Schenkung, Erbe, Steuern: Wohnsitz, Nationalität. was entscheidet letztendlich über Steuer?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Outbound-Fälle müssen wir ja jetzt nicht behandeln, lassen wir es also bei Inbound-Sachverhalten.

Erbschaft- oder Schenkungsteuer wird in Deutschland erhoben, wenn entweder der Schenker/Erblasser oder der Beschenkte/Erbe seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat. Oder beide.

Mit einigen Staaten hat Deutschland ein DBA auf dem Gebiet der Erb-/SchenkSt, aber auch die nationalen Regeln sehen eine Entlastung vor für Schenkungen/Erbschaften aus dem Ausland:

Die ausländische Erbschaftsteuer wird auf die deutsche angerechnet. In Summe zahlt man also die Steuer in der Höhe, wie sie im höherbesteuernden Staat anfällt.

grundsätzlich sollte man sich bei solchen internationalen Bezügen sein Testament genau ansehen:

Zunächst gilt das sogenannte Recht des „gewöhnlichen Aufenthalts“. Lebt und stirbt ein Deutscher zum Beispiel in Frankreich, gilt für die
gesamte Erbschaft das französische Recht.

Inzwischen gibt es ein europäisches Nachlasszeugnis, mit dem Erben in allen Mitgliedstaaten ohne weitere Formalitäten ihre Eigenschaft als Erben belegen können.

Aber deutsche Staatsbürger (andere EU-Ausländer natürlich auch), die im EU-Ausland leben, können in ihrem Testament auch ausdrücklich festlegen, dass ihr Erbe nach heimischem Recht vermacht wird.

Ich hoffe, du erwartest keine umfassende Antwort - Steuerberatung ist hier ja ohnehin nicht erlaubt.

Aus deutscher Sicht kann man sagen, dass eine Erbschaft oder SChenkung vollständig der deutschen Besteuerung unterliegt, wenn Erblasser oder Begünstigter einen Wohnsitz oder gewönlichen Aufenthalt in Deutschland haben (haben beide beides nicht in Deutschland unterliegt noch sogenannten Inlandsvermögen der deutschen Steuer, z.B. deutsche Immobilien). Lebt nur einer von beiden in Deutschland, kann dann noch eine ausländische Erbschaftssteuer oder Schenkungssteuer dazu kommen (das wird dir hier wohl keiner direkt sagen können). Deutschland hat nur ganz wenige Doppelbesteuerungsabkommen, die die Erbschafts- und Schenkungssteuer einschließen, dann ist zu prüfen, ob ausländische Steuern hier anrechenbar sind.

Da es hier international viele Unterschiede gibt, solltest du dich an einen Steuerberater mit internationalem Netzwerk wenden. Wenn du möchtest kannst du mich gerne diesbezüglich per PM kontaktieren.

Steuerberatung ist hier ja ohnehin nicht erlaubt.

Ist das neu oder wo steht das?

das wird dir hier wohl keiner direkt sagen können

Das wäre ein Grund, für die Nichterlaubnis. Leider stimmt das nicht.

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@EnnoBecker

Meinst du wirklich, dass sich hier jemand mit portugiesischem, spannischen Recht auskennt, wo dies doch ein deutsches Forum ist? Halte ich für recht unwahrscheinlich.

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@SafePirat

Naja, über deutsches Recht zu plaudern dürfte in diesem Forum ausreichend sein.

Wenn jemand zusätzlich noch portugisischer, spanischer, polnischer Steuerberater ist, hat der Fragesteller einen Glücksgriff getan. Aber bis dahin muss er mit uns auskommen.

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@EnnoBecker

die Antwort reicht mir. Es geht um das Prinzip, nicht um die Details, wenn es um irgendwelche Staatenkonstellationen geht.

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Bin kein Steuerprofi, aber ich denke die Besteuerung in Deutschland richtet sich nach dem Wohnortprinzip, wer hier gemeldet ist und lebt (also sich überwiegend in Deutschland aufhält) ist in Deutschland steuerpflichtig.

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