Sagt mir das Finanzamt bescheid, wenn sie einen Fehler zu ihren gunsten entdecken?

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3 Antworten

Das Finanzamt hat keine Beratungspflicht.

Sie müssen aber das korrigieren, was als "offenbare Unrichtigkeit" z. B. auch eine Änderung ausserhalb der Einspruchsfrist rechtfertigen würde.

Wenn Du also Kilometerpauschale angesetzt hast, aber keine Kfz-Haftplicht, so muss man das nicht nachfragen. Auch nicht, wenn Du Seminarkosten für ein mehrtätiges Seminar hattest, aber die Reisekosten vergessen hast.

Würdest Du aber einen Übertragunfehler machen, also zuwenig bezahlt Lohnsteuer in die Anlage "N" eintragen, so muss das korrigiert werden.

Das Finanzamt arbeitet Deine Erklärung und Ihren Datenbestand ab. Wenn Du zum Beispiel vergessen hast, Deine gezahlte Kirchensteuer als Sonderausgabe anzusetzen, dann wird die angesetzt.

Hauptsächlich werden aber nur Fehler und Fehleintragungen korrigiert, z.B. wenn Du Versicherungsbeiträge unter der falschen Position oder Sonderausgaben als Werbungskosten eingetragen hast.

Weiter streicht das Finanzamt Kosten, die geltend gemacht wurden, aber nicht abzugsfähig sind, z.B. Fachliteratur die keine ist. Im Regelfall wird ab 1000 Euro gestrichener Kosten eine Anhörung geschrieben. Bis Änderungen bis 1000 Euro und einfachen Fehlerkorrekturen werden diese nur im Bescheid erläutert.

Du hast ja zu deinen Angaben jeweils einen Beleg, der deine Angaben nachweisen kann. Wenn du beispielsweise einen Tippfehler hast und der Beamte merkt, das dies nicht richtig sein kann, wird er das auch zu deinen Gunsten abändern. Er selbst hätte ja nichts davon, wenn du zu unrecht mehr ans FA zahlen müsstest. Aber er ist nicht verpflichtet, dich auf vergessene Werbungskosten etc. hinzuweisen.

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