Scheidung kommt, was mit gemeinsamen Haus tun? Sie will bleiben, ich will Eigentumswohnung kaufen?

2 Antworten

Das ist die klassische Ausgangslage für einen lange andauernden Rosenkrieg: So wie die Ausgangslage hier beschrieben ist, wird die Ehefrau von keiner Bank ein Darlehen in einer Höhe erhalten die erlauben würde, den Hälfteanteil auszuzahlen.

Allerdings ist ja ohnehin die Frage, ob die Frau im Scheidungsverfahren wirklich Geldleistungen in Höhe des Hälfteanteils zu zahlen hätte. Was Du offenbar nicht bedacht hast ist, dass es ja einen Zugewinnausgleich gibt und, dass sich dort eine ganz andere Anspruchslage ergeben könnte. Laß Dir von Deinem Anwalt erst einmal ausrechnen, wie hoch die gegenseitigen Ansprüche aus Zugewinnausgleich wären. Das Ergebnis könnte eventuell sehr ernüchternd für Dich ausfallen und dazu führen, dass Du den Gedanken an einen Eigenheimkauf beerdigen kannst.

Wenn aber wirklich ein Ausgleichsanspruch gegen die Ehefrau bestehen sollte, dann bleibt bei fehlender Einigung in Deinem Falle nur die Teilungsversteigerung. Diese Möglichkeit steht Dir in jedem Falle zur Verfügung. Es wäre allerdings die schlechteste aller Lösungen: Zum einen mußt Du als Antragsteller die Kosten vorschießen. Zum anderen kann sich ein solches Verfahren extrem lange hinziehen. Wie lange, ist nicht im voraus abschätzbar. Bei entsprechender Böswilligkeit des anderen Teils und einem tüchtigen Rechtsanwalt auf deren Seite sind Verfahrensdauern von 3, 4 , 5 oder gar noch mehr Jahren ohne weiteres möglich. Wenn die Immobilie nicht in guter Lage ist, kann der erzielte Versteigerungspreis wirklich weh tun.

Was ist die Alternative? Außer einer Einigung gibt es nichts. Entweder, Ihr verkauft das Haus und teilt den Erlös. Oder aber, Du (!) kaufst den Hälfteanteil der Ehefrau ab und vermietest an die. Ich weiß, das sind nicht die Wunschlösungen. Etwas anderes sehe ich aber nicht.

ob die Frau im Scheidungsverfahren wirklich Geldleistungen in Höhe des Hälfteanteils zu zahlen hätte

Im Scheidungsverfahren und als Folge dessen sicherlich nicht. Schließlich gehört ihr ja die Hälfte. Und ihm gehört die andere Hälfte.

Da gibt es - losgelöst von allem anderem - nichts auszuzahlen. Wenn die Frau in dem Haus bleiben will, wird sie halt eine halbe Miete zahlen müssen.

Alternativ könnte er seinen GbR-Anteil an einen Dritten verkaufen, wenn er einen findet.

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Optimalerweise kommt man in solchen Fällen zu einer Regelung, mit der beide einverstanden sind und lässt sich einvernehmlich scheiden. Dadurch lassen sich auch weitere Kosten sparen und man kann das Scheidungsverfahren mit geringem Zeituafwand online einleiten und durchführen lassen. Nähere Infos gibt es unter anderem hier: www.online-scheidung-anwalt.de/scheidung-online-informationen/scheidung-online-voraussetzungen/ Das ist dann eine sogenannte Online-Scheidung.

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