicht unter die 400€-Grenze zu rutschen. Sprich viel Aufwand wenig Ertrag. Da nütze ich lieber die Zeit um mein eigentliches Vorhaben voranzutreiben oder um Bewerbungen zu schreiben.

Generell kann ich nur sagen, es existiert viel zu viel gefährliches Halbwissen, glaubt nicht was potentielle Arbeitgeber von sich geben, sondern haltet Euch an Leute vom Fach. Die sind an Richtlinien gebunden, deren Auslegung nicht immer nachvollziehbar ist, aber dafür auch anfechtbar ist.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein erholsames Wochenende.

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