Scheidungsantrag gestellt - Ehemann verstorben - erbt Noch-Ehefrau trotzdem?

4 Antworten

cocobello: Zu prüfen wäre, ob das Testament zu Gunsten der Geliebten (du schreibst Freundin) gegen die guten Sitten verstößt (§ 138 I BGB). Die Rechtsprechung hat am Beispiel des sog. "Geliebtentestaments" - verheirateter Mann setzt unter Ausschluss seiner Ehefrau und seiner Kinder seine Geliebte zur Alleinerbin ein - Kriterien für die Sittenwidrigkeit eines Testaments erarbeitet,

Die Zuwendung kann schon deswegen gültig sein, wenn neben einer erotischen Beziehung zu einem Partner auch andere, achtenswerte Beweggründe maßgebend waren, wenn das Testament nicht allein die Belohnung für den intimen Umgang oder die Bestärkung der Fortsetzung der Beziehung bezweckte (Beispiel: Unterstützung im Betrieb, Pflege im Krankheitsfall). Es kommt entscheidet auf die Auswirkungen der Verfügung für die Bedachte einerseits und für die Zurückgesetzten andererseits an.

Das Pflichtteilsrecht der Schwester bleibt hiervon unberührt.

Die Ehefrau erbt nicht mehr, wie dargestellt, wenn die Voraussetzungen der Ehescheidung vorliegen.

Wenn der Ehemann hier keinen eigenen Antrag gestellt hat, könnte die Ehefrau darüber nachdenken, den Antrag auf Ehescheidung zurück zu nehmen.

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