Schätzkosten in Heizkostenabrechnung

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2 Antworten

Eine interessante Frage!

Nach § 2 Ziff. 4.a) Betriebskostenverordung (BetrKV) gehören die Kosten der Berechnung und Aufteilung zu den umlagefähigen Kosten. Somit auch diese Schätzkosten.

Eine Schätzung nicht erfasster Heizverbräuche ist grundsätzlich nach § 9a (1) HeizkostenVerordnung zulässig. Die Schätzung des Verbrauchswertes ist nachvollziehbar zu begründen. Da die Heizkosten dieses Raumes nicht verbrauchsabhängig erfasst, sondern geschätzt wurden, ist der Mieter nach " 12 (1) BetrKV berechtigt, die Kosten für diesen Raum um 15 % pauschal zu mindern. Diese Kürzung könnte also höher sein als die Schätzkosten für diesen Raum ("Eigentor").

Allerdings ist noch Folgendes zu beachten: Für den defekten Heizkostenverteiler dürfen keine Geräte- und Ablesekosten berechnet werden.

Mehr zu den Heizkosten und dem Kürzungsrecht findet man hier:

https://www.mieterverein-hamburg.de/de/tipps-ratgeber/mietnebenkosten/heizkostenabrechnung-kontrolle/index.html#Sonderfaelle

PS: Musswissen, was veranlasst Dich zum Aufwärmen dieser sehr alten Frage?


Grundsätzlich sind Schätzkosten vom Mieter zu tragen. Jetzt stellt sich hier die Frage, wann wurde der Vermieter informiert und warum wurde der Heizkostenverteiler nicht erneuert? In der Regel betragen die Schätzkosten weniger als € 10,00. Überlegt Euch, ob dieser Betrag einen evtl. Streit rechtfertigt.

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