Schadensersatz von Arbeitgeber, der im Arbeitszeugnis Unterschlagung verschweigt?

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hier ging es um einen ähnlich gelagreten fall:

Entscheidungsgründe

I. Das Berufungsgericht hat in der Ausstellung eines unrichtigen Zeugnisses über Schl. eine vorsätzliche Schadenszufügung nach § 826 BGB gesehen, wobei es einen Verstoß gegen die guten Sitten daraus hergeleitet hat, dass die Verrichtungsgehilfen der Bekl., der Geschäftsführer der Filiale Essen, und der Geschäftsführer der Berliner Niederlassung, Schl., den Grundsätzen der Zeugniswahrheit zuwider die Unterschlagungen des Schl. verschwiegen hätten. Dem über die Führung und Leistung Auskunft gebenden Zeugnis habe eine Zuverlässigkeit der Schl. entnommen werden müssen. Das Berufungsgericht hat ferner die Ursächlichkeit des Zeugnisses für die Einstellung des Schl. und den bedingten Vorsatz der beiden Geschäftsführer bejaht.

II. Diese Ausführungen halten den Angriffen der Revision stand.

  1. Es handelt sich um ein sog. qualifiziertes, d.h. auf Verlangen des Dienstverpflichteten auf die Leistungen und die Führung im Dienste sich erstreckendes Zeugnis (§§ 630 S. 2 BGB, 73 Abs. 1 S. 2 HGB). Aus dem Zeugnis war nicht ersichtlich, dass Schl. während seiner Tätigkeit bei der Bekl. einen Betrag von 21.000 DM unterschlagen hatte und deshalb gerade in Geldangelegenheiten unzuverlässig war. Dem Zeugnis war im Gegenteil das unzutreffende Gesamtbild zu entnehmen, dass Schl. ein getreuer langjähriger Angestellter gewesen sei. Das kam nicht nur darin zum Ausdruck, dass er dank seiner guten Auffassungsgabe die ihm übertragenen Arbeiten zur Zufriedenheit des Arbeitgebers erledigt habe und seine guten Umgangsformen und sein gewandtes Auftreten ihn die Verhandlungen mit Tankstellenverwaltern und Kunden mit Erfolg hätte durchführen lassen, sondern auch darin, dass ihm Handlungsvollmacht erteilt worden sei. Das ließ für den Leser des Zeugnisses darauf schließen, dass der Angestellte es in dem Großbetrieb der Bekl. zu einer geachteten, regelmäßig nur aufgrund besonderen Vertrauens erreichbaren Stellung gebracht und dieses Vertrauen bis zur Beendigung des Dienstverhältnis auch gerechtfertigt habe.

den ganzen fall kannst du unter diesem link nachlesen: http://www.verdi-arbeitszeugnisberatung.de/meldung_volltext.php?si=49bb6031d4ecb&id=403756035d014&akt=information_urteile&view=&lang=1

Nein, weil der AG das mit der Unterschlagung nicht eintragen durfte.

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